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Foto nordische Landschaft

09. Mai 2006

Kari Bremnes in der Hamburger Fabrik

Kari Bremnes live in der Hamburger Fabrik 2006Es war natürlich wieder ein Pflichtbesuch, nachdem ich mich durch Kari Bremnes' komplette Discografie gearbeitet hatte und sie vor einigen Monaten interviewt hatte: ihr Auftritt in der Hamburger Fabrik am 5. Mai.

  • Helge Norbakken ist jedes Mal, wenn ich ihn höre, noch besser geworden.
  • Neben Bengt Hanssen (Keyboards) war diesmal noch ein Trompeter dabei: Mathias Eick (sonst bei Jaga Jazzist, Motif, Motorpycho, Iro Haarla, u.v.m.) trat damit live in die Fußstapfen, die Nils Petter Molvær und Arve Henriksen im Studio getreten hatten.Die Fabrik war diesmal bestuhlt. Passt zur Musik.
  • Kari Bremnes legte den Schwerpunkt auf die Songs ihres neuen Albums – die Auswahl der Songs »Ansiktet Te Månen«, »En Stemme I Athen«, »Per Og Paul Og Janus« und »Over En By« hätte ich anders getroffen, aber sie war im Rahmen des Konzerts ok.
  • Apropos »Over En By«: Bei der Ansage zu diesem Lied, mit dem sie das reguläre Programm beendete, verhaspelte sie sich, denn zuvor sollte laut Setlist noch der »Schrei« gespielt werden. Die Überleitung in letzter Sekunde war jedoch elegant, und die meisten Konzertbesucher bemerkten den Fauxpas sicher nicht.
  • Wenn Dirk Achim Dhonau im Programmheft der Fabrik aus meinem Interview mit Kari Bremnes zitiert und sogar seine Headline »Joni Mitchell des Nordens« aus meiner Rezension entnimmt, ehrt das zwar, aber ohne Quellenangabe wirkt das doch immer etwas lausig und unehrenhaft.

02. Mai 2006

Färöische Lyrik

Gudrid Helmsdal: StjørnuakrarVor einigen Tagen flatterte ein sehr schönes Büchlein auf meinen Schreibtisch: »Stjørnuakrar« von Guðrið Helmsdal ist der erste färöisch-deutsche Gedichtband überhaupt, und die zweisprachige Ausführung macht richtig Leselaune. Die 1941 geborene Autorin lebt heute an der Westküste der Färöer, unweit von Vestmanna.

Am 11. Mai um 19 Uhr wird sie – nach einer Vorstellung durch den Herausgeber Paul Alfred Kleinert – im Felleshus der Nordischen Botschaften aus ihrem Band lesen.

Hingehen! Hier ein Auszug:

TOYBILSKVØLD

Og regnið kom.
Dropin ið knústi
skel av gleri.
Rúmdin andaði,
hon, ið kroyst hevði ligið
í kuldans harða favni.

I kvøld liggur vetur
á deyðastrá;
tungliga dregur hann andan
og suffar –
sum alstórt djór,
ið lagt seg hevur
kring heimin.

TAUWETTERABEND

Und der Regen kam.
Der Tropfen, der die Hülle
des Eises zerspiltterte.
Das Himmelsgewölbe,
das unter der harten Umarmung der Kälte
gelegen hatte, atmete.

Heute Abend liegt der Winter in seinen
letzten Zügen;
schwer atmet er
und seufzt –
wie eine rießengroße Drachenschlange,
die sich um die Erde
schmiegt.

Mehr Informationen zu Guðrið Helmsdal:
www.lyrikwelt.de/autoren/helmsdal.htm

30. April 2006

Die Estonia-Connection

Gerade einen visionäen Radiotrailer für ein in Dortmund stattfindendes kleines Festival gebastelt.

An drei Daten im Mai kann man frickelige und soundflächige Künstler wie Joel Tammik, Kauri Kallas, Kripiis Tulo oder Kaido Kirikmäe bei ihrer Laptopmusik zuschauen. Und auch Labels wie Kohvi oder Ulmeplaadid sind mit DJs oder Visual-Künstlern dabei.

Aber wer jetzt denkt, das wären Finnen, der irrt.

 
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