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Foto nordische Landschaft

06. April 2013

Inferno 2013, Freitag – Entdeckung des Tages: Carach Angren

Nach Donnerstag folgt nun Tag II des höllischen Spektakels: Das Inferno geht weiter. Die deutschen Fleshcrawl fallen ebenso wie die irischen Warpath und die mehrfach gesehenen Behexen (Finnland) der Nahrungsaufnahme zum Opfer – und einer Begegnung der dritten Art mit einer desinfizierten Gabel.

Als ich ins Rockefeller komme stehen bereits Aeternus auf der Bühne – und gefallen mir sehr viel besser als auf ihrem aktuellen Album »…AND THE SEVENTH HIS SOUL DETESTETH«. Die Norweger sind ja richtig gut, oder wie mein Begleiter sagt: »Viel besser als erwartet«.

Aeternus (N)

Von In Vain kann ich das leider nicht sagen. Die norwegischen Extrem-Prog-Experimental Metaller sind unglaublich gut auf ihren Alben, doch hier …

Meist steht einer der beiden Sänger arbeitslos auf der Bühne; stellenweise kommt ein Dritter hinzu, den es (live) wirklich nicht braucht, da auch der Bassist zum Mikro greift. Zudem lässt der Sound im John Dee auch am zweiten Tag zu wünschen übrig.

In Vain (N)

Im Rockefeller ersetzen nun die schwedischen Witchcraft ihre ausgefallenen Landsleute von Ghost.

Witchcraft (S)

Ich habe das Gefühl, es stehen fünf Individualisten auf der Bühne, die zufällig dasselbe Stück spielen. Dafür funktioniert das Ganze erstaunlich gut.

… trägt der (ungewöhnlicherweise rechts sitzende) Schlagzeuger tatsächlich einen (mit Blumen) gemusterten Rock zu seinem Häkel-Klorollen-Hut?

Vielleicht liegt das an der musikalischen Ausrichtung: Die Jungs aus Örebro huldigen den (psychedelischen) Siebzigern, in erdigem Retrosound.

Auch diese Truppe zählt eher zu der Kategorie Musik für Musiker, nicht so ganz das, was ich live sehen will.

Runter ins John Dee – wo ich die Entdeckung des Tages mache: Carach Angren. Die Niederländer spielen theatralischen Black Metal in Vollendung. Wie muss der erst richtig gut abgemischt klingen?

Sobald der Auftritt vorbei ist, muss ich mal in die Merch-Ecke schauen – ich brauch unbedingt ein Album dieses Trios. Gigantisch. Jetzt könnte ich eigentlich gehen. PS: Der Sänger hat beneidenswerte Haare.

Carach Angren (NL)

Moonspell können das mit ihrem Auftritt im Rockefeller nicht überbieten. Die Portugiesen liefern ihre bewährte, sehr professionelle Show. Alles beim Alten.

Also, hinunter in die Bar unter dem John Dee: Dort gibt es eine kleine Ausstellung mit Fotos von Stig Pallesen (immerhin ein gutes Bild ist dabei) und den genialen Zeichnungen von Kim Holm: Der Künstler aus Bergen zeichnet live die Bands auf dem Inferno Festival, während sie spielen. Mit minimalen Mitteln, in kürzester Zeit – und begnadet expressiv. Vermutlich besser als die meisten Fotos, die (Amateur)Fotografen während des Festivals schießen.

Seine Originale kosten hier 2.000,- NOK (etwa 270,- Euro), eigentlich viel zu wenig. Wer kein Original möchte, kann sich Vreids »WELCOME FAREWELL« oder Solstafirs »SVARTIR SANDAR« zulegen: Deren Cover hat er gezeichnet. Schaut unbedingt auf seiner Website vorbei, oder auf Facebook.
PS: Kim Holm schreibt am 8. April 2013: »And just to inform (…) I’m having a sale on all the original art for all of April, so you can now get it for about 77 Euro per original, not 270 Euro. And you can order high-quality prints at a discount. Or download the art for free use.«

Kim Holm

Warten auf die John Dee-Headliner Purified in Blood. Hm, die sind mir etwas zu Bass- und Schlagzeug-lastig abgemischt. Und der Gesang zu Core-mäßig. … und wenn mir der Gesang… (siehe Zygnema). Weiter geht’s im Club, Suffocation (USA) lasse ich ausfallen.

Kontrastprogramm: Ungefähr 80 Leute passen ins Verkstedet – und höchsten 20 stehen hier. Hier spielen Ørkenkjøtt, auf Deutsch: »Wüstenfleisch. Der Name soll wohl ihrem Wüstenrock-Stil geschuldet sein, die Kostümierung der Band passt nicht ganz dazu – Euroboy II an der Gitarre?
Die Musik ist wild und das Quintett, das kaum auf die winzige Bühne passt, gebiert sich, als stünde es vor 2000, statt vor maximal 20 Menschen. Die wenigen Besucher haben zumindest ihren Spaß, ebenso die Band – die gar nicht aufhören will.

Genug, für heute, hier geht’s zum Samstag.

© Fotos: natte

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