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Foto nordische Landschaft

11. September 2012

Summer Breeze 2012 – Donnerstag: Hübsche, angezogene Frauen und unattraktive, nackte Männer

Das Summer Breeze-Festival feiert dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Wie gewohnt gibt es vom vom 16. bis 18. August 2012 in Dinkelsbühl zwei Hauptbühnen – Main Stage und Pain Stage – sowie die Bühne im Partyzelt.

Wieder lockt das Breeze knapp 40.000 Besucher – allerdings mit der negativen Folge, dass am Mittwoch viele Besucher mehrere Stunden in der Autoschlange vor dem Eingang stehen und eine halbe Stunde von ihrem Zelt bis zum Festivalgelände laufen müssen. Die sehen das jedoch gelassen und wie immer herrscht eine meist friedliche, recht bierselige Stimmung. Das ab Donnerstagmittag durchgehend sehr sonnige, warme Wetter trägt seinen Teil dazu bei.

Die erste Band des Festivals ist für mich Månegarm (S) am Donnerstag. Die Schweden haben Glück, denn sie profitieren von dem derzeitigen Pagan Metal Hype. So findet sich eine für diese Uhrzeit beachtliche Menge ein. Dies ist zudem wach genug, um die Haare zu schwingen.

Nach einer kleinen Bierpause vorm Zelt komme ich zu Epica (NL) wieder zurück auf das Gelände. Aber ich stelle fest, dass Simone Simons nach wie vor einfach zu hoch für mich singt. Da ich kein Mann bin und mich daher auch ihr gewohnt gutes Aussehen nicht halten kann, wechsle ich nach den ersten Liedern zur Party Stage.

Dort beginnen gerade Peter Pan Speedrock, die neben der Konkurrenz durch Epica mit einem weiteren Hindernis kämpfen müssen: Die Sonne hat sich endlich einen Weg durch die Wolken gebahnt und die meisten genießen die Wärme und wollen nicht in ein schattiges Zelt. Allerdings stört das die niederländischen Speedrocker überhaupt nicht – und die Zuschauer freuen sich über Platz zum Pogen.

Direkt im Anschluss spielen Napalm Death auf der Pain Stage. Das Bemerkenswerteste an den Metal-Veteranen aus Birmingham finde ich die Fotos, die während des Auftrittes entstehen: Die Grimassen, die der Fronter Mark Greenway ziehen kann, sind wirklich beindruckend.

Die nächsten Bands auf den beiden Hauptbühnen sehe ich mir nur von weitem an, das hätte ich bei den Kassierern im Partyzelt besser auch getan. Denn der Sänger Wolfgang Wendland zeigt uns zu gleichnamigem Lied seinen »schönen Hodensack«. Glück für ihn, dass das Publikum von unten hochguckt, sonst hätte sein beachtlicher Bauch die Sicht verdeckt. Einige der Zuschauer sind offensichtlich der Meinung, sie hätten einen viel schöneren Hodensack: Sie lassen die Hosen runter und präsentieren diesen stolz ihrer Umgebung.

Ich freue mich umso mehr auf Ghost Brigade, bei denen sicherlich keiner im Publikum nackt erscheint. Sie bieten tatsächlich das komplette Kontrastprogramm: von alberner Ausgelassenheit zu finnischer Schwermut. Für den Sommer fast ein wenig zu melancholisch.

Deathstars geben dem Abend dann doch einen Abschluss mit Partylaune. Der Sänger ist wie gewohnt sehr redselig und spielt kein Lied ohne Ansage. Er ist auf der großen Bühne sichtlich in seinem Element als Entertainer: Die Show der Schweden kommt hier sehr viel besser rüber, als auf der Clubtour im Winter.

Hier geht’s zum Freitag.

Text: Yvette / Fotos © natte

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