Home
Foto nordische Landschaft

04. Oktober 2017

Das traurigste Mädchen Schwedens: Sarah Klang auf dem Reeperbahn Festival 2017

Wenn man Sarah Klang lauscht, dann könnte man glatt auf die Idee kommen, dass sie das traurigste Mädchen Schwedens ist: So jung und schon so desillusioniert! Mit einer Stimme, die warm und lebenserfahren klingt. Und wenn man die Augen schließt und nur lauscht, dann könnte man meinen, dass die junge Frau aus Göteborg ihre prägenden Jahre in den USA verbracht hat. Dem ist aber mitnichten so. Zu ihrem Auftritt beim Reeperbahn Festival in der knallvollen Pooca Bar trägt Sarah Klang ein weißes Kleid. Größer könnte der Gegensatz zu ihren melancholischen, countryesken Balladen kaum sein! Die tiefe Traurigkeit des Blues schwingt hier ebenso mit wie die schwül-düstere Popmusik der 80er Jahre.

Um Bühnenpräsenz muss sich die Schwedin an diesem angenehm milden Abend nicht bemühen: Sie hat sie einfach. Einfühlsam unterstützt von ihrer Begleitband taucht Sarah Klang ab in düstere Gefühlswelten, die von zerbrochenen Beziehungen und schmerzhaften Abschieden künden. In innigen und doch opulenten Track “Strangers” geht es um eine gescheiterte Beziehung – und um die Belastung, dem Ex in der Kleinstadt fast täglich über den Weg laufen zu müssen. Unschön, das! Mit der privaten Sara hat dieser Seelenjammer allerdings nichts zu tun: Sie ist mit einem ihrer Bandmitglieder glücklich liiert, erzählt sie beim Konzert. Aktuelles Liebesglück und Herzschmerz in den Songs beißen sich also keineswegs! Von Sarah Klang dürften wir noch hören in den kommenden Monaten: Sie hat eben einen Plattenvertrag beim Hamburger Label Ferryhouse unterschrieben und bringt Anfang 2018 hierzulande ihr Debütalbum heraus.

(Foto: Linnéa Wilhelmsson)