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Foto nordische Landschaft

25. März 2013

Die Jungs aus dem Weltraum: Verdensrommet

Dass der Dauerregen der norwegischen Küstenstadt Bergen viel versprechende Musiker sprießen lässt wie Schnittlauch, Löwenzahn oder Gänseblümchen, das wissen wir schon seit den guten alten Tagen der Kings Of Convenience. In der jüngsten Vergangenheit konnten die Casiokids oder Kakkmaddafakka auch hierzulande punkten. Mit einer ganzen Reihe junger Bands aber sieht sogar der altehrwürdige britische Guardian das Comeback des »Bergen Wave« heraufziehen. Die Razika-Mädels waren schon mit Kakkmaddakka auf Tour, die schön schwülstigen Young Dreams haben eben erst ihr Debütalbum in Deutschland auf den Markt gebracht. Aber von Verdensrommet hat man bislang noch wenig gehört, und das sollte sich ändern. Vielleicht liegt es daran, dass die fünf Jungspunde auf norwegisch singen, was normalerweise nicht so leicht zugänglich ist. Bei den Weltraumjungs (so der Bandname übersetzt) kann man aber schon mal eine Ausnahme machen, so leichtfüßig, fröhlich und hippiesk-spacig kommen die Nachwuchskräfte daher. Mitunter fühlt man sich an den Schmelz des Electric Light Orchestra erinnert, nur in sehr liebevoll-handgemachter Form. In »Nytt« etwa übernehmen schwärmerische Synthies das Kommando und schreiben pastellige Pop-Märchen.

Verdensrommet – Nytt from Nabovarsel Bergen on Vimeo.

Verdensrommets Gründungsmitglieder Andreas Høvset und Vetle Vik Gundersen haben eben erst im abgelegenen Städtchen Telemark ihr Abitur gemacht und sich mit dem Abschlusszeugnis und einem Demoband in der Tasche flugs Richtung Pop-Metropole Bergen aufgemacht. Dem Produzenten Matias Tellez gefiel das Frühwerk der Jünglinge so gut, dass er deren Debüt auf den Weg brachte. Gut so! Denn Songs wie das verspielte und verträumte »Der Hvor Du Aldri Kan Stå« oder das entspannte und fluffig-experimentierfreudige »Alt Det Du Sier (Til Deg Selv)« bringen uns zu Frühlingsbeginn auf angenehme Art in fröhliche Wallungen.