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Foto nordische Landschaft

11. Oktober 2009

Eurovision, aufgemischt: Eläkeläiset und Bääbs nach Oslo!

Der diesjährige finnische Vorentscheid zum Eurovisionsspektakel in Oslo im kommenden Jahr fällt etwas bunter aus als in den Vorjahren. Neben den üblichen Schlagerfuzzis, die außerhalb der Landesgrenzen niemandem bekannt sein dürften, haben sich in diesem Herbst zwei Außenseiter ins Rennen gebracht: elaDie wilden Anarcho-Humppa-Rocker Eläkeläiset, die wegen ihrer völlig unberechenbaren Live-Auftritte auch in Deutschland  eine kleine, aber leidenschaftliche Fangemeinde besitzen. Sollte sie den nationalen Wettbewerb für sich entscheiden, dürften sie im Säuselliederland der Eurovision für verstörte Mienen sorgen. Nicht zuletzt durch ihre Angewohnheit, zu den Zugaben gerne die Hüllen fallen zu lassen!

Der finnische Indiepop hat den Eurovision Song Contest als Spielwiese entdeckt, um dem  Mainstream-Business, das ihn schnöde ignoriert, zu zeigen, dass er die Spielregeln zu eigenen Gunsten umbiegen kann. In Zeiten, in denen mit Musik kein Geld mehr zu verdienen ist, heißt die heißeste Währung Aufmerksamkeit und Mut zu ungewöhnlichen Aktionen. Haben sich Tommi und Riku von der Elektropopband Viola gedacht, die ihre Songs inzwischen verschenken. Tommi, der Mann hinter dem rührigen Indie-Label If Society aus Helsinki, hat zusammen mit seinem musikalischen Partner Riku ein Lied für den Song Contest geschrieben. Gesungen wird »You Don´t Know Tomorrow« baabsvon Päivi Kankaro, der Sängerin der selbstbewussten Pop-Eigenbrötler TV-Resistori. Päivi tritt als Kunstfigur Bääbs auf – als augenzwinkernd-ironische Hommage an die klassischen Eurovisions-Chanteusen, die durchaus mehr zu bieten haben als überkandidelte Tanzkünste und tief ausgeschnittene Flatter-Roben.

Wer sich über das Niveau der finnischen Vorentscheids-Kandidate informieren will, kann den Kandidaten über die Website des finnischen Fernsehenslauschen. Achtung, Oslo, da könnte etwas auf Euch zukommen!

23. September 2009

Werbung in Finnland, Lektion II: Sexy Sportler

Gerade eben hab ich sie wiedergefunden, die beste finnische Werbung des Jahres 2008:

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Ja, ihr »kreativen Köpfe« in deutschen Werbeagenturen SO verkauft man Betten in Finnland. Allerdings haben die Finnen den Skispringer Janne Ahonen und Weitspringer Tommi »Evil« Evilä – dazu fällt mir so schnell kein deutsches Pendant ein.

PS: Merkt ihr was fehlt? Der übliche kleingedruckte Satz auf deutschen Werbefotos: Preis ohne Dekoration und Zubehör.

Foto © Helsingin Sanomat

19. September 2009

Werbung in Finnland, Lektion I: Hans Von Blumenstock

In Finnland ist alles anders. Auch die Werbung – selbst wenn sie zu einem deutschen Unternehmen gehört. Oder habt ihr im Lidl-Prospekt in Deutschland schon einmal Hans von Blumenstock gesehen? Voilà:

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Hans von Blumenstock – nicht dass eine Finne den Namen richtig aussprechen könnte, vermutlich heißt er genau deswegen so – hat(te) sogar einen eigenen Webespot im Kino.

Schaut in euch hier an – solange er noch durchs Netz geistert. PS: Hahaha.

Foto © Lidl

18. Dezember 2008

An Weihnachten liegt Finnland in Stuttgart


Alle Jahre wieder kommt ein Stück Finnland auf den Stuttgarter Karlsplatz, organisiert von »Kalevala Spirit«. Das schon zu einer Tradition gewordene finnische Weihnachtsdorf offeriert in seinen roten Holzhäuschen nicht nur finnische Mitbringsel, sondern auch eine etwas andere kulinarische Palette: Diese reicht von pervers (»schwäbisch-finnische Maultaschen«) bis traditionell (Elchfrikadellen).

Kesselkaffee und heißen Preiselbeersaft gibt’s schon für einen Euro, die Rentieralternative zur klassischen Bratwurst für fünf Euro und wer etwas ganz Besonderes will, der greift noch tiefer in die Tasche und investiert neun Euro in den Flammlachs.


Absolutes Muss: Glögi, der finnische Beerenglühwein – eine wohltuende Alternative zu dem (meist) klebrig-süßen deutschen Gegenstück. Was auch immer der Besucher genießt: Am stimmungsvollsten kann er dies auf mit Rentierfell belegten Bänken in der Samenkota mit Lagerfeuer.

Endspurt, auf geht’s: Noch bis zum 22. Dezember steht das Dorf. Geöffnet ist es Montag bis Samstag von 10 bis 21 Uhr, sonntags von 11 bis 21 Uhr.

29. Oktober 2008

Sin Fang Bous: Alleine ist’s noch schöner

Wie gut, dass es nur eine Wirtschaftskrise ist, die auf Island wütet, und keine Kreativkrise. Es ist immer wieder erstaunlich, dass ein abseits gelegenes Eiland mit der Einwohnerzahl Bonns eine derart große Fülle an Bands und Projekten gebiert, die es locker mit Gesamtdeutschland aufnehmen kann.

Mit Seabear haben sie auch eine hoffnungsvolle Band aus der zweiten Reihe am Start, die bereits im letzten Jahr mit “The Ghost That Carried Us Away” einen bunten Akzent in Sachen Powerpop/Folk setzen konnten. Mit leckeren Violinen-Rhythmen ging es da zur Sache, mit Akustikgitarre wurde sich in die Grube geheimkrämert und überhaupt waren alle Songs einfach nett im besten Sinne.

Bevor es aber mit der Seabear-Saga weitergeht, gibt es einen Solo-Einwurf von Mastermind Sindri. Der nennt sein Nebenprojekt etwas sperrig Sin Fang Bous und wird im Februar auf Morr Music in Berlin seinen Albumeinstand feiern. Was man bei myspace hört, ist süß, bunt und verwuschelt. Ein bisschen wie Panda Bear, Caribou und Animal Collective unter der wärmenden Popdecke. Noch songgerichteter, noch mehr eingängige Melodien – und alles im Alleingang eingesungen, gespielt und geklappert. Die Klänge sind nicht so abseitig, nicht so widerspenstig oder fordernd wie bei den amerikanischen Kollegen, aber das ist kein Manko der Sin Fang Bous-Songs. Wir dürfen uns ganz sicher auf die zwölf Tracks freuen. Und Gott sei Dank ist das alles nicht so formelhaft wie diese letzte Bemerkung.

 
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