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Foto nordische Landschaft

11. August 2014

BAU, oder: Unaufgeregte Schwärmereien

Nach einer längeren Blogpause (zu deren Gründen zu gegebener Zeit mehr gesagt wird! Kann sein, dass wir zur Revolte aufrufen!) meldet sich das Polarblog endlich zurück. Nicht mit Fanfarenstößen und lautem Geschrei, sondern mit zurückgenommenen, unaufgeregten Tönen. Am vergangenen Wochenende fanden skandinavienweit viele renommierte Festivals statt, aber am meisten Spaß gemacht hat das Stöbern im Line-Up des UHØRT in Kopenhagen. Vor der stimmungsvollen Kulisse stillgelegter Fabriken, riesiger Werfthallen und grauer Betongebäude traten rund 30 Bands auf, darunter viele hoffnungsvolle Nachwuchskräfte aus der dänischen Hauptstadt. Hier finden sich auch BAU, die es ihrem neuen Fan nicht einfach machen. Oder macht. Denn wer sich hinter diesem melancholisch verlangsamten, unaufgeregten Schwärmereien verbirgt, bleibt das Geheimnnis der Band/des Einzelkünstlers. Informationen auf der Facebookseite? Fehlanzeig.! Bleiben nur Vermutungen, und diese führen gerne in die Irre. Also lassen wir das.

Und lassen lieber die Töne sprechen! Es sind federleichte Miniaturen, die die Dänen hier vorlegen: Neben der fragilen Stimme der Sängerin dominieren hier feine Synthies, die nicht protzen müssen. Das ist minimalistisch, aber nicht unkompliziert. Tracks wie das traumverlorene und grenzwerttraurige »You Dont´t Care» passen bestens in blaue Dämmerstunden, in denen die Gedanken voll nostalgischer Wehmut schweifen dürfen. Echte Tristesse muss draußen bleiben, denn sie würde diesen seifenblasenzarten Herzschmerz nur stören! Zwei Tracks liegen von BAU bislang auf Soundcloud vor, aber die reichen, um ein sehnsüchtiges inneres Roadmovie zu starten. Weiter so!