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Foto nordische Landschaft

30. August 2017

Summer Breeze 2017 – Samstag: Auf Händen getragen

Frühester Arbeitsbeginn des diesjährigen Summer Breeze. Die Veranstalter haben um elf Uhr zur jährlichen Pressekonferenz geladen – und hier sind ein paar Zahlen-Daten-Fakten rund ums Festival:

Dieses Jahr sind 40.000 Besucher anwesend. Aus den beiden Hauptbühnen wurde die Summer Breeze-Stage; sie besitzt die größte transportable Drehscheibe Europas auf einem Open-Air-Festival mit 20 Metern Durchmesser. 27 Kilometer Bauzaun wurden im Vorfeld aufgebaut.

Natürlich wird auch über das Unwetter von gestern gesprochen. Die gute Nachricht ist, dass es nicht so schlimm war wie befürchtet; niemand kam zu Schaden. Zwischendurch haben wir Mühe, die Antworten der Veranstalter zu verstehen: Auf der SB-Stage legen die Excrementory Grindfuckers dermaßen laut los, dass Veranstalter Achim Ostertag sanft grinsend ein »wen hab ich da gebucht?« entfährt.

Im Anschluss an die Pressekonferenz hätten wir uns mehr Zeit lassen sollen auf dem Weg zur SB-Stage. Primal Fear (D) liefern ein schauriges Gejaule ab, aber da müssen wir durch. Denn Delain (NL) spielen nach ihnen. Bei den Holländern sind ausgesprochen viele Männer anwesend. Muss wohl an den schönen Frauen auf der Bühne liegen – oder doch an der Musik? Frontfrau Charlotte Wessels versteht es jedenfalls das Publikum mitzureißen.

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29. August 2017

Summer Breeze 2017 – Freitag: Déjà-vu – ein Unwetter zieht heran

Memorian (UK) liegen gerade in ihren letzten Zügen, als wir auf dem Battlefield eintreffen. Wir sind zu früh dran für Battle Beast (FIN) und drehen auf der Suche nach CDs noch eine Runde durch die Händlermeile.

Vor der Summer Breeze-Stage einen Platz zu bekommen, fällt bei den Finnen recht schwer: Es ist erstaunlich viel los. Mit tanz- und bangbaren Rhythmen begeistert die Band um Fronterin Noora Louhimo das Publikum, das immer mehr fordert und sichtlich Spaß hat.

Die traditionellen Heavy Metaller begeistern ihre Fans mit Stücken wie »Familiar Hell«, »Touch In The Night« und natürlich »Black Ninja« – und diese danken es ihnen mit abfeiern und mehr oder minder textfestem Mitsingen.

Auf dem Weg in Richtung T-Stage nutzen wir die Möglichkeit erst einmal kurz aus der Sonne raus zu gehen – und entdecken fliegende Einhörner.

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28. August 2017

Summer Breeze 2017 – Donnerstag: Metalcore und Zickenterror

Ab Donnerstag werden dann zusätzlich zur T- und Camel-Stage auch die Hauptbühnen gerockt, genauer: die neue »Zwei-in-eins« alias »Summer Breeze-Stage« mit Drehscheibe. Nach einem ausgewogenen (Bier-)Frühstück statten wir dem »Battlefield« einen Besuch ab. Auf der Summer Breeze-Stage spielen The New Roses aus Wiesbaden als Ersatz für Xandria (D). Allzuviel ist noch nicht los an diesem Donnerstagmorgen. Wir hören uns ein paar Songs des lässigen (Hard) Rocks an und sind bester Laune, das Aufstehen hat sich gelohnt.

Anschließend stapfen wir eine Runde übers Gelände, um uns einen Überblick über die Änderungen im Vergelich zu den Vorjahren zu verschaffen. Vor der SB-Stage gibt es nun einen komplett abgetrennten Bereich mit dem Eingang rechts von der Bühne und dem Ausgang links. Trotz der vielen Durchsagen, die darauf hinweisen, haben die Ordner am Ausgang genug damit zu tun, den Leuten zu erklären, wo der Eingang ist. Im Laufe des Tages soll das noch schlimmer werden.

Da wir vor Obituary (USA) nichts mehr sehen wollen (wir haben die Wahl zwischen Metalcore, Metalcore und Metalcore) und die Sonne jetzt schon erbarmungslos brennt, gehen wir zurück ans Zelt zu den anderen. Zu fünft machen wir uns später auf den Weg zu den Death Metallern aus Florida. Recht statisch stehen sie auf der großen Bühne, nur Sänger John Tardy läuft hin und wieder umher. Zu verdenken ist ihnen das bei den Temperaturen nicht, zumal sie nicht mehr die Jüngsten sind. Die druckvolle Musik macht trotzdem Laune: sie ist so langsam, dass es fast schon schmerzt.

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28. August 2017

Summer Breeze 2017 – Mittwoch: Experiment 4.0

Nach einem Jahr Summer Breeze-Abstinenz wagen wir 2017 ein Experiment: In kurzfristiger Ermangelung eines eigenen Autos fahren wir am Mittwoch zusammen mit drei Freunden auf regulärem Weg nach Dinkelsbühl. Bis zur Fahrzeugkontrolle läuft es ohne größere Verzögerungen, der normale Anreisestau, kein Grund zur Sorge. Während die anderen samt Auto dahinkriechen, holen wir schon mal unsere Presse- und Fotopässe. Gemütlich laufen wir zum Auto zurück. Bei der Fahrzeugkontrolle angekommen, werden wir in eine der beiden äußersten Reihen gelotst (15:45 Uhr).

Anfangs sind wir noch guter Dinge, ab und an bewegt sich was. Irgendwann geht nichts mehr, langsam wird es anstrengend; bei mehr als 30° C  schleichen die Minuten dahin. Und über allem schwebt der Gestank der längsten Pissrinne Dinkelsbühls (=Absperrung), an der sich die Biertrinker erleichtern. Im Gegensatz zu unserer Reihe, geht in den zwei bis drei mittleren Reihen immer wieder was. Dass in den äußeren Reihen nichts vorwärts geht, ist kein Wunder: aus zehn oder mehr Reihen müssen zwei werden. Dabei will natürlich jeder der Erste sein.

Herrenlose, mitten im Weg abgestellte Autos erschweren das an sich logistisch schwierige Unterfangen; die Fahrer sind wie vom Erdboden verschluckt. Ordner, die den Verkehr regeln könnten, suchen die Wartenden vergebens. Langsam macht sich Unmut breit. Wenig später totaler Stillstand – für mehr als eine Stunde. Als wieder Bewegung in die Sache kommt, tauchen nach gut einer halben Stunde endlich die Fahrer der geparkten Autos wieder auf. Es geht weiter; zwar langsam, aber immerhin.

Wir reihen uns ein und fahren endlich Richtung Zeltplatz. Dort stehen dann zu unserer Überraschung auf 100 Metern mehr als vier Ordner. Beim Einweisen müssen wir gefühlt noch zehn Mal vor und zurückfahren, bis es dem Einweiser passt. Um 20 Uhr stellen wir den Motor ab. Fazit: Gute vier Stunden von »Black Earth« zum Zeltplatz.

Der Zeltaufbau muss dann ganz schnell gehen: die Einweiser lassen kaum Platz, d.h. es wird eng bei uns, und allen anderen. Nach ein paar klärenden Worten mit den Nachbarn weiß jeder, wo er sein Zelt aufbauen kann. Dann endlich ist es soweit: Zelte und Pavillon stehen (20:45 Uhr).

Auf der Pressekonferenz am Samstag werden wir den offiziellen Grund für die lange Warterei erfahren: Kompletten Beitrag lesen …

03. Juli 2017

Tuska 2017, Samstag: Ausverkauft – HIM sei Dank

Da ich sowohl Impaled Nazarene (FIN) als auch Mokoma (FIN) mehrfach live gesehen habe, beginnt der zweite Tuska-Tag für mich mit den wieder vereinigten Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus: Eine Band, die bereits auf dem allerersten Tuska anno 1998 (damals noch im Tavastia/Semifinal) spielte und deren Alben ich fast so lange höre.

Vor der RadioRock-Bühne ist es bereits unglaublich voll, kein Vergleich zum gestrigen Tag um diese Zeit. Ob das an Timo und Co liegt, oder an den heutigen Headlinern? Egal, soll es im Publikum von HIM-Devotionalien wimmeln, Rautiainen und seine Mannen rocken, als seien sie keinen Tag getrennt gewesen. Sie feiern mit ihren Fans alte Gassenhauer wie »Rajaton Rakkaus«, »Rajatila« und natürlich »Nyt on mies!«.

Vom düsten Rock/Metal geht’s weiter ins Zelt zu den jungen Thrashern Lost Society aus Jyväskylä. Diese Hochgeschwindigkeits- Jungspunde in nahezu pefekter 1980er-Optik machen mächtig Spaß – und mächtig Druck. Leider nur 45 Minuten lang, die mit Krachern von »Braindead« über »Kill (Those Who Oppose Me)« und »Rage Me Up« bis zu »Riot« wie im Flug vergehen. Wer Lost Society noch nie live gesehen hat, sollte das schleunigst ändern und zur Band um Front-Rampensau Samy Elbanna gnadenlos mitmoshen!

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