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Foto nordische Landschaft

25. Juli 2017

Irgendwo zwischen den Stilen sitzt es sich bestens: Olli

Es war einmal ein junger Mann von knappen 16 Jahren mit dem schönen Namen Olli. Er lebte in Finnland und pfiff auf all das, was sich heutzutage Teenie-Coolness nennt. Was soll man auch finster gucken und möglichst wenig mit ach so verständnisvollen Erwachsenen kommunzieren, wenn es doch viel mehr Spaß macht, im Herzen ein Spielkind zu bleiben! Mit elektronischem Tüftelkram herumzuexperimentieren und einfach eine Nische zwischen Konsolenklängen, Synthiemucke, Do-It-Yourself-Ästhetik, Disco und Nerd-Weltschmerz zu besetzen. Die musikalische Bildungsreise des jungen Olli ist noch in vollem Gange, denn von seinen weirdpoppigen Anfängen hat sich die Nachwuchskraft inzwischen entfernt und ist auf den Dancefloor-Pfad eingeschwenkt, aber in seiner krausen, eigenwilligen Variante. Olli ist in jungen Jahren so abgeklärt, dass er noch nicht einmal eine Facebook-Seite besitzt (bei Herrn Zuckerberg sollten alle Alarmglocken schrillen!), sondern seine Tracks auf dem sinkenden Bötchen Soundcloud veröffentlicht. Wo seine Streams bereits die Millionengrenze überschritten haben. Wer mit Olli kommunizieren will, sollte es über die Gamer-App Discord versuchen. Whatsapp, wie altmodisch!

Jedenfalls: Bei mitleidlos strömendem Regen kann man mit Ollis Songs mit ihrem schrulligen Charme bestens lauschen und sich an seinen selbstbewusst ungelenken Vocals erfreuen. Das gesamte Werk des Jungmeisters kommt jetzt beim Qualitätslabel Soliti heraus. Die EP »BYE« hat er im Alter von 14 Jahren geschrieben und entführt uns hier souverän in schräge Wunderwelten, wo sich japanische Manga-Mädchen in finnischen Wäldern verlaufen und vielleicht nie mehr herausfinden. Aber auch das unbekümmerte »Happy That You Came«, das er erst vor 14 Tagen eingestellt hat, überzeugt mit beatlesken Zitaten, zuckersüßer Moritaten-Attitüde, bisschen Reggae und bliependen Tanzklang. Irgendwo zwischen den Stilen sitzt es sich bestens!