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Foto nordische Landschaft

06. September 2013

Summerbreeze 2013 – Samstag: »Fist of Fate« und »Fehlerfotze«


Die Main Stage wird am Samstag von Orden Ogan eröffnet. Diejenigen, die es trotz der frühen Stunde vor die Bühne geschafft haben, werden mit einem soliden Auftritt der Power Metaller aus Arnsberg belohnt. Dabei nehmen sie sich selbst nicht wirklich ernst: Sie fordern das Publikum auf, wie Manowar-Fans die Faust in die Höhe zu recken – allerdings sei dies die »Fist of Fate« schmunzelt der Sänger Sebastian Levermann. Die Zuschauer haben offenkundig Spaß an dieser Art von Animation. Schade, dass die Menge recht überschaubar ist.

Danach sehe ich mir erst nachmittags die Schweden Dr. Living Dead! an- nach meinem Geschmack etwas zuviel Rhythmus und zuwenig Melodie. Aber fotogen sind sie und in Einheitlichkeit macht ihnen auf dem Festival keiner was vor: Alle tragen Totenkopfmasken, drei der Lieder haben »Dead« im Titel und die Ansagen handeln auch oft vom sterben. Dabei irritiert mich etwas, dass das Publikum sowohl bei »Do you wanna live?« wie auch bei »Do you wanna die?« »Yeah!!!!« brüllt. Könnte aber auch nur ein Kommentar zur gelungenen Show sein.

Dr. Living Dead! (S)


Noch mehr Show bietet allerdings die nächste Band und das weiß das Publikum: Nie war es vor der Bühne um diese Uhrzeit so voll, wie heute bei Knorkator. Ich bin bei Spaßkombos grundsätzlich skeptisch, aber die Berliner überzeugen mich. Beim Sänger Stumpen hat man das Gefühl, dass er frei Schnauze genau das sagt, was er denkt – und das ist banal bis sarkastisch, aber immer lustig. Sogar als er die Fotografen, die er selbst auf die Bühne gebeten hat, mit einem derben »Und jetzt verpisst euch von der Bühne, wir müssen arbeiten!« wieder wegschickt, nimmt keiner ihm das übel. Natürlich ist Publikumsanimation Programm: von »Fehlerfotze!« rufen – der Gitarrist hat zu früh eingesetzt – bis hin zu körperlichem Einsatz, als die Menge den Sänger Stumpen, in einen mannshohen Ballon eingesperrt, über ihren Köpfen balanciert.

Bei Grave hat man den Eindruck, sie wollen den schwedischen Oldschool Metal zur Vollendung treiben. Sie experimentieren weder mit neuen Liedern noch mit Einflüssen anderer Musikarten. Wohl nicht nur mir ist das zu eintönig, denn der Sänger muss die Zuschauer immer wieder animieren, sich zu bewegen.

Grave (S)

Amorphis, die inzwischen die Pain Stage betreten haben, haben damit kein Problem – obwohl sie schon zum sechsten Mal auf dem Summer Breeze sind und wahrscheinlich jeder Zuschauer sie, wie ich, mehrmals live erlebt hat. Oder vielmehr genau deshalb: Das Publikum weiß, dass es eine abwechslungsreiche Show mit vollen Sounds erwartet. Diesmal konzentrieren sich die finnischen Metaller eher auf die neueren Songs, was das Set nicht ganz so abwechslungsreich klingen lässt, wie letztes Jahr auf dem Devil Side Festival.

Noch während Amorphis spielen, drängen sich In Flames-Fans vor der Main Stage. Der Sänger Anders Fridén ist sichtlich bewegt angesichts der riesigen Menge vor der Bühne auf der letzten Show ihrer Tour. Unpassenderweise wird er ständig von »Noch ein Bier!«-Rufen unterbrochen. Vielleicht fordert er deswegen die Leute zu einem Crowdsurfing-Rekord auf: So sind sie beschäftigt und die Band kann weiterspielen. Die schwedischen Death Metaller schaffen es trotz längerer Ansagen und Zwischenrufe eine stolze Setlist von 16 Songs runterzuprügeln.

Danach ist bei den meisten die Luft raus. Auch ich höre nur kurz bei den ebenfalls schwedischen Dark Funeral rein, die danach auf der Pain Stage spielen, um dann das Festival für mich zu beenden.

+++ Hier geht’s zum Freitag und zum Donnerstag +++

Knorkator (D)

Orden Ogan (D)

© Text: Yvette / Fotos: natte

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