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Foto nordische Landschaft

09. Juli 2015

The Last Hurrah!! tragen das Gewicht des Mondes

Vollmond war ziemlich genau vor einer Woche, aber mit The Last Hurrah!! lässt sich der Himmelskörper auch in Sichelform anheulen. Bei dem norwegisch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekt verschmelzen scheinbare Gegensätze aufs Schönste: Das verregnete Bergen trifft auf die südkalifornische Sonne. Jung trifft alt: Der Szene-Veteran HP Gundersen arbeitete hier im scheinbar blinden Einverständnis mit der jungen Sängerin Maesa Pullman zusammen, deren Stimme es hier vor allem zu entdecken gibt. Gemeinsam pflegt man klassische Americana-Klänge, die mit schnödem Singer-Songwriter-Geklampfe nichts zu tun hat. Die Tracks des Albums »MUDFLOWER« sind fein arrangierte Sahnestücke, die fern an den großen Filmschlager der 60er Jahre erinnern, ohne dabei retroselig zu wirken. Lässt Hollywood auch deshalb grüßen, weil es der jungen Sängerin aus familiären Gründen vertraut ist? Maesa Pullman ist die Tochter von Bill Pullman, der in verschiedenen Blockbustern mitspielte. Diese Tatsache mag sie nicht an die große Glocke hängen, was sie bei dieser Stimme auch nicht nötig hat. Lieber schwebt sie mit dem romantischen »Is It Me?« zu sanften Banjoklängen ins Wunderland. Eine leise Melancholie huscht durch diese Klänge: Eine Ahnung, dass es nicht bei diesem Zustand des schwerelosen Glücks bleiben wird.

Wo sich Gundersen und Pullman kennengelernt haben, ist nicht überliefert. Was aber feststeht: Gundersen, der die Bergener Szene seit über zwei Dekaden prägt und über 60 Alben produzierte, hat ein feines Händcen für Newcomer: So hat er das Debütalbum von Sondre Lerche herausgebracht und Madrugadas Hit »Lift Me« noch dazu. Zu den illustren Gastmusikern, die bei The Last Hurrah!! mitmischen, gehören Marty Rifkin (Springsteen, Petty, etc) an der Pedal-Steel-Gitarre, und John Thomas (Captain Beefheart) an der Hammndorgel. Und Maesa Pullmanns Kusine Rosa Pullman, die übrigens auch ganz famos singen kann. Die Last des Mondes im von üppigen Streichern umschmeichelten »The Weight Of The Moon« aber trägt Maesa souverän auf den schmalen Schultern.

09. Juli 2015

Hel(l) aktuell XX: Tuska 2015, Sonntag: Bombastisches Finale


Nach Freitag und Samstag habe ich zum ersten Mal keine Todesängste auf der Busfahrt ausgestanden; ein Wunder, sonst rasen hier alle Busfahrer wie verrückt. Zwei Wegbiere müssen heute reichen, um uns auf das Tuska einzustimmen. Von Warmen sehen und hören wir nur noch die letzten beiden Songs. Zum finalen Stück gibt der COB-Sänger Alexi Laiho seine Stimme zum Schlechtesten. So schlecht haben wir ihn noch nie singen hören … aber gut, der Menge vor der Inferno Stage gefällt das Schauspiel.

Anschließend trumpfen Mokoma auf der Radio Rock Stage auf. Mächtig Druck vom Schlagzeug und kreischende Gitarren, die alten Thrasher geben alles. Eine riesige Meute findet sich vor der Bühne ein, in ihrer Mitte der Circle-Pit. Leider ist ihr Auftritt viel zu schnell vorbei.

Mokoma (FIN)


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