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Foto nordische Landschaft

14. Dezember 2016

Achtung, Ólafur Arnalds: Hier kommt Magnús Jóhann!

Auf der Bühne verschwindet Mágnus Jóhann fast hinter seinen Klavier- und Synthesizerburgen. Trutzige Klänge hat der knapp 20jährige Isländer nicht zu bieten, sondern lichte, luftige, gerne auch mal experimentelle Klänge aus den Grenzlanden zwischen neo-klassischen Klavierwelten, Filmmusik, Minimalismus und samtpfötigen Elektronica. An Selbstbewusstsein mangelt es der Nachwuchskraft aus Reykjavík nicht: Pianist und Komponist, gibt der Musikstudent auf seiner Facebook-Seite als Beschäftigung an. Muss sich Ólafur Arnalds jetzt Sorgen machen, dass ihm hier Konkurrenz im eigenen Land heranwächst? Ein wenig schon!

Denn Magnús Jóhann sieht zwar aus wie ein noch nicht ganz ausgewachsener Nerd mit strähnigem Langhaar, hat aber schon reichlich Erfahrung in verschiedenen isländischen Bands gesammelt und kürzlich beim renommierten nationalen Nachwuchswettbewerb Músíktilraunir einen respektablen dritten Platz erobert. Der Jungspund hat nun sein Soloprojekt gestartet, nachdem er als Komponist (jawohl!) die Musik zu mehreren Kurzfilmen beigesteuert hat. Kürzlich hat er nun sein Debütalbum »PRONTO« vorgelegt, in das man zur Gänze auf Bandcamp hereinhören kann. Das Titelstück ist ein tastendes Stückchen Pianomeditation jenseits jeden Kitsches. Hier kommt die Welt sachte staunend zum Stillstand. Und zieht das Geheimnisvolle in den Alltag ein. Dezente elektronische Unterströmungen verbreiten angenehme Unruhe. Magnús Jóhann improvisiert gerne. Zeigt fast jazzige Einflüsse. Diese rauchblauen Töne sind wunderbar unberechenbar!

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