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Foto nordische Landschaft

23. August 2015

Summer Breeze 2015, Samstag: Summer Piss

Heute werden wir nicht um sechs Uhr von unseren überaus nervigen Nachbarn geweckt, sondern gnädigerweise erst kurz nach sieben. Anscheinend zeigen drei Tage feiern Wirkung.

Nach Kaffee und Frühstück (Brezel) gibt’s Serum 114 auf der Main Stage zu bestaunen. Na ja, zu staunen gibt es eigentlich nicht viel. Beim dritten Song surft der Sänger samt Gitarre auf den Händen des Publikums. Die Musik ist unspannend und nicht unsere. Zurück ans Zelt. Majesty können wir von unserem Platz aus hören. Es ist, als stünde man direkt vor der Bühne. Unfassbar, dass wir sie aus so weiter Entfernung immer noch perfekt mitanhören müssen.

Danach erleben drei Viertel von uns Old School Thrash vom Feinsten: Suicidal Angels aus Griechenland spielen. Nicht gerade innovativ aber immerhin ein volles Brett.

Suicidal Angels (GR)





Bis zu den (Melodic) Deathern Kataklysm halte ich mich bei Freunden auf und hebe meinen Blutalkoholspiegel gehörig an. Hammergeil die Truppe. Beim dritten Song unterziehen die Kanadier die Security einem Härtetest: Auf die Bitte des Fronters nach so vielen Crowdsurfern wie möglich, folgen Taten.

Die armen Jungs von der Security taten uns schon etwas Leid – aber nur etwas. Im Vorbeilaufen an der Camel Stage drängeln sich Dust Bolt aus Landsberg am Lech in unsere Ohren. Energiegeladen und mächtig Power. Diese Thrash-Jungs zeigen wie es geht.

Kataklysm (CAN)






Weiter geht’s mit Knorkator auf der Pain Stage. Gewohnt lässig, sehr kritisch und streng und natürlich mit sehr schrillen Kostümen. Unglaublich wie diese Band die Massen euphorisiert. Immer ein Spaß dabei zu sein. Paradise Lost hören wir nur mit halber Aufmerksamkeit. Irgendwie langweilig. Darum ab ans Zelt und Bier öffnen. Cannibal Corpse und Hatebreed tun wir uns nicht an. (AdR: Bier öffnen …)

Erst zu Dark Tranquillity finden wir uns wieder vor der Pain Stage ein. Als sie das letzte Mal auf dem Summerbreeze spielten, war auch so wenig los. Mag die keiner? Für mich sind sie ein der genialsten Bands überhaupt. Mikael Stanne liebt das Publikum und das Publikum ihn. Er ist die geborene Rampensau. Haare schütteln ist angesagt. Zwischendurch dürfen auch Frauen aus der ersten Reihe singen und werden dafür ausgiebig umarmt. Leider ist ihr Auftritt viel zu schnell vorbei.

Knorkator (D)











Es folgen Nightwish mit Sängerin Nummer drei. Kann und wird das gut gehen? Wir sind sehr gespannt auf ihren Auftritt. Und … der haut uns nicht gerade um. Gehe zwischendurch mal was essen. Habe schon wesentlich bessere Shows von ihnen gesehen.

Danach das krasse Gegenteil zum Bombast Metal à la Nightwish: Venom als letzter Act auf der Pain Stage. Hartes Geknüppel, man könnte fast meinen, der Schlagzeuger kippt bald von seinem Sitz. Aber sie sind so pur und so rumplig, dass es eine wahre Freude ist den alten Herren aus England zuzuhören und -zuschauen. Nach Venom ist der Tag für uns gelaufen, es spielt keine uns interessierende Band mehr. … außerdem beginnt es schon wieder zu regnen.

Diese Stimmung steht sinnbildlich für die gesamten drei Tage. Wir hatten uns bei diesem eigentlich genialen LineUup mehr erwartet. Leider reißen nur wenige Bands wirklich mit. Auch der Sound ist oftmals grottenschlecht, so dass man den Sänger/die Sängerin kaum wahrnimmt. Obendrein sind noch mehr Menschen als im vergangenen Jahr da gewesen, und wir fanden die letztjährige Menge schon grenzwertig. Immerhin war nicht alles schlecht, wir hatten auch Spaß in diesen drei Tagen, nur vielleicht etwas zu viel erwartet.

Text Johnic, Fotos © natte

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Die letzten 5 Beiträge von Nathalie Martin

3 Kommentare

1. BaerchenBruellen.de schrieb am 25. August 2015 um 12:51

Kann deine Meinung bezüglich Dark Tranquillity nur unterstreichen. Ich habe sie mir dieses Jahr leider zum 1. Mal erst angesehen, davor konnten mich die Probesongs die ich mir angehört habe nie überzeugen, Rückblickend unvorstellbar O_o
Dieser Auftritt war mein absolutes Highlight – trotz der zu geringen Lautstärke des Sängers! Die Songauswahl war genial, das Publikum hat Spaß gemacht und die Band hat sich extrem viel Mühe gegeben und kam super sympathisch rüber (dürften sich gern mal in den VIP Bereich verirren nach dem Auftritt *lach*).

Knorkator und Kataklysm fand ich auch geile Auftritte, jedoch fand ich jeweils die Anzahl der Crowdsurfer absolut nicht mehr feierlich, damit nimmt man den Zuschauern teilweise echt den Genuss am Auftritt der Band :(

Den Auftritt von Nightwish fand ich auch extrem enttäuschend, sie haben einfach mMn viel zu viel Neues gespielt, war wohl mein erstes und letztes Mal Nigthwish – schade!

Einzig eurem Fazit zur Menschenmenge kann ich nicht zustimmen. Zwar hat es bei vielen Auftritten nach extrem vielen Menschen ausgesehen, doch war zumindest nach meinem Empfinden das Gedränge vor der Bühne in den ersten Reihen DEUTLICH geringer als im Vorjahr!

Gruß,
Chris

2. Nathalie Martin schrieb am 27. August 2015 um 19:58

Coole Bilder von Carach Angren übrigens. Wir haben so lange nicht durch gehalten. Schon das zweite Mal, dass die Band zu so einer undankbaren Uhrzeit spielen (musste).
PS: Menschenmenge – wir meinten insgesamt. Das Gedränge in den ersten Reihen hängt auch von der jeweiligen Band ab.

3. BaerchenBruellen.de schrieb am 27. August 2015 um 20:32

Danke :) Wir habens irgendwie geschafft und waren sogar so sehr mit irgendwas beschäftigt, dass wir den Anfang vom Konzert verpasst hatten -.-

Ja gut, generell waren gefühlt viele Menschen da, an dem Merch Stand und beim Herumlaufen und auf den 1. Blick auch bei den meisten Bands.
Aber ich hatte bei: Kataklysm, Apokalyptische Reiter, Knorkator, Dark Tranquillity, Eisregen, Carach Angren, Steve ‘n’ the S. kein Gedränge und konnte ohne das wir uns durchquetschen mussten relativ leicht nach vorne laufen.

Das Gefühl, dass es etwas voll war hatte ich nur bei Alestorm (von den Bands die ich angesehen habe) und selbst da blieb das ständige Drücken von allen Seite aus, dass ich die Breeze davor immer hatte…

Aber klar, je nach Band kann das natürlich stark variieren, bzw. nach Position von der man versucht nach Vorne zu kommen.

Ich bin gespannt wie es nächstes Jahr wird und hoffe inständig, dass sie nur noch das Areal erweitern um für die normalen Camper etwas mehr Platz zu schaffen und die Besucherzahl so lassen wie sie ist…

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