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Foto nordische Landschaft

19. Februar 2015

Die Möglichkeit der Zärtlichkeit: Lymland

Es ist ein feiner Grat, auf dem Lymland balancieren. Schwebende Nachdenklichkeit und bittersüße Melancholie. Die an keiner Stelle in wirkliche Traurigkeit kippt. Aber die Seele schmerzt so schön zu diesen ruhigen, minimalistischen Instrumentalstücken, die tatsächlich keiner Worte bedürfen. Aktuell stapeln sich jede Menge neue Alben zum Besprechen um meine Musikanlage. Aber »RYMDAR«, das zweite Album von Sonja Perander und Jerker Kaj, ist die Scheibe, die am besten zu grauen Februartagen passt, um sie mit einer blassen Sonne zu erfüllen. Allein der wunderbare Track »Isbrytaren & Finländaren«, wenn diese emotionale Trompete einsetzt und ein flackerndes Feuerchen im Herzen entzündet! Das Album konnte natürlich nirgendwo anders als beim Malmöer Label A Tenderversion Recording erscheinen, das auch solch wunderbare Musiker wie Solander oder Mire Kay zu seinen Künstlern zählt.

Lymland erschaffen hier feine kleine Klanglandschaften. So könnte es nachts im Spielzeugmuseum klingen, wenn alle lästigen Besucher nach Hause gegangen sind und die Spieluhren und Kullerbälle endlich das tun können, was sie wollen: Sachte ein Schrittchen vor das andere setzen und mitunter einen flotten Hüpfer einfügen. Glockenspiel, Piano, Cello und Klarinette wagen die sanfte Revolution. Inspirieren lässt man sich übrigens vom eigenwilligen Traumtänzer-Kino des schwedischen Regisseurs Roy Andersson.

Zehn Tracks. Die verschiedene Stimmungen ausleuchten und dabei alle Möglichkeiten offenlassen. Aber immer die Möglichkeit der Zärtlichkeit offenlassen. Hach!

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