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Foto nordische Landschaft

26. Juni 2017

Wir nehmen das Schlauchboot mit den Pole Siblings

Wir nehmen das Schlauchboot und lassen uns gemächlich den Fluss heruntertreiben. Mit den Pole Siblings geht das ganz entspannt! Das Geschwister-Duo aus Finnland mit derzeitigem Wohnsitz in Schweden hat in diesen Tagen seine Debüt-EP »IT MIGHT GROW« vorgelegt und liefert damit den perfekten Soundtrack für schwerelose Ferienwochen. Das ist Pastellpop mit folkigen Untertönen, der erfreulicherweise ohne jede Süßlichkeit auskommt. Sofia & Johan Stolpe schwelgen in sanften Harmoniegesängen. Durchaus möglich, dass man die Stimmen der beiden kaum auseinanderhalten kann! Ums Träumen geht es hier. Und um kleine und große Sehnsüchte. Eine leise Melancholie flirrt durch diese vier angenehm zurückhaltendem Songs. Der schönste Track ist vielleicht das verspielte »Nog Va He Bra«, das mit einer Besonderheit aufwartet: Die Geschwister Stolpe singen hier in einem finnisch-schwedischen Dialekt, der zart exotisch klingt. Darauf hat die Welt gewartet! Wer nach Referenzbands sucht, wird bei Vasas Flora Och Fauna fündig. Via Bandcamp kann ausführlich in die Debüt-EP hereinhören!

Foto: Fredrik Diffner

01. Juni 2017

Aéropop mit Alexander von Mehren

Wenn der norwegische Troubadour Sondre Lerche Anfang Juni sein einziges Deutschlandkonzert in Berlin spielt, dann hat er einen jungen Landsmann als Vorband dabei: Alexander von Mehren. Bei der Nachwuchskraft aus Bergen könnte man glatt auf die Idee kommen, dass er sich vom Montmartre an den Fjord verirrt hat: Denn der Pianist, Sänger und Produzent singt hier in lupenreinem Französisch Sein Debütalbum trägt den schönen Namen »AÉROPOP« und kommt genauso luftig daher. Herr von Mehren outet sich hier als Verehrer des klassischen Francopop mit schmachtenden Streicherklängen, aber er ist klug genug, nicht zu dick aufzutragen. Und ist ein kleiner Schelm dazu: Im 60ies-affinen Eröffnungstrack »Chanson De Douche« geht es offenbar um ein Alltagsritual, aber auf smarte und frühlingshafte Weise so!. Und vam Mehren tollt dazugehörigen Video auf Wiesen, im Wald und im Wohnzimmer herum. Umgeben von lauter Nippes. Das muss man sich auch erst mal trauen! Englisch singen kann der Mann natürlich auch, wenn er sich lächelnd auf die Spuren der Beatles begibt, und seinen Spieltrieb auf fast schon klassische Weise auslebt. Dass das Album »AÉROPOP« in den legendären Abbey Road Studios in London entstanden ist, muss uns nicht wirklich überraschen! Die Gastmusikerliste kann sich auch sehen lassen: Mitglieder von Tortoise, The High Llamas und Modular. Der sehr feine Song »Winter Comes« passt zwar überhaupt nicht zur Jahreszeit, aber da wir noch im kalendarischen Frühling sind, garantierte ich, dass zu diesem perfekt arrangierten Track Krokusse in allen Farben sprießen! Diese Sounds streicheln die Seele bei Kälte und Hitze!