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Foto nordische Landschaft

28. April 2013

Making Marks suchen das Glück

Ach, das Glück ist eine so flüchtige Angelegenheit! Making Marks suchen es schon seit vielen Jahren. Auch schon, als sie noch My Little Pony hießen und wunderbar leichte Songs über die Zeugung von Kindern zu Beatles-Sounds oder Oden zu Ehren des erfinderischen TV-Helden MacGyver spielten. Bei der Wahl ihrer Bandnamen hat das Boys-Girls-Quartett aus Oslo kein so glückliches Händchen wie beim Schreiben ihrer nachdenklichen bis frechen Tweepopsongs: Die Suche nach My Little Pony aus Norwegen in den Weiten des Web ist alles andere als einfach! Aber das ist auch das Einzige, was es hier zu mäkeln gibt.

Nun gut! Die norwegischen Cousins von Belle And Sebastian segeln zwar unter neuer Flagge, aber die Grundhaltung ist doch ähnlich: Man pflegt schwerelose Harmoniegesänge, ist von angenehmer Nachdenklichkeit und zurückhaltender Schlauheit. Man trägt zur Hälfte Brille und sinnt in Songs mit absonderlichen Titeln wie »Barcodes« über gehobene Alltagsdinge nach. Und zitieren dabei ganz unauffällig die Smiths. Nein, dieses Licht geht nicht aus, trotz aller gegenteiligen Behauptungen!

Vom flüchtigen Glück haben Making Marks vielleicht nur einen kleinen Zipfel erhascht, aber hey! Die Jungspunde experimentieren dafür mit elektronischen Begleitgeräuschen oder lassen sich auf Orgelklänge ein. Und klingen in ihrer sanften Melancholie doch immer so, als seien sie statt zu Biene Maja-Kassetten zu den klassischen Simon & Garfunkel-Alben aufgewachsen.

Brav sind diese Jungspunde trotz aller großäugigen Verträumtheit noch lange nicht! Es ist ganz schön schwierig, gut zu sein! Und diese tiefe philsosophische Fragestellung in ein Popgewand zu kleiden und als falschen Sänger den Lebensmittelhändler Senior aus dem Gemüselädchen nebenan in die Schulaula zu schicken, dazu gehört schon was!

15. April 2013

»22 Fragen an …« Harald Eilertsen – Imbalance

Harald Eilertsen, Sänger / Bassist der norwegischen Thrash-Band Imbalance und Macher der »NORSK URSKOG«- Sampler, beantwortet unsere »22 Fragen an …«:

1  Warum gibt es Deine Band (noch)?

Weil es der Weg ist, unsere kreative Seite auszudrücken.

2  In wessen Fußstapfen tretet ihr?

Wir versuchen unsere eigenen Fußstapfen zu schaffen. Aber natürlich ist da immer jemand, der den Weg zuvor beschritten hat.
Aspekte verschiedener Musik- und Metalrichtungen. Pantera, Slayer und Venom, wenn ich welche nennen müsste. Und technischere Bands wie Behemoth oder Meshuggah.

3  Welcher Song ist euer schlechtester? Warum?

»You Are doomed«. Ihm fehlt das, was wir danach versucht haben aufzubauen. Ihm fehlt Identität. Er klingt wie etwas, das Du in einer Schulband machst.

4  Bühne oder Studio – wo fühlt Ihr euch wohler? Warum?

Bühne.
Weil die Musik dort echt ist. Und Du bekommst sofortige Reaktionen der Zuhörer.

5  Was fehlt Dir auf Tour immer am meisten?

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12. April 2013

Kleine Nachtmusik mit Andrea Rydin Berge

Eigentlich wollte ich über fröhliche, übermütige Frühlingsmusik schreiben. Kommt noch! Aber dann kam dies und jenes dazwischen und es wurde langsam dunkel. Ein schmaler Neumond ging am Horizont überm Hinterhof auf. Und irgendwannn kam Andrea Rydin Berge daher, die mit ihrer klaren, kraftvollen, unaufgeregten Stimme stille Kringel in den blauschwarzen Himmel malte. Eigentlich kommt die Sängerin, Pianistin und Harfinistin vom Jazz her, aber als neugierige Grenzgängerin hat die junge Norwegerin eine Neigung zum Singer-Songwritertum entdeckt. Vielleicht deshalb, weil sich zu reduzierter Instrumentiertung hier so wunderbar die kleinen, schrägen Geschichten für den flüchtigen Moment erzählen lassen. Verträumte Zustände lassen sich doch besser im Pop-Modus ausleben. Unschuld und Naivität sowieso, wie im sehr reduzierten Track »Early December«. Dass sie ein freches Glitzern in den Augen hat, kann Rydin Berge selbst im still-balladigen »Lean On Your Love« nicht ganz verbergen. Ein wenig Lebenshilfe zur Partnerwahl gibt es gratis dazu.

Jazz-inspirierter Pop? Blitzt immer mal wieder auf in einer Welt, in der elektronische Musik doch ach so hip ist. Ach, wir wollen aber doch auch die klassischen kleinen Erzählungen hören, die von leiser Reflektion geprägt sind und wo jedes Wort zählt. Erinnert sich eigentlich noch jemand an Joni Mitchell? Andrea Rydin Berge, die Frau mit den sehr roten Rosenohrringen, sie tut es bestimmt. Etwa in dem sehr feinen Song »The Strange And The Normal«.

Rydin Berge ist übrigens dieser Tage auf Tour im norddeutschen Raum unterwegs. Könnte sich lohnen, hinzugehen!

07. April 2013

Inferno 2013, Samstag – Schlusspunkt: Satyricon, Highlight: Diskord

Nach Donnerstag und Freitag ist heute schon der letzte Festival-Tag. Zeit für einen kurzen Blick auf das Rahmenprogramm: Im Gegensatz zum Inferno 2011 findet Inferno-Film dieses Mal von Montag bis Mittwoch statt.

Das Programm besteht diesmal fast ausschließlich aus Horrorfilmen (»Room 237«, »The Shining«, »Winter Of The Dead«) sowie einem Musik-Film (»Så Jävla Metal«) – schade, den hätte ich gerne gesehen. Noch eine Neuerung: Die beliebte Black Metal-Sightseeing-Tour gibt es auch nicht mehr.

Dafür ist Inferno 2013 zu meiner Freude sehr nordisch, genauer norwegisch orientiert; wobei die Rockefeller-Headliner (am Donnerstag und Freitag) und der des John Dee (Samstag) aus den USA stammen: Deicide, Suffocation und Saint Vitus, die die Hauptbühne am Samstag für Satyricon freigeben müssen.

Und dorthin gehe ich jetzt: Verpasst habe ich Baptism (Finnland), Morbo (Italien) und Mos Generator (USA). Im Rockefeller haben gerade die norwegischen Hades Almighty angefangen, eine ebenfalls bisher unbekannte Band für mich. Hm … sind okay, doch klangen beim Probehören deutlich besser.

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06. April 2013

Inferno 2013, Freitag – Entdeckung des Tages: Carach Angren

Nach Donnerstag folgt nun Tag II des höllischen Spektakels: Das Inferno geht weiter. Die deutschen Fleshcrawl fallen ebenso wie die irischen Warpath und die mehrfach gesehenen Behexen (Finnland) der Nahrungsaufnahme zum Opfer – und einer Begegnung der dritten Art mit einer desinfizierten Gabel.

Als ich ins Rockefeller komme stehen bereits Aeternus auf der Bühne – und gefallen mir sehr viel besser als auf ihrem aktuellen Album »…AND THE SEVENTH HIS SOUL DETESTETH«. Die Norweger sind ja richtig gut, oder wie mein Begleiter sagt: »Viel besser als erwartet«.

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