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Foto nordische Landschaft

12. März 2014

Reveries: Träumereien aus Linköping

Linköping? Wo liegt Linköping? In Östergotland, knapp 200 Kilometer südlich von Stockholm. Wenn ich´s recht überlege, bin ich sogar schon mal in Linkönping gewesen, aber es hat sich so gar keine bleibende Erinnerung an diese Stadt erhalten. Diese Töne aber könnten nun hängenbleiben: Die von Reveries, schön zurückhaltenden Nachwuchs-Indiepopstern aus der schwedischen Provinz. Mellow, so würde man das wohl auf englisch beschreiben. Auf deutsch bräuchte man natürlich mehr Wörter dazu: Gefühlig, von gelassener Heiterkeit, ohne größere Aufreger. Die Gitarren sind eher sparsam eingesetzt, dafür steht die sanfte Stimme von Sängerin Alice Axinder im Fokus. Was eine gute Entscheidung ist: Denn wenn diese Frau davon träumt, dass ihr Liebster sie endlich wieder in die Arme nimmt, hoffen wir doch gleich mit ihr, dass dies nicht mehr so lange dauern möge. »Tip Of Your Tongue« ist ein jedenfalls ein Song, der dem Bandnamen alle Ehre macht.

Ansonsten ist von Reveries nicht viel bekannt, die sich auf offiziellen Bandfotos hinter schwarzen Sonnenbrillen verbergen und im Fünferpack daherkommen. Postrock, Postpunk und Shoegaze sehen die Schweden selbst durch ihr musikalisches Universum wirbeln. Aber wenn man´s genau nimmmt, lässt man sich hier eher vom guten alten Indiepop (britischer Ausprägung) der 80er Jahre inspirieren, was nicht die schlechtesten Vorbilder sind. Ein großes Werk haben die jungen Linköpinger noch nicht vorzuweisen, man bastelt wohl am Debüt. Und einen Plattenvertrag hat man auch keinen, aber wer braucht den schon, wenn man die eigenen Songs via Bandcamp verbreiten kann. Was hier gefällt, ist die unangestrengte, entspannte Art, mit der Reveries ihren Alltagsbeobachtungen und Tagträumereien nachhängen. Wenn in Tracks wie dem feinen »Rows« eine leise Traurigkeit mitschwingt, dann eignet sich das bestens zum nächtlichen Nachsinnen. Darüber vielleicht, warum diese verhaltene Melancholie gerade so leicht ans Herz geht, dass es aufs Angehmste zu schmerzen beginnt.

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1 Kommentare

1. Stippvisite 06/04/2014 (Weiterhin unsexy!) | Lie In The Sound schrieb am 06. April 2014 um 16:12

[...] Es gibt Worte, deren Klang Balsam für die Ohren ist. In der englischen Sprache hat es mir das Vokabel “Reverie” schon lange angetan. Es meint die Tagträumerei, wirkt in der Artikulation ungemein zärtlich und anmutig. Eine Band, die sich Reveries nennt, hat bei mir also schon vorab einen Stein im Brett. Die aus dem schwedischen Linköping stammende Formation macht gitarrigen Indie-Pop, der fühlt und fiebert. Eine besondere Entrückung ist nicht zu konstatieren, allerdings soll es ja auch lebendige Tagträume geben. Noch sind die Reveries erst mit einzelnen Tracks, von denen das melodisch-sehnende Tip Of Your Tongue besonders hervorsticht, auf Bandcamp vertreten. Da bekomme ich sofort Lust auf mehr – und eine Formation mit einem so verheißungsvollen Bandnamen wird mich keineswegs enttäuschen! Auf Bandcamp sind die Songs nach dem Motto “Name your price” erhältlich. (via Polarblog) [...]

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