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Foto nordische Landschaft

25. November 2013

Musik aus Miðvágur: Greta Svabo Bech

Gitarre, Stimme, sanfte Elektronika: Große Töne muss Greta Svabo Bech nicht anschlagen, um Eindruck zu hinterlassen. Die Sängerin aus der bis dato unbekannten Musikstadt Miðvágur auf den Faröer Inseln (letzte bekannte Einwohnerzahl laut Wikipedia: 1.020) ist hörbar dabei, ihre eigene künstlerische Idenitität zu entdecken. Erst in diesem Jahr hat die Frau aus dem Flecken, der als einer der besten Stellen für den Grindwalfang auf den Färöern gilt, damit begonnen, an Solomaterial zu arbeiten. Zuvor hatte sie die polierte Electronik-Clublandschaft erkundet. Mit dem kanadischen Produzenten Deadmau5 einen Track mit dem martialischen Titel »Raise Your Weapon« aufgenommen, der in Richtung polierter, cooler urbaner Tanzhallen-Unterhaltungsmusik tendiert. Jetzt schein Svabo Bech einen Prozess der Rückbesinnung auf balladige, fast schon singer-songwriteraffine Töne zu durchlaufen und die Pianobegleitung zu bevorzugen. Leicht und trotzdem eindringlich kommt etwa der Track »Circles« im Kammerpop-Modus daher.

Die Stimme von Svabo Bech erinnert ein wenig an Agnes Obél, was nicht die schlechteste Empfehlung ist. Fein die Töne abwägen, auf Effekthaschereien verzichten. Und ein Video zum schön zweideutig flirrenden Song »Broken Bones« drehen, das zu großen Teilen in einem Altersheim auf den Faröer Inseln spielt, in dem zudem ein alter Kassettenrekorder eine Hauptrolle spielt, dazu gehört schon etwas! Wie sich Frau Svabo Bech musikalisch wohl weiterentwickelt? Da könnte man durchaus in einem halben Jahr nochmal nachforschen, ob inzwischen ein Album vorliegt. Und dass man im Rest der Welt schon auf die Frau aus Miðvágur aufmerksam geworden ist, das beweist allein schon die Tatsache, dass sie im kommenden Jahr beim SXWS-Festival in Texas auftreten wird.

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2 Kommentare

1. SomeVapourTrails schrieb am 28. November 2013 um 17:57

Ups, das klingt ja so, als wäre ein Engel auf die Erde heruntergefedert oder als würde eine Elfe Geysire bestäuben. Songwriterisch hat sie vielleicht noch nicht das Gewicht eines Grindwals, gesanglich geht das schon über einen unschuldigen Schnukeligkeitsfaktor hinaus. Gefällt.

2. Eva-Maria Vochazer schrieb am 30. November 2013 um 14:03

Freut mich! Die Dame kann man mal im Auge behalten!

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