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Foto nordische Landschaft

12. September 2012

Summer Breeze 2012 – Freitag: Metalmäuse und Melodic Death Metal

Am Freitagmorgen werde ich durch ein Rascheln geweckt – und entdecke einen kleinen Hügel unter dem Zeltboden, der sich eilig fortbewegt. Die Mäusekolonie, die das gesamte Summer Breeze-Gelände unterhöhlt hat, verliert offensichtlich jede Scheu. Selbst in Bühnennähe kommen die Tierchen aus ihren Löchern und huschen zwischen den Leuten umher.

Nach Frühstück und Duschen gehe ich taufrisch duftend passenderweise zu gleichnamiger Band. Dew-Scented beginnen ihre Show mit der Ansage »Wir sind das Weckkommando!« und sie erfüllen ihren Auftrag: Immer mehr Zuschauer versammeln sich vor der Main Stage, um sich wachzumoschen. Der harte Thrashmetal der Norddeutschen eignet sich dafür perfekt.

Die ersten Norweger an diesem Tag und auf diesem Festival sind Helheim – Viking Metal in Reinkultur: Kettenhemden und wallende Bärte kombiniert mit hartem Black Metal. Zwischendurch überraschen sie mit melodiösen Parts.

Nach dem Konzert bleibe ich in der Nähe des Partyzelts, da hier, nur von Heidevolk unterbrochen, gleich drei finnische Bands hintereinander spielen. Black Sun Aeon (FIN) machen den Anfang. Die melancholische, düstere Musik lässt mich fast vergessen, dass draußen die Sonne scheint. Dem Publikum scheint es ähnlich zu ergehen, einige wirken geradezu erschlagen, obwohl die Musik durchaus zum Bangen geeignet ist.

Nach einer kurzen Erholungspause für den Sänger Tuomas Saukkonen, in der Heidevolk spielen, steht er mit seiner anderen Band Before The Dawn wieder auf der Bühne. Verglichen mit Black Sun Aeon ist der Sound der Melodic Death Metaller geradezu erfrischend. Aber auch hier sind schwermütige Parts eingebaut.

Mit Insomnium betritt eine weitere Größe des finnischen Melodic Death Metal die Bühne. Die Menge ist inzwischen beachtlich angewachsen, wahrscheinlich sind einige dabei, die vor den ziemlich poppigen Klängen von Within Temptation (NL) geflohen sind. Hier haben sie das perfekte Kontrastprogramm: düstere Stimmung und harte Gitarrenriffs. Das Publikum bewegt sich nun endlich und ist nicht mehr zu halten, als zu „Weather The Storm“ der Sänger von Dark Tranquility Mikael Stanne einen Gastauftritt hat.

Dieser tritt direkt im Anschluss mit seiner Band auf der Pain Stage auf. Auf dieser großen Bühne ist seine Präsenz noch deutlicher. Die Energie der schwedischen Melodic Death Metaller ist für die Zuschauer geradezu spürbar und reißt sie mit. Sie brechen in absolute Begeisterung aus, die das ganze Set über anhält. Für mich die beste Show dieses Tages.

Die Norweger Immortal spielen danach auf der Main Stage wie gewohnt sehr professionell und bieten eine gute Show. Sie werden vom Publikum fast so begeistert gefeiert wie Dark Tranquility.

Auf dem Rückweg zum Camping schau ich noch kurz im Partyzelt vorbei, wo gerade Morgoth spielen. Ich weiß nicht, ob es an der Uhrzeit liegt – kurz nach Mitternacht -, aber irgendwie klingt für mich jedes Lied der deutschen Old School Death Metaller gleich. Dass der Fronter Marc Grewe auch noch zu jedem Lied die gleichen Gesten vollführt – erst zu Grunzgesang mit der Faust trommeln, dann zu Kreischgesang diese erheben – macht es nicht unbedingt besser.

Hier geht’s zum Donnerstag – und hier zum Samstag.

Text: Yvette / Fotos © natte

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