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Foto nordische Landschaft

10. September 2013

Golden Leaves Festival: Mit Skandinaviern allein im Wald

Quer durch den Wald zu einem Festival zu radeln, das ist neu. Und wunderbar! Denn die Menschen hinter der Darmstädter Bedroomdisco haben sich in diesem September für ihr zweites Golden Leaves-Festival viel vorgenommen: Zwölf Bands an zwei Tagen auf zwei Bühnen! Ganz schön mutig für die emsige Truppe um Dominik Schmidt und seine Mitstreiter, die alles in Eigenregie und ohne finanzielle Interessen organisieren, frei nach ihrem Motto: »Spread Love For Great Music!« Ohne den Einsatz vieler freiwilliger Helfer würde das alles nicht funktionieren. Und natürlich auch nicht ohne die Bereitschaft der Bands, sich auf ein Risiko einzulassen: Das Festival funktioniert nur durch Spenden, die einfachste Form der Werbung ist Mundpropaganda via Internet und der Ort des Festivals ist bis zuletzt unbekannt: Eine Jugendbildungstätte, mitten im Bessunger Forst gelegen. Informiert werden nur die Glücklichen, die es per Verlosung in die Gästeschar geschafft haben. Keine Frage, dass das Festival allein durch diese Form der Exklusivität binnen eines Tages »ausverkauft« ist. Also auf in den Wald!

Angenehm ruhig ist es dort in jugendherbergsähnlicher Atmosphäre, eingerahmt von ökologisch wertvollem Grünzeug. Charmant und liebevoll dekoriert das Gelände, mit goldenen Blättern, gefertigt in Laubsägearbeit, und die Cookies am Verpflegungsstand sind allesamt selbst gebacken. Eine entspannte Atmosphäre also, in der die Schweden von Yamon Yamon auf geradezu schüchterne Weise den Auftakt machen. So leise und samtpfötig aufspielend, als fürchteten sie, die Rehe im Wald zu verscheuchen. Sanftstimmig, verträumt und in perlende Gitarrenläufe verliebt. Und wer genau zuhört, kommt nicht umhin zu bemerken, dass die Songstrukturen sehr viel komplexer sind, als zunächst gedacht. Schön leise traurig kommen die Stockholmer daher, aber beleibe nicht larmoyant. Gut so!

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