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Foto nordische Landschaft

29. Oktober 2008

Sin Fang Bous: Alleine ist’s noch schöner

Wie gut, dass es nur eine Wirtschaftskrise ist, die auf Island wütet, und keine Kreativkrise. Es ist immer wieder erstaunlich, dass ein abseits gelegenes Eiland mit der Einwohnerzahl Bonns eine derart große Fülle an Bands und Projekten gebiert, die es locker mit Gesamtdeutschland aufnehmen kann.

Mit Seabear haben sie auch eine hoffnungsvolle Band aus der zweiten Reihe am Start, die bereits im letzten Jahr mit “The Ghost That Carried Us Away” einen bunten Akzent in Sachen Powerpop/Folk setzen konnten. Mit leckeren Violinen-Rhythmen ging es da zur Sache, mit Akustikgitarre wurde sich in die Grube geheimkrämert und überhaupt waren alle Songs einfach nett im besten Sinne.

Bevor es aber mit der Seabear-Saga weitergeht, gibt es einen Solo-Einwurf von Mastermind Sindri. Der nennt sein Nebenprojekt etwas sperrig Sin Fang Bous und wird im Februar auf Morr Music in Berlin seinen Albumeinstand feiern. Was man bei myspace hört, ist süß, bunt und verwuschelt. Ein bisschen wie Panda Bear, Caribou und Animal Collective unter der wärmenden Popdecke. Noch songgerichteter, noch mehr eingängige Melodien – und alles im Alleingang eingesungen, gespielt und geklappert. Die Klänge sind nicht so abseitig, nicht so widerspenstig oder fordernd wie bei den amerikanischen Kollegen, aber das ist kein Manko der Sin Fang Bous-Songs. Wir dürfen uns ganz sicher auf die zwölf Tracks freuen. Und Gott sei Dank ist das alles nicht so formelhaft wie diese letzte Bemerkung.

27. Oktober 2008

Psychopunch: Karlsruhe wird zur »Moonlight City«

So, noch schnell einen Blick auf Bettie Ford geworfen, genauer gesagt: Deren letzte drei Lieder angehört, bevor die Schwedenpunk’n'roller am 16. Oktober um 22 Uhr das Substage rocken sollen. Die Kölner machen ihre Sache nicht schlecht, doch so rechte Stimmung kommt nicht auf: Zu wenige Leute, die dann auch noch drei Meter Sicherheitsabstand von der Bühne halten.

Weniger Berührungsängste haben Psychopunch, die ihrem dreimaligen Support-Act zum letzten Song ein Tablett mit Drinks auf die Bühne bringen.

Umbaupause. Die Gelegenheit um die Zuschauerzahl von 70 auf endgültige 80 Personen zu steigern – und den Alkoholpegel soweit anzuheben, dass sich die Lücke zwischen diesen und Bühne bis zum dritten Lied schließt.

Psychopunch lassen sich davon nicht stören, sie wollen beim letzten Gig dieser Tour noch mal richtig Spaß haben und posen als stünden sie in einem ausverkauften Stadion – statt in der nicht mal zu einem Fünftel gefüllten, ehemaligen Unterführung in Karlsruhe. Kompletten Beitrag lesen …

26. Oktober 2008

Da ist Leben unterm Beton: Nina Kinert in Ludwigshafen

Beinahe hätten wir nicht hingefunden. Alle Amok laufenden Stadtplaner und Architekten der letzten 50 Jahre müssen sich speziell vorgenommen haben, die pfälzische Metropole Ludwigshafen nach Kräften zu entstellen. Übereinandergeschachtelte Betonungetüme von Umgehungsstraßen, die konsequente Navisystemverweigerer durch eine völlig undurchsichtige Wegführung ins Nirgendwo führen. Selbst der Bahnhof taugt nicht als Orientierungspunkt, da er sich wie ein Fremdkörper unter den Betonbarock duckt.

Irgendwie haben wir die Bahnhofstraße (die, merke: NICHT am Bahnhof liegt!) und den Veranstaltungsort das haus dann doch noch gefunden. Sind viel zu spät in den aparten Saal in seiner anregenden Betonästethik gehuscht und kamen sogar für umsonst rein, da das Konzert schon mehr als zur Hälfte vorbei war. Und jetzt genug geschimpft über unwirtliche Innenstädte, denn jetzt kommt Nina Kinert, die konzentriert an den Tasten sitzt und sich in ihrem seltsamen grauen Kapuzenkleidchen bestens an die Umgebung anpasst. Alles Äußerlichkeiten. Denn die eigenwillige Chanteuse, die einigen Zuhörern vielleicht als Backup-Sängerin von Ane Brun bekannt sein könnte, präsentiert sich hier als sehr eigenständige Musikerin mit eigenm Kopf.

Die Vergleiche liegen nahe, aber ebenso leicht daneben: Tori Amos und Fiona Apple. Die merkwürdigen Damen, die in ihrer eigenen Welt leben und komische Dinge sehen, die wir vielleicht nicht ganz so verstehen wie sie. Nina Kinert ist sicherlich auch eine Bewohnerin dieser merkwürdigen Zwischenwelt. Aber eine, die sich irgendwie ihre naive Mädchenhaftigkeit bewahrt hat. Auch wenn sie gleichzeitig sehr, sehr garstig sein kann.

Unterstützt von einer bestens aufgelegen Band – aber fast noch besser solo. Wenn sie zur Zugabe mit ungelenker Grazie nochmal auf die Bühne steigt und ganz bei sich ist und fast in das Keyboard hineinzukriechen scheint. Spätestens dann wissen wir, dass wir Ludwigshafen nicht mehr böse sein dürfen. Danke für diesen Abend!

17. Oktober 2008

Rate, rate wer ist das?

…zu wem gehören diese monströsen Rücken?

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22. September 2008

Doktor Finnland rät: Mehr Sex im Alter

Wem es bisher entgangen ist, dem sei es hiermit gesagt: Regelmäßiger Sex schützt ältere Herren vor Impotenz.

Finnische Wissenschaftler der Universität Tampere haben zugehörige Studie im Fachblatt »American Journal of Medecine« veröffentlicht. Knapp 1000 Männer zwischen 55 und 75 Jahren nahmen an der Studie teil. Demnach hatten jene, die weniger als einmal pro Woche Geschlechtsverkehr hatten, ein doppelt so hohes Risiko für Erektionsstörungen wie ihre Altersgenossen, die mindestens einmal wöchentlich sexuell aktiv waren.

Genauer gesagt: 7,9 Prozent der Männer, die weniger als einmal wöchentlich Sex hatten, litten unter Erektionsstörungen. Bei den mindestens-jede-Woche-sexuell-Aktiven sank die Zahl auf 3,2 Prozent, in der Gruppe drei-oder-mehrmals-Sex waren nur 1,6 Prozent betroffen. Die Forscher empfehlen nun den Ärzte, ihre Patienten zu regelmäßigen Schäferstündchen zu ermuntern. Doktor Finnland rät: Nicht nachlassen – mehr Sex im Alter.

Schwedische Forscher legen nach

Laut einer im »British Medical Journal« veröffentlichten Studie von Göteborger Wissenschaftlern befolgt die ältere Generation diesen Rat bereits: Männer und Frauen um die 70 haben heutzutage wesentlich häufiger Sex – und vor allem mehr Spaß dabei – als ihre Altersgenossen vor 30 Jahren.
Bei einer Befragung anno 2001 sagten fast doppelt so viele Frauen um die 70, sie hätten regelmäßig Sex, wie ihre Altersgenossinnen 1971.

Bleibt nur noch die Frage: Finanzieren die (nordischen) Krankenkassen entsprechende Vorsorgemaßnahmen?

 
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