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Foto nordische Landschaft

28. März 2015

Im eleganten Zwielicht mit Death And Vanilla

Manche Kinderbücher hinterlassen bleibenden Eindruck: Dazu gehört unbedingt Maurice Sendaks Klassiker »WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN«. Das junge Malmöer Trio Death And Vanilla jedenfalls hat sein Debütalbum »TO WHERE THE WILD THINGS ARE« genannt und kreist elegant und geheimnisvoll um die Zeit nach dem offiziellen Schlafengehen, wenn die Dinge in der Dunkelheit plötzlich eine ganz neue Form annehmen können. Wenn die Nachttischlampe aus ist, kriechen die interessantesten Schatten aus den Ecken! Und nehmen uns vielleicht mit auf die interessantesten Reisen zwischen Tag und Traum! Genauso verhält es sich mit den Dreien aus der südschwedischen Hafenstadt, die einen schwebenden, angenehm verhuschten Dreampop pflegen, der schlafwandlerisch durch Schattenwelten gleitet. Ein Windhauch Psychedelik hilft hier dabei, dass wir auf angenehme Weise den Boden unter den Füßen verlieren. Und darüber schwebt die engelhaft zarte Stimme von Marleen Nilsson, die von ferne an Mazzy Star erinnert. Im sehr feinen Track »California Owls« halten Spielzeugsounds, 60ies-Pop-Ästhetik und schwarze Twin-Peaks-Romantik ganz einträchtig Händchen. Wenn hier zum Schluss die Vöglein zwitschern, so sind diese unbedingt rabenschwarz. Und die nicht enden wollende Melodie lockt: Komm doch mit, komm doch mit ins Unterholz, wo die festen Wege enden und phantastische Dinge passieren können! Death And Vanilla spielen den Soundtrack für Roadmovies, die im urbanen Zwielicht oder unter dichten Nadelwäldern spielen, wo vom hellen Himmel nur noch eine Andeutung übrigbleibt. »TO WHERE THE WILD THINGS ARE« kommt im Mai heraus und könnte bei den Alben des Jahres 2015 durchaus eine Rolle spielen!

Death And Vanilla – 'California Owls' from fire records on Vimeo.