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Foto nordische Landschaft

23. Juli 2011

Hel(l) aktuell XI: Tuska 2011, Heißer Freitag

Tuskaaaaa!

Lange angekündigt, jetzt ist es passiert: Das Tuska Open Air ist vom Zentrum (Kaisaniemi) nach Osten (Kalasaatama) gezogen: »Helvetistä Itään«. Das Gelände hat Industriecharakter, hier regieren Beton und Asphalt, keine grünen Hänge mehr zum entspannten Abhängen – dafür gibt es jetzt eine Bühne mehr, also insgesamt vier.

Schatten ist Mangelware … und das bei höllischen Temperaturen. Oder um es mit den Worten von yahoo auszudrücken: »Wo ist eigentlich der Sommer? Der Sommer macht derzeit Urlaub. Helsinki – wohlgemerkt Finnland – schwitzt aktuell bei 31 Grad und reichlich Sonne nur so vor sich hin.«

Arch Enemy (S)

Tuska 2011 beginnt für mich am Freitag erst um 15 Uhr mit Arch Enemy, die hier mächtig schwitzen. Fronterin Angela Gossow: »Letztes Mal hab ich gesagt ‘kein Regen’ … jetzt wäre ich dankbar für etwas Nässe von oben!«

Und weiter: »Finland, the hottest country in metal!«, ‘bildlich gesprochen’, verdeutlicht die deutsche Sängerin, die es schafft trotz dieser frühen Spielzeit (warum eigentlich so früh?) die Fans in ihren Bann zu ziehen.

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17. Juli 2011

Ocean Sound – Aufnahmestudio im Paradies

Mannomann. Hat nicht jeder Musizierende schon mal davon geträumt, in so einem Studio aufnehmen zu können? Direkt am Meer, schon allein der Blick aus dem Aufnahmeraum beflügelt und lässt die Kreativität fließen.

Das Ocean Sound Studio liegt direkt am Meer, auf der kleinen Insel Giske. Aufmerksam wurde ich auf die Website durch Zufall, bei der Recherche über Susanna und ihr Magical Orchestra. Die haben dort nämlich aufgenommen.

Es muss ein großartige, ein magischer Ort sein dort. Perfekt für atmosphärische Aufnahmen. Auf die wir uns jetzt schon freuen, um sie besprechen zu können.

Mehr: http://www.oceansoundrecordings.com/

22. Mai 2011

Except the rats and mice: Mimas, sonderbar, wunderbar

Ich möchte gerne Milliardärin sein und Gutes tun. Natürlich würde ich wie Bill Gates die Malaria in Afrika bekämpfen. Nein, das ist gelogen. Ich würde überall in den armen Dörfern Büchereien einrichten, damit die Menschen – und vor allem die Kinder! – eine ganze neue Welt entdecken können. Bevölkert von Charakteren wie Hermine, den Brüdern Löwenherz und der kleinen Hexe. Jawohl. Aber als allererstes würde ich im nördlichen Europa wohltäterinnenhaft aktiv werden und den wunderbaren Mimas aus Dänemark ein Klavier spendieren, das sie auf Tour mitnehmen können. Damit sie ihren mit solch fein-ironischer Verzweiflung getragenen Song »Relationship« auch live vortragen können. Beim Konzert im Hafen2 in Offenbach improvisierten die merkwürdigen Vier als Zugabe mit einer Gitarren-Version dieses emotionalen Durchschüttlers über kaputte Beziehungen, bei denen das Schiff auf Grund läuft und nur die Mäuse und die Ratten überleben. Ein Piano, ein Piano muss her! Dann klappt es vielleicht auch mit der Cover-Version von Metallicas »Enter Sandman«, an der die Dänen unter großem Gelächter scheitern.

Mimas – Relationship by Sinnbus

Man muss sie lieben, diese merkwürdigen Vier, allein deswegen, weil der Drummer so aussieht Pumuckl als Erwachsener und der Gitarrist ein Ungetüm von Mann ist, auf den das schöne altmodische Wort »ungeschlacht« bestens passt. Und weil sie weiterhin ihre lächerlichen neonfarbenen Hoodies tragen, auf deren Vorderseite gebrochene Herzen und theatralische Bluttropfen appliziert sind. Und weil sie superlebendig sind und große Herzen haben und ungehemmt in wilde Harmoniegesänge ausbrechen, wobei die Harmonie klein- und die Leidenschaft und unbedingte Hingabe groß geschrieben werden.

Mimas sind an diesem Tag von Berlin nach Offenbach getuckert, delektieren sich am legendär leckeren Kuchen dieser Location und freuen sich, ein zweites Mal vor Ort zu sein. Am Vorabend haben sie dem hauptstädtischen Bier wohl reichlich zugesprochen, denn die Pointen in den gewohnt anarchisch-ausufernden Zwischenaussagen sitzen nicht zu hundert Prozent. Egal, dafür können sie herzlich mit dem Publikum lachen, das auf die Frage, was man denn in Offenbach unbedingt noch sehen müsse, unisono antwortet. »Über den Fluss rüber nach Frankfurt fahren!«

Das Quartett bringt in diesen Tagen sein zweites Album »LIFEJACKETS« beim Qualitätslabel Sinnbus heraus. Eine unbedingt gute Nachricht, das. Und in einen zweiten Appetizer kann man noch hereinhören, nämlich in »Application«.

Mimas – Application by Sinnbus

30. April 2011

Friska Viljor und William The Contractor im Karlsruher Substage

Als Friska Viljor am heutigen Freitag, 29. April 2011, um 22 Uhr die Bühne des Karlsruher Substages betreten, habe ich ein Déjà-vu: Standen, pardon, saßen eben nicht schon der Schlagzeuger und Bassist als Vorband auf der Bühne?

Doch, William The Contractor, alias der Schlagzeuger von Friska Viljor, alias Markus Bergqvist hat (unterstützt durch den Bassisten) just sein aktuelles Album »TALL STORIES« beworben.

Doch jetzt stehen Friska Viljor vorne, genauer gesagt: Sänger/Gitarrist Joakim Sveningsson und Gitarrist/Sänger Daniel Johansson haben drei Mann an Bass, Schlagzeug und Keyboard mitgebracht, um das (äußerst seltsame) Publikum zum Tanzen zu bringen.

Das gelingt ihnen auf Anhieb, denn die erste Hälfte des Gigs klingt chronisch fröhlich –  erst dann werden die Schweden chronisch melancholisch wie mit »Useless«.

Instrumentiert mit Ukulele, Melodica, Mandoline, Ukulele, Trompete, … spielt die Kapelle ihren Folk-Pop-Mix, viele Stücke stammen vom aktuellen Album »THE BEGINNING OF THE BEGINNING OF THE END« wie »Larianov«, »Passionseeker«, »Come On« oder »Malou«.

Der Sound ist verdammt gut, kein Vergleich zum alten Substage, auch die Lichtshow passt.

Das wichtigste für die weiß gewandeten Fronter ist die Interaktion mit den begeisterten 500 Fans: So erzählt Joakim zu dem akustischen »My Thing« die Hintergrundgeschichte, die davon handelt wie er als Teenie-Tagen von einem Mädchen auf einer Party geküsst wurde – und in seiner Verzweiflung, was tun?, zum mit Alkohol gefüllten Kühlschrank floh.

Publikum: »Oooooooh«. Joakim: »Thanks for your sympathetic sounds!« Als er sich dann Mut antrank, war die Angebetete verschwunden (»Oooooooh«).

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14. April 2011

Paganfest 2011: »Heidenspaß« mit Korpiklaani

Im Frühjahr touren die Heiden vereint unter dem Namen »Paganfest« durch die Lande, einige Bands wie Varg (Deutschland) oder Eluveitie (Schweiz) kennt der Besucher noch vom vergangenen Besuch im LKA Longhorn.
Am 25. März 2011 gibt es in Stuttgart wie auch im Vorjahr eine »extended show« mit Extra-Bands – Eluveitie und Heidevolk. Von Bands ist allerdings um halb vier, eine Viertelstunde bevor Kivimetsän Druidi (Finnland) anfangen sollen, weit und breit nichts zu sehen. Die Türen sind noch geschlossen.

Um den Fans die Wartezeit zu verkürzen, liefern sich zwei Autofahrer ein kleines Duell: Aus entgegengesetzten Richtungen bahnen sie sich einen Weg durch überall am Straßenrand stehende Tourbusse und hunderte schwarzgekleidete Metaller. Mit wenigen Metern Abstand stehen sich dann ein Kleinwagen und ein BMW gegenüber, keiner der Fahrer ist bereit nur einen Millimeter zu weichen. Mittlerweile findet die Menge Spaß an dem Spektakel, gekrönt von dem Ausruf: »Wall Of Death!«

Wir hätten stundenlang zusehen können, hätte sich nicht ein Polizeibus genähert und das Schauspiel dadurch zugunsten der nun auf zwei Fahrzeuge angewachsenen Partei beendet.

Jetzt öffnen sich endlich die Pforten und Obscurity (Deutschland) eröffnen das Paganfest. Den undankbaren Platz als erste Kapelle meistern die Jungs um Agalaz ganz gut, der Club ist verhältnismäßig voll – was wohl an der einstündigen Verspätung liegt und den Deutschen einige Zuschauer mehr beschert.

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