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Foto nordische Landschaft

26. August 2014

Summer Breeze – Donnerstag: Langweilig, feucht, dreckig

Wer stolpert so spät durch Schlamm und Geschmier?
Es ist der Metaller mit seinem Bier.
Er hat das Getränk wohl in dem Arm,
Er fasst es sicher, es hält ihn warm.

Dieses Jahr scheint der Wettergott dem Summer Breeze Open Air nicht sonderlich gewogen: Die Sonne tut sich schwer, die Luft ist kalt, alles ist nass und klamm und schlammig. Trotz des nicht ganz so guten Wetter strömen insgesamt rund 35.000 Besucher vom 14. bis zum 16. August 2014 nach Dinkelsbühl.

Hier stehen auch dieses Jahr vier Bühnen für die Bands bereit: Main-, Pain-, Camel- und T-Stage, ehemals Zeltbühne. Sie wurde zu Ehren von Michael »T« Trengert umgetauft; er war einer der beiden Veranstalter des Summerbreeze Open Airs und starb nach längerer Krankheit im September 2013.

Bereits am Mittwoch rockten hier und auf der Camel-Stage einige Kapellen, darunter die Nordlichter Lost Society (FIN), Hamferd (FÄ), sowie die Schweden The Vintage Caravan, Grand Magus (schon wieder), Ereb Altor und Unleashed.

Wir kommen am Donnerstag um exakt 13:49 Uhr an, suchen uns einen Platz und bauen erst einmal unser Zelt auf – bevor der nächste Regenguss herunter prasselt. Danach genehmigen wir uns mit Blick auf die Main- und Pain-Stage ein kühles Bier. Die niederländischen  Delain auf der Pain-Stage bekommen wir so immerhin am Rande mit.

Dieses Jahr kommt es mir so vor, als gäbe es mehr Ordner als in den Jahren zuvor, zumindest auf dem Weg zum VIP-Camping. Auch werden die Dixieklos auf dem (VIP-)Camping bewacht – der vermeintliche Lokus- Bewacher ist unser aller Ansprechpartner in der Not.

Mors Principium Est ist die erste Band, die wir uns bewusst und aus nächster Nähe anhören. Die Finnen überraschen uns, klingen abwechslungsreich und bestechen durch ihren Melodic Death Metal. Verdientermaßen unterstützt das (spärliche) Publikum vor der T-Stage die Truppe und macht richtig Stimmung.

Mors Principium Est (FIN)






Anschließend will ich unbedingt ein paar Songs der deutschen Caliban auf der Pain-Stage hören, bevor wir uns stärken und neues Bier besorgen. Gewohnt energiegeladen macht die Essener Metalcoretruppe mächtig Stimmung.

Weiter geht’s mit Bier – und Norwegern. Gothminister reißen die Zuhörer vor der T-Stage richtig mit – und lassen kein Klischee aus. So kämpft der Sänger mit einem Zombie oder trägt ein Werwolfkind über die Bühne. Mir gefällt die  Musik (langweiliger Gothic Metal) nicht wirklich, auch die auf der Bühne aufgestellte Kanzel, von der aus der Fronter Bjørn Alexander Brems immer wieder »predigt«, finde ich leicht übertrieben.

Gothminister (N)





Leider verpassen wir Arch Enemy um die neue Sängerin Alissa White-Gluz (Ex-The Agonist), da sich ihr Auftritt mit Gothminister überschneidet und der Weg vom Zelt zur Main- beziehungsweise Pain-Stage dermaßen lang ist sowie der VIP-Ausgang ungeschickt verlegt wurde. Apropos Änderungen: Es gibt jetzt zwei Einlässe, das Zelt steht an anderer Stelle und auch die gesamte Merchandise-Zone wurde umgestaltet. Zudem gibt es nun zwei Zugänge zum Bereich der beiden Hauptbühnen. Obwohl das Gelände größer ist, kommt es mir so vor, als sei es viel voller als in den Jahren zuvor.

Als sich die nach Arch Enemy übriggebliebene Menge etwas verteilt hat, gehen wir Richtung Pain-Stage um Equilibrium zu sehen. Die deutschen Pagan/Epic-Metaller spielen sich durch ihre vier Studioalben und bieten so älteren wie neueren Fans etwas für die Ohren. Mir persönlich gefallen Ihre ersten beiden Werke am besten, daher freut es mich, als die Meute zu »Blut im Auge« anfängt zu toben.

Wie jedes Jahr auf dem Summerbreeze, egal ob die Sonne tagsüber erbarmungslos runterknallt oder es durchgehend regnet und wolkenverhangen ist, wird es gegen Abend bitterkalt. Die Nässe tut ihr Übriges. Also ab ins Zelt und umziehen. Rechtzeitig zu Supercharger auf der Camel-Stage sind wir wieder zurück auf dem Gelände. Die dänische Formation gibt feinsten Rock’n‘Roll zum Besten –und Publikum sowie Band haben sichtlich Spaß an der Sache.

Supercharger (DK)


Zu den anschließenden Secrets Of The Moon aus Deutschland im Zelt fällt mir nur ein Wort ein: düster. Als nächstes hören wir noch einfallslosen, monoton-langweiligen Black-Metal auf der Camel-Stage von den Niederländern Winter Of Sin. Auch die Grenzgänger-Kapelle Twilight Of The Gods mit Mitgliedern aus Norwegen, Schweden, Irland und England  kann nicht überzeugen, sie ist einfach nur schaurig und schlecht.

Nichts wie weg hier und ab zur Main-Stage, wo Children Of Bodom zum x-ten Mal auf dem Summerbreeze zu hören und sehen sind. Hier weiß man wenigstens was man hat. Das Gelände ist genagelt  voll, die Musik mitreißend. Erfreulicherweise spielen die Bodomkinder  viele ältere Songs, beispielsweise vom »HATECREW DEATHROLL«-Album, was den Zuschauern sichtlich Spaß macht. Da es wie immer arschkalt ist, gehen wir nach dem halben Set ans Zelt, nehmen einen Mitternachtsimbiss und hören Testament von dort.

Fazit: Für meinen Geschmack war der Donnerstag ziemlich langweilig – der Freitag kann nur besser werden.

Secrets Of The Moon (D)

Text: Johnic / Fotos © natte, Titelfoto © johnic

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