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Foto nordische Landschaft

23. April 2019

Siesta in Stockholm mit den Bodega Sisters

Erzcool und tiefenrelaxt zugleich: Passt bestens! Die vielköpfige Stockholmer Indiepopband Bodega Sisters hat die Ruhe weg, kann aber trotzdem gehörig Fahrt aufnehmen. Beim Definieren des eigenen Stils beweisen die Schweden einige Kreativität, indem sie mit dem Wortungetüm »Post-Krautrockpopgaze« auftrumpfen. Da muss man erstmal draufkommen, aber dafür trifft es die Sache noch ziemlich genau. Die Bodega Sisters haben kürzlich beim kleinen, aber feinen Bristoler Indielabel Breakfast Records ihre Debüt-EP »SMALL WORSHIPS, OTHER NOISES« herausgebracht, das mit putzmunterer Neo-Hippieseligkeit punktet und frecherweise noch in Disco-Nostalgie schwelgt. Mit Informationen in eigener Sache halten sich die Fünf (oder Sechs?) auffällig zurück. Selbst den Namen des samststimmigen Dandys an den Vocals verraten die Bodega Sisters nicht. Und um die Sache noch geheimnisvoller zu machen, schwören sie tausend heilige Eide, dass sie niemals. niemals Näheres verraten werden. Interessante Strategie in Zeiten des permanenten Selbstmarketings auf allerlei Kanälen. Der Track »Our Disco« ist frühlingshaft-verspielt, aber erfreulicherweise nicht hochglanzpoliert. Die Bodega Sisters sind hier für ihre Verhältnisse ziemlich poppig, aber auf eine liebenswert schluffige Art. Klingt ein bisschen so, als würden sie bei offenen Fenstern durch die heimische Küche steppen und sich danach auf eine ausgedehnte Siesta aufs Sofa fallen lassen. Fein!