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Foto nordische Landschaft

08. Mai 2013

Finstere Balladen mit Janne Westerlund

Hat er die braven Bewohner der Provinzmetropole Darmstadt des Sonntagabends zur besten Tatort-Zeit in ihrer beschaulichen Ruhe gestört? Ein wenig schon. Denn Geschichten zur guten Nacht, zu denen sich selig schlummern lässt, erzählt Janne Westerlund gewisslich nicht. Die Schauermär um das Schicksal der süßen Emily Rose ist eher ein Garant dafür, um uns lange wachzuhalten und beunruhigenden Gedanken nachzuhängen. Die äußere Gestalt Westerlunds ist auch nicht dazu angetan, um uns in ruhiger Sicherheit zu wiegen. Eine latente Beunruhigung geht von diesem spindeldürren Gesellen aus, der gleichwohl vor Intensität glüht. Das muss man erstmal abkönnen an eine Sonntagabend: Dass das Leben kein kuscheliger Ort ist und die Menschen mitunter sehr merkwürdig. Einzelne flüchten. Was ein Jammer ist.

Westerlund ist alleine mit seiner Gitarre unterwegs. Das genügt ihm vollkommen, um die Welt mit seinen beunruhigenden kleinen Songs sachte aus den Angeln zu heben. Und nur wer sich aus Zuhören einlässt, wird mitunter mit zärtlichen und wunderschön kontemplativen Balladen wie »A Prayer For Judee Sill« belohnt. Andere Tracks sind von einer solchen emotionalen Intensität, dass es sich kaum aushalten lässt. Finster scheint der Mond über diesen mitleidlosen Americana-Folk-Landschaften. Und nein, das Banjo ist keinesfalls ein harmloses Instrument, wenn man der geliebten Person seine Seele verspricht und damit die Tore zur Verdammnis weit öffnet.

Janne Westerlund zeigt hier übrigens nur einen sehr kleinen Teil seines künstlerischen Potenzials. Denn der Mann ist seit vielen Jahren bei Circle aktiv, einer der innovativsten und wagemutigsten Bands, die der finnische Experimentalrock und insbesondere die Küstenstadt Pori hervorgebracht hat. Ein Durchhören aller Circle-Alben rüttelt sämtliche Hörgewohnheiten auf rauhe Weise durcheinander. Aber an diesem Abend ist Westerlund in der schwarzen Romantik zuhause. Ist das unheimliche Element, das unvermittelt Einzug hält. Und doch so vertraut ist.

Sylvi Lehti 1v – Janne Westerlund from Alejandro Lorenzo – Photography on Vimeo.

07. April 2013

Inferno 2013, Samstag – Schlusspunkt: Satyricon, Highlight: Diskord

Nach Donnerstag und Freitag ist heute schon der letzte Festival-Tag. Zeit für einen kurzen Blick auf das Rahmenprogramm: Im Gegensatz zum Inferno 2011 findet Inferno-Film dieses Mal von Montag bis Mittwoch statt.

Das Programm besteht diesmal fast ausschließlich aus Horrorfilmen (»Room 237«, »The Shining«, »Winter Of The Dead«) sowie einem Musik-Film (»Så Jävla Metal«) – schade, den hätte ich gerne gesehen. Noch eine Neuerung: Die beliebte Black Metal-Sightseeing-Tour gibt es auch nicht mehr.

Dafür ist Inferno 2013 zu meiner Freude sehr nordisch, genauer norwegisch orientiert; wobei die Rockefeller-Headliner (am Donnerstag und Freitag) und der des John Dee (Samstag) aus den USA stammen: Deicide, Suffocation und Saint Vitus, die die Hauptbühne am Samstag für Satyricon freigeben müssen.

Und dorthin gehe ich jetzt: Verpasst habe ich Baptism (Finnland), Morbo (Italien) und Mos Generator (USA). Im Rockefeller haben gerade die norwegischen Hades Almighty angefangen, eine ebenfalls bisher unbekannte Band für mich. Hm … sind okay, doch klangen beim Probehören deutlich besser.

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06. April 2013

Inferno 2013, Freitag – Entdeckung des Tages: Carach Angren

Nach Donnerstag folgt nun Tag II des höllischen Spektakels: Das Inferno geht weiter. Die deutschen Fleshcrawl fallen ebenso wie die irischen Warpath und die mehrfach gesehenen Behexen (Finnland) der Nahrungsaufnahme zum Opfer – und einer Begegnung der dritten Art mit einer desinfizierten Gabel.

Als ich ins Rockefeller komme stehen bereits Aeternus auf der Bühne – und gefallen mir sehr viel besser als auf ihrem aktuellen Album »…AND THE SEVENTH HIS SOUL DETESTETH«. Die Norweger sind ja richtig gut, oder wie mein Begleiter sagt: »Viel besser als erwartet«.

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05. April 2013

Inferno 2013, Donnerstag – (Black) Metal Ostern: Iskald-er Start

Eier suchen? Familientreffen? Essen gehen? Viele (norwegische) Metaller haben eine ganz andere Oster-Tradition: Sie pilgern zum Inferno-Festival nach Oslo. Vom 27. bis 30. März 2013 stehen hier 29 Bands auf der Bühne des Rockefeller und der seines kleinen Bruders John Dee.

Weitere 18 Kapellen heizten in den Club-Shows am Mittwoch schon mal an: Bei der Indie Recordings Labelnight im John Dee, der von Dark Essence Records im Blå, auf der Metal Hammer Norway-Bühne im Revolver sowie im Rock In, Victoria und De Ville’s Rock. Wer eher unbekannte, überwiegend norwegische Bands entdecken will, sollte hier vorbeischauen.

Ich komme am Donnerstag gerade rechtzeitig in Oslo an, um den norwegischen Opener Iskald im Rockefeller zu sehen (Horned Almighty aus Dänemark habe ich verpasst).

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06. März 2013

Niflheim 2013 (fast) in nordischer Hand: Vreid, Helheim, Ensiferum


Das Niflheim im Stuttgarter LKA ist ein sehr junges Pagan/Black Metal-Festival: Am 2. März 2013 feiert es erst seinen zweiten Geburtstag – und ist zu meiner (Vor)Freude fest in nordischer Hand. Den undankbaren Opener-Posten um 15 Uhr hat zwar die deutsche Kapelle Andras, doch danach sind  Ancestors Blood aus Finnland und Ereb Altor aus Schweden an der Reihe. Nach einer weiteren deutschen Unterbrechung (Finsterforst / Fjoergyn) sollen die Norweger Helheim auftreten, sowie Vreid, die ihr neues Album mit einer Release-Show exklusiv hier präsentieren. Headliner sind die finnischen Ensiferum.

Als Besonderheit haben die Organisatoren, Lisa und Filip Vuckovic, einen Metalmarkt, Autogrammstunden sowie einen Met-Ausschank organisiert (gab’s das beim Pagan- oder Heidenfest schon mal?) – und das Ganze für gerade mal 25 Euro.

Soweit der Plan – los geht’s:

Am Hauptbahnhof in Karlsruhe treffen wir unsere drei (Mit)Fahrer. Erst mal ein Bier für jeden (außer für den Fahrer versteht sich). Guten Mutes pünktlich zu Andras im LKA zu sein, fahren wir los. Doch kaum sind wir von der Autobahn runter, stehen wir auch schon im Stau; die Hoffnung Andras zu sehen schwindet sekündlich.
Andras (D), nie gehört – nie gesehen. … auch heute nicht, denn als die Band bereits zu Ende gespielt hat, stehen wir noch immer im Stau.

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