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Foto nordische Landschaft

10. Februar 2013

Dråpe, oder: psychedelisch blaue Himmel

Der Himmel über dem musikalischen Universum von Dråpe ist blauer als sonstewo. Vielleicht, weil das Quintett aus Oslo sich vorgenommen hat, entspannte Psychedelik mit leichtfüßigem Shoegazing zu verbinden. Und dabei mühelos wie ein Kirmesluftballon abzuheben. Wie im angenehm verträumten und souverän spacigen Song »Blue Skies«, zu dem sich bestens schlendern lässt. Oder dem hinwegdriftenden »Shimmering«, in dem die Stimme von Sängerin Hanne Olsen Solem auf intelligente Weise auf Abwege gerät und die Gitarren übersteuert lärmen dürfen. Die Fünf arbeiten gerade an ihrem Debütalbum und malen ihre Welt in satt-pastelligen ineinanderlaufenden Farben, ohne dabei peinlich retrohörig zu wirken. Und am intensivsten ist vielleicht der dringliche Schöngesang in »By Heart«, wo man selbstbewusst mit dem (britischen) Indiepop flirtet. Und völlig zu Recht das Banner mit der Aufschrift hochhält, dass der Sommer der Liebe nie vorbei ist, wenn wir das nur wollen.


Ansonsten verlaufen wir uns heute fröhlichen Mutes bei Minusgraden und strahlendem Sonnenschein in abgelegenen Tälern entlang des Odenwald-Limes. (Ach, die armen Legionäre: Wie haben die Römer vor 2.000 Jahren in ihren Mini-Garnisonen bloß des Winters die grausame Kälte in dieser gottverlassenen Einöde ausgehalten? Wald, Wald, Wald, so weit der Blick reicht!). Den Soundtrack dazu liefert Esben Svane, ein dänischer Singer-Songwriter, den wir von Nordische Musik erst überhaupt nicht besprechen wollten, bis ich mich schließlich erbarmte. Dessen Promo-Fotos mit adrett-stylisher Frisur auf das Schlimmste schließen ließen. Der eine positive Überraschung ist! Denn es geht hier ums Außenseitertum und ums Querdenken. Um ehrliche Fragen und durchaus anspruchsvolle künstlerische Umsetzung. Merke: Nicht von der Coiffure auf den Charakter schließen!

Ein kleiner Tipp abseits der skandinavischen Musik: Gestern in der tiefsten hessischen Provinz ein intensives und anrührendes Konzert mit Rufus Dipper erlebt. Der sich mit seinem Piano souverän zwischen Jazz, Electronics und Filmmusik bewegt. Ach, und warum denke ich hier sehr andächtig an Michael Nyman und »Das Piano«? Wunderbare Visuals dazu von Waldlandschaften. Schon wieder!

RUFUS DIPPER – Life in a Day – Album Trailer from rufus dipper on Vimeo.

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1 Kommentare

1. Lauschrausch XIII: Dråpe | Lie In The Sound schrieb am 16. Februar 2013 um 12:50

[...] (mit Dank an den Polarblog) [...]

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