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Foto nordische Landschaft

17. September 2014

Gefühle fingerdick auftragen mit NEØV

Mit Klein-Klein wollen sich die Herren Anssi und Samuli Neuvonen erst gar nicht aufhalten: Schwärmerische Gefühle, ekstatische Synthies und ausufernde Gitarren-Mäandereien durch das Dickicht der Emotionen. Plus, nicht zu vergessen, die Trompete von Antti Hevosmaa, die so fein mit dem sanften Gesang der Gebrüder Neuvonnen zusammengeht NEØV tragen dick auf. Entfleuchen in Gegenwelten voller hehrer, hochartifizieller Gefühle. Aber da das Debütalbum »ORANGE MORNING« beim rocklastigen finnischen Label Fullsteam herausgekommen ist, dürfen die Gitarren mitunter auch mal lärmen und die langen Haare fliegen. Die Band aus dem mittelfinnischen Seengebiet mag auf Fotos zwar noch reichlich milchbubihaft wirken, ist aber schon eine ganze Weile aktiv. Die Vorgängerband Neufvoin wurde irgendwann einmal sanft zur Ruhe gelegt.

NEØV mögen zwar zu einem Übermaß der Gefühle neigen und mitunter leicht pathetisch wirken (dabei sind die Tage des Stadionpop doch wirklich vorbei, wie die harsche Abstrafung des neuen U2-Albums durch die zwangsbeglückten itunes-Nutzer beweist!), aber hey! ein wenig Übertreibung hat an trüben Tagen doch schon manchen Grantler aufgeheitert. Am besten gefallen aber die ruhigeren Töne der Finnen wie das schön nachdenkliche und romantisch raunende »Morning Fire«. Mit Glockenspielbegleitung lassen sich Gefühlswirren doch bestens goutieren, mit Trompetenklängen sowieso! Und an diesem Wochenende können sich die Besucher des Reeperbahn Festivals von den Live-Qualitäten der Jungspunde überzeugen. Und dabei vielleicht sogar die Polarbloggerin treffen!