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Foto nordische Landschaft

28. August 2017

Summer Breeze 2017 – Donnerstag: Metalcore und Zickenterror

Ab Donnerstag werden dann zusätzlich zur T- und Camel-Stage auch die Hauptbühnen gerockt, genauer: die neue »Zwei-in-eins« alias »Summer Breeze-Stage« mit Drehscheibe. Nach einem ausgewogenen (Bier-)Frühstück statten wir dem »Battlefield« einen Besuch ab. Auf der Summer Breeze-Stage spielen The New Roses aus Wiesbaden als Ersatz für Xandria (D). Allzuviel ist noch nicht los an diesem Donnerstagmorgen. Wir hören uns ein paar Songs des lässigen (Hard) Rocks an und sind bester Laune, das Aufstehen hat sich gelohnt.

Anschließend stapfen wir eine Runde übers Gelände, um uns einen Überblick über die Änderungen im Vergelich zu den Vorjahren zu verschaffen. Vor der SB-Stage gibt es nun einen komplett abgetrennten Bereich mit dem Eingang rechts von der Bühne und dem Ausgang links. Trotz der vielen Durchsagen, die darauf hinweisen, haben die Ordner am Ausgang genug damit zu tun, den Leuten zu erklären, wo der Eingang ist. Im Laufe des Tages soll das noch schlimmer werden.

Da wir vor Obituary (USA) nichts mehr sehen wollen (wir haben die Wahl zwischen Metalcore, Metalcore und Metalcore) und die Sonne jetzt schon erbarmungslos brennt, gehen wir zurück ans Zelt zu den anderen. Zu fünft machen wir uns später auf den Weg zu den Death Metallern aus Florida. Recht statisch stehen sie auf der großen Bühne, nur Sänger John Tardy läuft hin und wieder umher. Zu verdenken ist ihnen das bei den Temperaturen nicht, zumal sie nicht mehr die Jüngsten sind. Die druckvolle Musik macht trotzdem Laune: sie ist so langsam, dass es fast schon schmerzt.

Viel zu schnell ist die Slowmotion-Darbietung inklusive der großen Hits »Internal Bleeding«, »Turned Inside Out« und »Chopped In Death« zu Ende. Wir füllen erst einmal unsere Batterien wieder auf, während August Burns Red (USA) auf der SB-Stage beginnen. Sie sind laut, wummernd und ziemlich langweilig. Ihre Songs klingen im meinen Ohren viel zu ähnlich, selbst unser bgeleitender Core-Liebhaber findet den Auftritt insgesamt nicht sehr prickelnd.

Eine bessere Vorstellung erhoffen wir uns von Life Of Agony (USA), nun mit Sängerin. Ich höre sie zum ersten Mal, der erste Eindruck gefällt mir: sehr abwechslungsreiche Musik. Leider ist ausgesprochen wenig los vor der großen Bühne. Das missfällt wohl auch Keith Mina Caputo, der die sich nicht ausreichend gewürdigt fühlt, Zitat: »Everbody’s sleepy, heh?«. Zwischen den Songs klaffen immer größere Lücken. Zudem verpasst er sie oft den Einsatz, wie schon im Opener »River Runs Red« oder in »This Time«. 20 Minuten vor dem offiziellen Ende ist dann Schluss: Caputo verlässt die Bühne und lässt Band wie Publikum verdutzt zurück.

Da Life Of Agony scheinbar fertig sind, schlendern wir fünf gemächlich zur T-Stage. Aufgrund der großen Feier am Mittwoch gibt es, wie bereits erwähnt, dieses Jahr kein Zelt. Auch die Händlermeile ist anders angelegt, mit geänderter Verkehrsführung des Publikums. Zum »Battlefield« vor der SB-Stage führen nun zwei Wege: die »Old Road« als Zugang und die »VIP-Road« als Ausgang. Die Laufrichtungen sind jedoch nur Vorschläge der Veranstalter, um ein zu großes Gedränge zu vermeiden.

Auf der T-Stage wird derweil gebolzt, was das Zeug hält. Die technischen Deather Suffocation (USA) heizen den Metalheads vor der Bühne mächtig ein. Allerdings geht der Gesang zeitweise unter, ist nicht zu verstehen.

Auf dem Weg zurück zur SB-Stage gibt es eine kleine Stärkung. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte bei diesem Wetter natürlich nicht vergessen werden. Kurze Zeit später erklingt der erste Song von Megadeth (USA): »Hangar 18« – leider muss dieser zur Hälfte ohne Gesang auskommen. Hat da der Tontechniker geschlafen?

Überzeugend sind Dave Mustaine und seine Mannen trotz der bald eliminierten Soundprobleme heute jedoch nicht, Stichwort: Textaussetzer. Schade um die schönen Songs, wie »Symphony Of Destruction«, »Peace Sells … But Who’s Buying?« oder »Holy War’s«. Von der Sonne verbrannt und ob des langen Tages leicht erschöpft laufen wir zum Zelt zurück.

Die schwedischen Headliner und Breeze-Publikumslieblinge Amon Amarth hören wir uns aus weiter Ferne an, haben wir sie doch bereits mehrere Male hier (und auf Tuska) gesehen. Allerdings ohne Doro, die Johan Hegg heute bei »A Dream That Cannot Be« gesanglich unterstützte.

Wardruna (N) spielen – natürlich! – nachts um ein Uhr. Vom Zeltplatz aus können wir den norwegischen Folkern zuhören, zum Vorlaufen reicht es nicht mehr, obwohl wir die Band sehr interessant finden. Ebenso (zu) spät spielen die Viking Metaller Ensiferum (FIN) auf der T-Stage.

Alle Bands am Donnerstag:
Firkin, The New Roses, Fit For An Autopsy, Erdling, While She Sleeps, Oceans Ate Alaska, Miss May I, Fight The Fight , Within The Ruins, Whitechapel, Carnation, Tesseract, Obituary, Black Inhale, August Burns Red, Long Distance Calling, Turbobier, Life Of Agony, Decapitated, Dawn Of Disease, Moonspell , Devin Townsend Project, Suffocation, Crushing Caspars, Megadeth, Nile, Fiddler’s Green, Cut Up, Amon Amarth, Spoil Engine, Architects, In Extremo, Revel In Flesh, Wardruna, Ensiferum, Firtan, Cryptopsy

Text Johnic, Fotos © natte

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