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Foto nordische Landschaft

13. Juni 2016

Sowjetschlager und 60ies-Pop: Kuparilinna

Ach, was waren das noch für Zeiten, als beim Eurovioson Song Contest alle Beiträge in der Landessprache gesungen werden mussten. Bunte Zeiten, unbedingt! Denn das Finnische eignet sich hervorragend als Sprache der Popmusik mit seinen vielen hüpfenden Vokalen. Allerliebst klingen die finnischen Retro-Sounds der putzmunteren Finnen von Kuparilinna. Die schelmischen Fünf aus Helsiniki schlagen auf ihrem sehr selbstironischen Debütalbum eine schaumige Mélange aus luftigem Blumenkinder-60ies Pop und gefühligem Sowjetschlager im 70er-Style an. Hier scheint die Sonne selbst bei den mitunter kühlen nordischen Sommertemperaturen. Scheinbar naiv und sympathisch großäugig präsentieren sich die Fünf um Sängerin Liila. Und bieten federleichte, sehr tanzbare Klänge, die eine perfekte Balance zwischen Retro-Kitsch und poppigem Übermut finden. Das ist ebenso eigenwillig wie charmarmt und auf eine unterkühlte Weise frech. Die Wurlitzer-Orgel spielt dazu gefühlig auf. Und weil wir hier in Finnland sind, schimmert eine ganz kleine Träne im Knopfloch. So stelle ich mir die Kleinen Strolche vor, wenn sie erwachsen sind! Dem Debütalbum kann man zur Gänze auf Bandcamp lauschen. Ein sicheres Gegenmittel gegen all die Sturzbäche an Juni-Regen, die so allmählich aufs Gemüt drücken. Die feine Single »Aurinko« (Sonne!) feiert mit flotten Trompetenklängen die kleinen Freuden des Lebens und kommt im allerliebsten Schlunzer-Stil daher. Hebt die Laune sehr subito!