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Foto nordische Landschaft

17. März 2013

Romantisch suchen mit den Shaking Sensations

Wir sollen endlich aufhören, uns dauernd Sorgen zu machen. Diesen guten Rat legen uns die Shaking Sensations gleich mit dem schlichten Titel ihres neuen Albums »START STOP WORRYING« ans Herz, das Ende des Monats erscheinen wird. Nun denn! Wenn man der ruhigen, nachdenklichen Variante des instrumentalen Postrock lauscht, welche die fünf Jungmänner aus Kopenhagen zelebrieren, dann kehrt tatsächlich eine gewisse innere Ruhe ein. Ohne dass es dabei langweilig wird. Denn Spannungsbögen erzeugen, das können die Dänen! Die mit zwei Schlagzeugen agieren, ohne dabei einen undefinierbaren Lärmbrei zu erzeugen! Dafür stehen die sensiblen Gitarren viel zu sehr im Vordergrund!

Wer sich dem instrumentalen Postrock verschreibt, der hat immer etwas von einem romantisch Suchenden. Denn was tun denn Bands wie Godspeed You! Black Emperor oder Mogwai anderes, als sich auf Gralsfahrt nach etwas Unbestimmten, Perfektem zu machen, das man mit Worten nicht beschreiben kann? The Shaking Sensations sind also auch in diesem Sinne auf empfindsamer Wanderschaft. Ihre Pilgerkleidung ist schwarz und ihre Musik ebenso repetitiv wie expressiv. Man lässt sich hier auf nahezu symphonische Weise Zeit, um die blaue Blume zu suchen und explodiert nur in raren Momenten wie in »The Obsidian Sea« in intensiver Schönheit.

Diese Band mag altmodische Holzschnitte, die von allerlei phantastischen Seegetier bevölkert ist. Diese Band mag Songtitel wie »Our Hearts Were Young And Gay« und klingt dabei keinesfalls mittelalterkitschig. Diese Band kommt im März und April hierzulande auf Tour, und auch wenn ich fast eine Stunde fahren muss bis ich den nächstgelegenen Veranstaltungsort erreiche: Dann gehe ich eben auf Mini-Pilgerfahrt.