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Foto nordische Landschaft

20. Februar 2014

Vom Verlieben in den Klang der Wörter: Eggs Laid By Tigers

Sich vom Klang der Worte überwältigen lassen. So können musikalische Liebesgeschichten beginnen. Die Drei von Eggs Laid By Tigers, Veteranen der Kopenhagener Musikszene mit hoher Affinität zum Jazz, haben allesamt wundersame Begegnungen mit den Gedichten des walisischen Poeten Dylan Thomas hinter sich. Und haben sich zu einem ungewöhnlichen Projekt zusammengeschlossen: Die Band, die ihren Namen einer Gedichtzeile von Thomas entnommen hat, vertont ausschließlich Verse des Walisers. Der übrigens in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre, aber bereits im Jahr 1953 verstarb. Beflissene Hochkulturpflege haben die Dänen mit ihrem Projekt nicht im Sinn: Sensibel, zartfühlend und fabulierwütig kommen die folkpoppigen Songs auf dem Debütalbum »UNDER THE MILE OFF MOON« daher. Bei ihrem Nachmittagskonzert im Offenbacher Hafen2 sehen Eggs nur auf den ersten Blick etwas abgekämpft aus: Haben sie doch am Abend zuvor noch in St. Gallen beim Nordklang Festival gespielt und auf dem Weg ins Hessische das Kunststück fertiggebracht, sich in der ordentlichen Schweiz hoffnungslos in abgelegenen Alpentälern zu verfahren! Aber kaum stehen die Drei auf der Bühne, ist von Müdigkeit nichts zu spüren: Sondern dominieren Konzentration, unbedingte Hingabe an Wort und Musik und eine geradezu kindliche Spielfreude. Was übrigens die Kinder im Publikum am besten zu würdigen wissen: Die hören aufmerksam zu, ganz im Gegensatz zu manchen Erwachsenen, für die es offenkundig eine Überforderung darstellt, auch nur eine halbe Stunde lang den Mund zu halten! Gitarrist Jonas, der seit rund anderthalb Jahren in Berlin lebt, macht launige Ansagen auf deutsch mit allerliebstem dänischen Akzent. Und sein Kollege Martin erzählt auf der Bühne mit leuchtenden Augen davon, wie es sich anfühlte, im vergangenen Jahr das Geburtshaus von Dylan Thomas in Swansea zu besuchen. »Ich schaute aus diesem Fenster und sah, wie die Schiffe in den Hafen ein- und ausliefen! Und ich konnte begreifen, was seine Gedichte inspiriert hat!«

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