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Foto nordische Landschaft

27. Mai 2014

Uns wird ganz warm, Feel Freeze

Diese Zwei wollen uns wohl an der Nase herumführen mit diesem Namen: Bei Feel Freeze könnte man doch glatt darauf schließen, dass diese hübschen jungen Leute von der bösen Schneekönigin ihres Landsmanns Hans Christian Andersen in deren Eispalast gefangen gehalten werden. Falsch gedacht! Denn Feel Freeze, das Projekt um die Kopenhagener Musiker Mathias Vinther and Else Raymonde Gaunoux, inszeniert sich lieber in synthieverliebten, pastelligen Frühlingsfarben. Man tut in scheinbar simplen, glockenspielumflirrten Tracks wie »Young Again« so, als könnte man kein Wässerchen trüben und sei glockenblumenpflückend auf der Wiese unterwegs. Weit gefehlt! Denn das mit dem bescheidenen daherkommenden Intro ist nur eine geschickte Finte, um so richtig in schmachtende Gefühle ausbrechen zu können!

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23. Mai 2014

Sehnsucht nach der Riviera mit Shadow Shadow

Ist die Riviera außer bei reichen Russen und rollatorschiebenden Rentnern eigentlich noch angesagt? Bei Shadow Shadow alias Mattias Friberg aus Malmö wohl, der sein Debütalbum nach dem Landstrich am Mittelmeer benannt hat. Und folgerichtig auf üppige Synthiesounds und schwärmerische Gesänge setzt, denn mit Kargheit hat die Riviera nun so gar nichts zu tun. Aber huch, so ganz will die Postkartenidylle dann dich nicht passen. Denn dunkelgraue Wolken durchziehen diese blauen Himmel. Und kurz halt: Mattias Friberg, der Name klingt doch vertraut? Jawohl, es handelt sich hier um den Sänger der unvergessenen Postrocker Logh aus Göteborg, die seit Jahren bedauerlicherweise in der Versenkung verschwunden sind. Und nun also das absolute Kontrastprogramm zu ernsthaften Besinnungsalben wie dem wundervollen »A SUNSET PANORAMA«? Warum denn nicht?

Dass er in der schwedischen Indie-Szene bestens vernetzt ist, zeigt Friberg allein schon an der prominenten Schar von Gastmusikerinnen, die auf dem Solo-Erstling versammelt sind: Die eigenwillige Chanteuse Britta Persson, die Singer-Songwriterin Nina Kinert und die frankophile Sibille Attar. Den angedüsterten Nachdenklichkeits-Rocker mit der Vorliebe für elegante Verlangsamung will Friberg also nicht mehr geben. Auf seinem Solo-Debüt outet sich der Schwede nun als Fan der Filme von Dario Argento. Von gewalttätigen Ausbrüchen ist hier jedoch nichts zu spüren. Shadow Shadow gefällt sich lieber in verträumter Melancholie. Und ist vielleicht genau dann am meisten bei sich, wenn der Meister selbst mit fein zurückgenommener Stimme singt. Dem Album kann man zur Gänze via Bandcamp lauschen. Gefällt sehr.

20. Mai 2014

Inferno 2014 – Samstag: Würdiger Schlusspunkt


Am dritten und letzten Festivaltag schaffe ich es zwar nicht zu den ersten Takten des Openers The Sickening im John Dee zu stehen, doch komme ich auch nicht sehr viel später im Kellerclub an. Tatsächlich gelingt es mir heute erstmals alle Bands bis zu den finalen schwedischen Watain zu sehen.

The Sickening (Norwegen)
Brutaler, moshbarer, innovationsfreier Death Metal, passioniert zum Besten gegeben.

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20. Mai 2014

Glücklich, Eline Thorp?

Bloß nicht zu brav! Das führt nirgendwo hin! Lieber sich auf den eigenen Kopf verlassen, auch wenn das unbequem sein mag! Dieses Credo scheint die junge norwegische Sängerin Eline Thorp verinnerlicht zu haben. Die knapp 20jährige aus dem Örtchen Hamarøy hat kürzlich ihr Debütalbum »MIRROR´S EDGE« herausgebracht, auf dem sie eine unruhige, nervöse Energie verbreitet. Indem sie auf manische Synthies setzt und unbequeme Fragen stellt. Jemanden zu fragen, ob er glücklich ist, was für eine Anmaßung! In die Riege der hauchenden und seufzenden Chanteusen will sich Frau Thorp keinesfalls einreihen, wenn sie mit kräftiger, dunkel eingefärbter Stimme über verschattete, komplizierte Dinge singt und damit sehr erwachsen klingt. Für rosarote Zustände hat diese junge Frau definitiv nichts übrig. Lieber setzt sie auf unbehagliche Balladen wie »In And Out«, einer der Single-Auskopplungen vom Erstling, in der es uns fast ein wenig unheimlich werden kann. Und die gleichwohl tanzbar sind!

Wenn es um anspruchsvolle Töne geht, dann kann einem durchaus die norwegische Landsfrau Susanne Sundfør einfallen, die sich in ähnlichen Gefilden bewegt. Wobei Thorp trotz aller verdüsterten Themen doch nie aus den Augen verliert, dass eine tanzaffine Eleganz den Songs doche eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Nicht schlecht gedacht! Aber es ist vor allem diese Stimme, die hier in Tracks wie »Violence Done Well« hängenbleibt. Selbstbewusst, kraftvoll und doch ein wenig gebrochen. Ansonsten ist über Frau Thorp außerhalb Norwegens noch wenig bekannt. Auf einigen Festivals hat sie gespielt. Sie steht offenkundig am Anfang. Aber das kann durchaus etwas werden!

17. Mai 2014

Singer-Songwriter-Ausklang: Spot Festival 2014

Ein Ausklang, so entspannt wie ein fauler Sonntagnachmittag: Das Spot Festival in Århus geht mit vier Singer-Songwriter-Konzerten im Kino- und Kulturkomplex Paradis zuende. Der seinen Namen wohl aus der naheliegenden Tatsache abgeleitet hat, dasr es in der Paradiesstraße liegt. Das umliegende Viertel ist offenkundig das Kreuzberg der dänischen Hafenstadt. Auf dem Vorhof wird gegrillt und gechillt. Innen hat jemand im ganzen Haus eine Müllinstallation verteilt. House-Musik wabert durch die Flure, doch im gemütlichen Café ist davon erfreulicherweise nichts zu spüren. Erster an diesem Nachmittag ist Chorus Grant. Der blasse, bärtige Barde von der Insel Bornholm war zunächst bei den Retro-Rockern The River Phoenix aktiv, bevor er sich sanften Americana-Tönen zuwandte. An diesem Nachmittag gibt sich Kristian Finne angenehm zurückhaltend. Seine Songs sind nur scheinbar simpel. Überzeugen durch sorgfältige und liebevolle Alltagsbeobachtungen und eine leise, immer wieder aufblitzende Traurigkeit. Grant hat kürzlich bereits sein zweites Album vorgelegt, in dem erfreulicherweise auch leichte elektronische Einflüsse aufblitzen. Am diesem Nachmittag aber will Grant nur schöne, nachdenkliche Geschichten erzählen, und das tut er gut.

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