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Foto nordische Landschaft

21. März 2013

Das Haus hinter den Augen: Deer Bear

Ein Haus hinter den Augen bauen: Ein hehrer Anspruch, den sich Deer Bear gestellt haben. Der Dame und dem Herrn aus Dänemark geht es um Ying und Yang, um Innerlichkeit und Expressivität. Um Verlangsamung und organische Entstehungsprozesse. Huch, hört sich verkopft an, was die die beiden als Überbau für ihren melancholischen Folkpop errichtet haben. Die Zusammenarbeit zwischen Anne Hjort, die vom Elektropop herkommt, und Lars Bjørn-Hansen, dessen musikalische Herkunft in der Death-Metal-Band Koldborn begründet liegt, muss ohnehin verwundern. Wie diese beiden sich gefunden haben, ist wahrscheinlich eine lange Geschichte. Aber als Duo klingen die beiden aber so, als würden sie sich bereits lange, lange Zeit kennen. Und der Song »No Choice« ist ein wunderbar eindringlicher, gleichwohl leise beruhigender Soundtrack für späte Nachstunden.

Deer Bear sehen ihre Musik als Schutzwall. Gegen die schnöde moderne Welt mit all ihrer Kälte. Musik, so sagen sie mit entwaffnender Ehrlichkeit, ist das beste Mittel, um die elende Leiderei zumindest zeitweise am Zuschlagen zu hindern. Sie sind ernsthaft, naiv und irgendwie trotzdem leichtfüßig und seltsam tröstlich. Wärmen mit Streichern, Klampfe und Stimme.l Innehalten und nachdenken: Nicht die schlechteste Sache, dabei dem schmiegsamen Zwiegesang dieser beiden zu lauschen. Ihr Debütalbum heißt »HOUSE BEHIND THE EYES«, wie sonst.