Home
Foto nordische Landschaft

29. August 2017

Summer Breeze 2017 – Freitag: Déjà-vu – ein Unwetter zieht heran

Memorian (UK) liegen gerade in ihren letzten Zügen, als wir auf dem Battlefield eintreffen. Wir sind zu früh dran für Battle Beast (FIN) und drehen auf der Suche nach CDs noch eine Runde durch die Händlermeile.

Vor der Summer Breeze-Stage einen Platz zu bekommen, fällt bei den Finnen recht schwer: Es ist erstaunlich viel los. Mit tanz- und bangbaren Rhythmen begeistert die Band um Fronterin Noora Louhimo das Publikum, das immer mehr fordert und sichtlich Spaß hat.

Die traditionellen Heavy Metaller begeistern ihre Fans mit Stücken wie »Familiar Hell«, »Touch In The Night« und natürlich »Black Ninja« – und diese danken es ihnen mit abfeiern und mehr oder minder textfestem Mitsingen.

Auf dem Weg in Richtung T-Stage nutzen wir die Möglichkeit erst einmal kurz aus der Sonne raus zu gehen – und entdecken fliegende Einhörner.

Im Schatten lässt es sich aushalten, nur müssen wir weiter. Angeblich spielen Mors Principium Est (FIN) Melodic Death Metal, wir fragen uns aber wo die Melodie sein soll. Hört sich an wie schnöder, einfallsloser Death Metal mit unrhythmischem Geknüppel am Schlagzeug. Schnell weg hier und auf zur SB-Stage.

Mehrmals schon habe ich Betontod (D) verpasst. Heute soll mir das nicht nochmal passieren. Punkrock zum mitgrölen und moshen, was ausgiebig genutzt wird. Musikalisch sind die Rheinberger für mich aber keine Offenbarung.

Da bald Sacred Reich auf der T-Stage spielen, wackeln wir dorthin, um unsere drei Gefährten zu treffen. Wir finden sie jedoch schon an der Camel-Stage bei Double Crush Syndrome (D). Die Jungs gehen wahnsinnig ab, haben mordsmäßig Spaß auf dem Summer Breeze. Einfach zuschauen und ihrem dreckigen Rock lauschen: »Die For Rock ‘n‘ Roll«.

Als die Mühlheimer zu Ende gerockt haben, ziehen wir weiter zu Sacred Reich (USA). Wer politisch kritische Texte (»Crimes Against Humanity«) sucht, ist bei den Amis aus Phoenix, Arizona, genau richtig. Auf dem Breeze reisen sie mit den Fans zurück in die Anfänge ihrer mehr als 30-jährigen Bandgeschichte, wie mit dem Titeltrack des 1987-Debüts »Ignorance« oder »Surf Nicaragua« der gleichnamigen EP (1988). Musikalisch top verpackt macht das Zuhören einfach nur megamäßig Spaß. Der allerdings wird von der Unwetterwarnung gedämpft. Man sieht die Gewitterfront bedrohlich heraufziehen.

Ob sich 2015 wiederholt? Damals musste das Gelände aufgrund einer Sturm- und Gewitterwarnung geräumt werden, und wir brachten uns im Auto in Sicherheit. Dieses Mal gehen wir von leichtem Regen begleitet zum Zelt. Unterm Pavillon bleiben anfangs sogar alle trocken – bis der Wind einsetzt. Unser Essen verwandelt sich zusehends in eine Suppe.

Irgendwann lässt Wind und Regen nach, wir ziehen uns trockene Kleider an und sitzen doch ins Auto. Denn das war noch nicht alles. Die Bühnenshow wird für rund 30 Minuten unterbrochen, der Platz vor der SB-Stage bis zum ersten Wellenbrecher geräumt. Children of Bodom (FIN) müssen warten. Wir verweilen im Auto und warten das Ende des Gewitters ab – untermalt von »Needled 24/7«, »Hate Me«, »Downfall«, »Hate Crew Deathroll« und mehr.

Zu Amorphis (FIN) gehe ich alleine. Die anderen vier bleiben lieber am Zelt. Der Weg besteht nur noch aus Morast, der Weg zur SB-Stage wird zur Rutschpartie. Für die Unwägbarkeiten entschädigen die Finnen um Tomi Joutsen mit einem genialen Auftritt. Leider fangen sie ca. 30 Minuten später an und spielen auch noch kürzer. Bei ihrem letzten Open Air Auftritt geben sie alles, spielen einen Hit nach dem anderen, bis zu »Into Hiding« und »House Of Sleep«.

Letzte Band für mich in dieser Nacht ist 1349 (N). Zwei Feuerspucker leiten die Show ein. Pünktlich zum ihrem Auftritt fängt es wieder an zu regnen. Unter diesen Umständen zu dieser Zeit zu spielen ist verdammt undankbar für die Norweger. Kaum jemand hat sich vor die T-Stage verirrt. Der erste Song muss zudem ohne Sänger auskommen: für die Zuschauer ist er nicht zu hören. Beim zweiten Song stimmt die Mischung und man kann sich dem düsteren Black Metal hingeben. Um den sechsten Song herum fühle ich mich nass und kalt genug, um ans Zelt zu gehen. Völlig durchnässt komme ich an.

Alle Bands am Freitag:
Cellar Darling, Aversions Crown, Revocation, Skeleton Pit, Memoriam, Fallujah, Battle Beast, Supernova Plasmajets, Mors Principium Est, Eluveitie,Sonata Arctica,Infected Rain, Gorguts, Betontod, Nachtgeschrei, Double Crush Syndrome, Epica, Sacred Reich, Humiliation, Crowbar, Nothgard, Hatebreed, Possessed, Spitfire, Children Of Bodom, Chelsea Grin, Darkness, Blacksmith & Kerker, Shiraz Lane, Insomnium, Kreator, Gloryful, Eisregen, Wintersun, The Lurking Fear, Amorphis, Belphegor, Waldgeflüster, 1349

Text Johnic, Fotos © natte

+++ Hier geht’s zum Mittwoch, Donnerstag und Samstag +++

… und hier zu 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010 und 2009.

Die letzten 5 Beiträge von Nathalie Martin

Noch keine Kommentare!

Schreibe einen Kommentar

Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

*
Bitte gib das Sicherheitswort auf dem Bild ein.
Anti-spam image