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Foto nordische Landschaft

11. September 2016

Schöner übertreiben mit Slaughter Beach

Ziemlich dick auftragen und dabei alle Register ziehen? Falsett-Vocals zelebieren? In überlebensgroßen Gefühlen schwelgen? Der Peinlichkeitsfaktor ist sehr hoch bei einer solchen Unternehmung. Aber wenn eine Band es sich traut, heldenhaft die Klippen des Kitsches zu umsegeln und schließlich triumphal die Gewässer des gehobenen Barockpop erreicht: Dann gehen meine Ohren ganz weit auf! Vorhang also auf für das dänische Trio Slaughter Beach, das die hehren Werte des überkandidelten Synthie-Pop hochhält und uns die buntesten Sterne vom Himmel holt. Verträumt sind diese kirmesbunten Töne, aber im Hollywoodmusical-Stil. Die drei Jungspunde aus Odense machen sich offenbar auf, das Erbe der unvergessenen Landsleute Treefight For Sunlight anzutreten, um die es bedauerlicherweise etwas ruhig geworden ist. Wer das gehobene Melodrama in satten Pastellfarben liebt, wird sich von Slaughter Beach willig ins Land hinter den Discospiegeln entführen lassen. Zu ihrem Bandnamen sind Dänen übrigens ebenso wie die Kollegen der Bay City Rollers gekommen: Beim Studieren von Landkarten! Einen alten Bekannten finden wir bei Slaughter Beach übrigens: Hasse Mydtskov hat bei den von mir ebenfalls sehr geschätzten Indierocksters The Kissaway Trail mitgemischt. Die Drei werkeln aktuell an ihrer zweiten EP. Die sehr feine Synthiehymne »Sher Khan« entführt gekonnt in exotisch-plüschige Lande. Fast wünschte man sich, sie würden noch einen Kinderchor zu diesen luxuriösen und dekadenten Tönen hinzufügen!

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