Home
Foto nordische Landschaft

18. Juli 2013

Nonono suchen den Sommerhit – und könnten ihn finden!

Ich bin eine große Freundin des Qualitätsradios. Besonders auf Reisen: Zeit, einfach zuzuhören. Sendern wie Deutschlandradio Kultur etwa. Die immer Stoff zum Nachdenken und Entdecken liefern. Nein, und nicht nur in der Blogosphäre oder via Spotify-Empfehlungen stolpert man über gute Musiktipps, sondern auch im arrivierten Hochkulturfunk. Dort wurden eines schönen Julitages die schwedischen Elektropopster Nonono vorgestellt, die eine Morgenstunde mit elegant-schnittigen Songs verschönern. Das Stockholmer Trio kommt so überzüchtet wie Windhunde daher und hat, heija! ein echtes Händchen für schicke, souveräne Clubsounds, schrille Kiekser von Sängerin Stina Wappling inklusive. Die Dame hat sich für Nonono mit den beiden etablierten Produzenten Astma & Rocwell zusammengetan. Gemeinsam kramt man im bunten Bänderkasten aus einigen Jahrzehnten Popgeschichte, von Disco bis Reggae. Das klingt irgendwie sonnig, aber kompliziert so. Ist schlau und ausgefuchst und sehr, sehr tanzbar. Mixt einen kleinen Schuss Melancholie unter, für den Fall, dass das Männchen im Wettervoraussagehäuschen eben mal Schirm tragen muss. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie gekonnt schwedische Künstler Gassenhauer hinkriegen, die einfach mühelos funktionieren. So wie den Track »Pumping Blood«, der mit seinem Schuss pfeifender Seemansromantik und seinen Urwaldtrommleln ansteckendes Alleinstellungsmerkmale bietet. Der Song erinnert in seiner unbeschwerten Fröhlichkeit um zehn Ecken an Emiliana Torrinis »Jungle Drum«.

Und übrigens: Hurra! Nach längerer Schaffenspause meldet sich Miss Torrini zurück: Ihr neues Album »TOOKAH« erscheint im September. Dem ersten, sehr verspielten Track »Speed Of Dark« würde man gerne offiziell lauschen und hier gerne offiziell posten, aber ach!, die GEMA ist dagegen und es erscheinen die sattsam bekannten Sätze: Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar. Und so weiter. Jeder auch nur rudimentär informierte Mensch weiß, wie es diese Sperren zu umgehen gilt. Das Wort Tookah hat Emiliana selbstredend erfunden. Zum Entstehungsprozess des neuen Albums hat sie eine Menge abenteuerlicher Geschichten zu erzählen, die nicht zuletzt mit der Ankunft eines neuen Menschen auf dieser Welt zu tun haben.

After you have a baby there comes a time where you need to go out with your girlfriends and dance. I went to the studio with Dan and did a dance track Speed of Dark. We danced. It had to be on the record it was a part of the journey. From that the sound of the record was born, it was a challenge bringing it all together.

Bis das Album also offiziell herauskommt, müssen wir uns hier mit einem Cover begnügen, aber das ist auch nicht schlecht. Olivier Libeaux von den französischen Retro-Popstern Nouvelle Vague hat die Idee gehabt, dass Sängerinnen, und nur sie, unbedingt Queens Of The Stone Age covern müssen. »UNCOVERED QUEENS OF THE STONE AGE« heisst das Album, und Emiliana Torrini ist mit ihrer putzmunteren und sehr tanzbaren Version von »Go With The Flow« dabei.

Foto: Amir Chamdin