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Foto nordische Landschaft

06. Januar 2016

So wundervoll traurig: Antler

Was ist nur im Moment in Norwegen los? Die interessantesten neuen Töne kommen aus dem Fjordland. Das fällt nicht nur bei der Vorbereitung auf das Eurosonic Festival in Groningen statt, das genau in einer Woche startet, wo ich bei den norwegischen Künstlern besonders häufig ein Kreuzchen mit “unbedingt sehen” gemacht habe. Stöbern in Festivalprogrammen ist sowieso eine große Inspirationsquelle. Denn beim digitalen Flanieren durch das Programm von Trondheim Calling, das Anfang Februar in der nördlichen Metropole stattfindet, bin ich über das neue Elektronikpoptrio Antler aus Oslo gestolpert. Und länger hängegeblieben! Allein die himmlisch fragile Stimme von Sängerin Natali Abrahamsen Garner ist ein Grund, Tracks wie die das traumtänzerische “Quiver” lange auf Repeat zu stellen. Die irische Bloggerkollegin DervSwerve fragt sich verwundert, wie das bloß kommt: Dass norwegische Chanteusen die klarsten Stimmen der Welt haben? Ich kann nur die Frage anschließen: Und die zärtlichsten Stimmen dazu? Antler liefern jedenfalls den perfekten Soundtrack für die dunkellblaue Zeit zwischen Tag und Traum. Und sind dabei von einer wundervollen Grenzwert-Traurigkeit. Das ist Synthie-Chanson-Romantik fern allen Kitsches! Antler werkeln derzeit an ihrem Debütalbum, da voraussichtlich im Frühjahr herauskommen soll. Unbedingt im Auge zu behalten!

Foto: Marius Svaleng Andresen