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Foto nordische Landschaft

04. September 2013

Summerbreeze 2013 – Donnerstag: »Vielen Dankeschön, meine Freunde«


Petrus scheint das Summer Breeze-Festival zu mögen: Wie die meisten Jahre zuvor erstrahlt blauer Himmel mit ein paar Schönwetterwölkchen bei angenehmen Temperaturen über den 40 000 Festivalbesuchern vom 15. bis 17. August 2012 in Dinkelsbühl. Und wenn es vor den beiden Hauptbühnen – Main und Pain Stage – nachmittags zu heiß wird, sorgen die Ordner für Abkühlung mit Wasser aus Feuerwehrschläuchen, die sie auf das Publikum richten. Die Bühne im Partyzelt ist wie immer überdacht, aber zu den Seiten hin offen, so dass es dort auch nicht zu heiß wird.

Als ich Donnerstag auf dem Gelände ankomme, bin ich positiv überrrascht: Der V.I.P.-Bereich wurde deutlich erweitert und man hat genug Platz für die Zelte. Außerdem ist der Weg aufs Gelände für die Presse kürzer als in den Jahren zuvor.

Wie auf dem Devil Side 2012 beginnt ein Tag für mich mit Alestorm. Allerdings überzeugen sie mich dieses Mal nicht wirklich. Vielleicht liegt es daran, dass sie zwei Stunden später spielen als letztes Jahr und ihr Alkoholpegel entsprechend höher ist. Oder mein Alkoholpegel ist nicht hoch genug, denn die für diese Uhrzeit beachtliche Menge vor der Bühne hat sichtlich Freude an den betrunkenen Schotten.

Alestorm (SCO)


Zum Glück wird’s danach seriöser und härter, Soilwork kann man auch stocknüchtern sehen. Die Schweden versetzen vor allem die Headbanger in Begeisterung: Harte Riffs wechseln mit melodiösen Parts – perfekt um zu moshen. Sie spielen hauptsächlich Lieder des neuen Albums, was nicht von allen Fans begrüßt wir

Illdisposed (DK)
Die Härte wird mit Illdisposed noch gesteigert – die einzige dänische Band des diesjährigen Summer Breeze. Da sie viele Songs des Best-Of-Albums spielt, präsentiert sie einen guten Querschnitt durch fast 20 Jahre schnörkellosen Death Metal.

Bei Fear Factory hätte man das Mikro des Sängers Burton C. Bell etwas lauter einstellen können, denn die Stimme ist zu dünn für den ansonsten satten Sound. Das machen die Amerikaner aber durch ihre Spielfreude wieder wett. Spätestens in der zweiten Hälfte des Sets, als sie die alten Kracher von »DEMANUFACTURE« loslassen, ist das Publikum nicht mehr zu halten.

Die Partymetaller sind indessen vor der Pain Stage geblieben, dort tritt nach Alestorm – und kurzem Zwischenspiel der Amerikaner We Came As Romans – nun mit Korpiklaani die zweite Spaß- und Saufband des Tages auf. Die Finnen sind nüchterner als Alestorm – oder wirken sie nur so? – haben aber mindestens genauso viel Spaß. Ebenso wie die Zuschauer, die die Band abfeiern, bis in die hinteren Reihen tanzen und soviel crowdsurfen, dass die Ordner ordentlich beschäftigt sind.

Powerwolf haben innerhalb von zwei Jahren den Sprung vom Partyzelt um Mitternacht zur Pain Stage als Headliner geschafft. Zu Recht, die Show ist imposant genug, um vor großem Publikum und auf einer Hauptbühne präsentiert zu werden. Das finde nicht nur ich: Eine riesige Menge hat sich angesammelt, um die deutsche Band zu feiern und sich eifrig an diversen Publikumsspielchen zu beteiligen. Bleibt nur zu sagen: »Vielen Dankeschön, meine Freunde.«

Die zweiten Headliner Sabaton werden vom Powerwolf-Sänger Attila Dorn persönlich angekündigt, die beiden Bands scheinen sich gut zu verstehen. Kein Wunder, sind doch beide typische Showbands. Der Sabaton-Sänger Joakim Broden hat sogar die deutsche Anrede »meine Freunde« übernommen. Ob Attila Dorn ihm auch »Meine schöne Fräulein, du hast aber eine große Schwanz!« beigebracht hat? Das Geschlecht stimmt übrigens, der Gummipenis ist eines der zahlreichen Mitbringsel, neben Stofftieren, Handpuppen und ähnlichem, die die Zuschauer ständig über den Köpfen schwenken.

Auffallen wird auf dem diesjährigen Summer Breeze groß geschrieben: Auf dem Rückweg zum Zelt begegnen mir Menschen in diversen Tierkostümen und sonstigen Verkleidungen.

+++ Hier geht’s zum Freitag +++

Soilwork (S)


Text: Yvette / Fotos © natte

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