Home
Foto nordische Landschaft

26. Mai 2008

Musik auf der virtuellen Skandinavienmesse

Screenshot Skandinavienmesse

Was es nicht alles gibt: Nun muss man sich nicht mehr persönlich auf eine Messe begeben, sondern kann das virtuell am heimischen PC tun.

Am Anfang dachte ich an einen Scherz, als mir Thorsten Blum sein Projekt zeigte (das witzigerweise am 1. April an den Onlinestart ging), aber schon bald war ich von der Idee und der professionellen Umsetzung überzeugt. Unter www.skandinavienmesse.de findet man die erste virtuelle (und ganzjährig geöffnete!) Messe zum Thema Skandinavien.

Als Aussteller sind hauptsächlich Reiseveranstalter, Händler im Bereich Bauen und Wohnen, Design und Mode, Jobs, Wirtschaft und Finanzen vertreten. Aber auch die Musik ist repräsentiert, zum einen durch Christian Pliefkes kleines, aber feines Label »Nordic Notes «, zum anderen durch unseren Stand der Nordischen Musik.

Die Aussteller haben die Möglichkeit, ihren Stand in geringem Maß selbst zu gestalten: Man kann Zeitschriftenständer und Informationstafeln bestücken und positionieren, oder man kann zwischen verschiedenen Standeinrichtungen und Standbetreuern wählen. Die Animationen beim Wechsel der Hallen sind nett anzusehen, doch die Simulation des dreidimensionalen Raums hat am Stand selbst ein Ende.

Nichtsdestotrotz überzeugt die Grafik und das Konzept des Projekts, an dem auch Peter Marx (ehemals Nordis-Herausgeber und Veranstalter der »realen« Skandinavienmesse in Essen) beteiligt ist – und an dessen Quellcode mitzuarbeiten Polarpixel die Ehre hatte.

Man muss sehen, wie sich das Projekt langfristig entwickelt, da  sich die Zahl der Aussteller noch in Grenzen hält. Und natürlich kann eine virtuelle Messe niemals eine echte ersetzen, wo es ja vor allem gerade um persönliche Kontakte und ein individuelles Kennenlernen geht.

Doch es ist sicher sinnvoll, eine themenbezogene Präsentationsplattform zu schaffen, die sich in Optik und Feeling von all den anderen Portalen deutlich unterscheidet. Übrigens: Thorsten Blum hat bereits weitere virtuelle Messen eröffnet (oder arbeitet noch daran) – zu den Themen Aquaristik, Einrichtung, Garten, Reise, Sport, Pferde und Wellness …

06. Februar 2008

Radiohören im Februar (2008)

Schon mitbekommen? Es ist das Internationale Polarjahr ausgebrochen. Zum vierten Mal bereits. Und so werden etwas unlinear vom März 2008 bis zum März 2009 gut 50.000 Wissenschaftler aus 60 Ländern sich den beiden Polen widmen – und dem, was ihnen möglicherweise an klimatischen Veränderungen bevorstehen.

Anlass und Ansporn auch für Deutschlandradio Kultur sowie den Deutschlandfunk diesem Projekt flankierend zur Seite zu stehen. Einen ersten guten Über- und Einblick gibt die ‚Lange Nacht’ mit dem Titel „Die Magie der Kristalle“, wo es von Geschichtlichem zu Gegenwärtigem geht und sich einstige Entdecker und heutige Forscher für drei Stunden die Hände reichen (DRK, 9.2., ab 00.05 Uhr; DLF, 9.2., ab 23.05 Uhr).

Im Rahmen dieses Schwerpunkte locken unter anderem folgende Sendungen: „Das Leben der Sami – das Klima verändert Lebens- und Arbeitsweisen“ (DLF, 8.2., 9.10 Uhr), „Kirchentreue und Schamanismus – Das religiöse Leben auf Grönland“ (DLF, 12.2., 9.35 Uhr; Teil II.: 14.2., 9.35 Uhr) oder  „Zweite Heimat Arktis – der Dokumentarfilmer Andreas Stopp im Gespräch“ (DLF, 17.2., 11.30 Uhr).

Musikalisch sind folgende Angebote zu genießen: Karin Rehnqvists Komposition „Puksanger – Lockrop“ (DLF, 8.2., 3.00 Uhr), gefolgt von einer Stunde mit dem Norske Store Orkester (11.2., 21.05 Uhr in der Reihe Jazz Live). „Elfen, Trolle, Beats und Bytes“ verspricht einen Ausflug in die aktuelle isländische Musikszene (DLF, 16.2., 15.05 Uhr), während als absoluter Höhepunkt des Monats die Produktion „Steam and Ström“ gelten dürfte: eine Soundcollage aus Stockholm, bei der sich unter anderem Radio- und Wasserwellen mit Miles Davis’ Interpretation von ‚Dear Old Stockholm’ vergnügen (DRK, 29.2., 00.05 Uhr).

30. Oktober 2007

Radiohören im November (2007)

Ja, wie klingt der Norden? Und wenn er klingt, klingt es dann einheitlich – nordisch? Tatsache oder immer wieder bemühtes Klischee: Auf jeden Fall bietet der Kultursender Deutschlandradio Kultur in diesem Monat jede Menge Anlässe, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Wie wäre es mit Carl Nielsen, dem – auch das so ein Label – großen Dänen? Seine Sinfonie Nr. 1 g-moll op 7 wird gespielt vom Dänischen Nationalen Rundfunkorchester am Freitag, den 2.11., ab ca. 21.15 Uhr.

Zwei Tage später folgen dann bisher unbekannte schwedische Aufnahmen mit Zarah Leander: am Sonntag, den 4. 11, um 18.05 Uhr. Wieder klassisch dann der erste Abend „Wege des Nordens“ (Donnerstag, 8.11., ab 20.03 Uhr) mit Werken von Magnar Am, Jean Sibelius, Edvard Grieg und Carl Nielsen – da sind sie also wieder alle zusammen. Fortgesetzt wird die Reihe am Freitag, den 16.11, 20.03 Uhr, dann mit Werken von Atli Heimir Sveinsson („Icerapp“ für großes Orchester), Jon Nordal, nochmals Nielsen sowie Jon Leifs, dessen „Geysir“ zu hören sein wird. Will man dagegen Wege des Jazz beschreiten, heißt es früh aufstehen oder besser länger aufbleiben: Karl Seglem samt seiner Gefährten widmet sich der erste Teil der Sendung Tonart, ein Mitschnitt der 31. Leipziger Jazztage (Dienstag, 20.11., 2.05 Uhr).

Interessant sind gewiss auch zwei Sendungen, die sich eher indirekt mit klassisch geordneter Musik, weit aber mehr mit Klängen und Geräuschen beschäftigen: „Frost Pattern“ nennt sich eine Autorenproduktion von Andreas Bick, die den Versuch unternimmt, das Kalben grönländischer Gletscher, das Schreiten über den arktischen Schnee und das Schütteln verschneiter Bäume zu einer Klangcollage zu bündeln (Freitag, 9. 11., 0.05 Uhr).

„Station Eismitte“ von Thomas Körner ist vernmutlich ebenfalls eine eher ungewöhnliche Komposition: Ausgehend von der Station des Polarforschers Alfred Wegner, die dieser 1930 im grönländischen Inlandeis errichtet, verspricht die Produktion eine „Klangtopographie der ‚inneren Arktis’“ und „imaginiert den Ton eines ins Eis gegrabenen Lebens“. Na, dann mal warm anziehen!

13. Dezember 2006

Weihnachtszeit, Downloadzeit

 Der Expressen meldet: Nur noch knapp zwei Wochen bis Weihnachten und kein Schnee in Sicht! Die Wahrscheinlichkeit auf weiße Flocken an Weihnachten südlich des Norrlandes liegt unter 50 Prozent. Das sagt zumindest deren Wetterfrosch Lars Knutsson.

Und auch hier in Deutschland hat die globale Erderwärmung uns im Würgegriff. Das Glühweintrinken bei plus 12° ist eher eine kommunikative Aufgabe, denn Errettung vor dem Kältetod. Die Bratäpfel und gebrannten Mandeln eher Staffage denn Weihnachtsanheizer. Himmelhochjauchzend geht so die glöckchenschwingende und Kunstschnee berieselte Werbung im Fernsehen noch schneller auf den Geist als sonst. Und überhaupt: stimmungsmäßig sind wir noch gefühlte acht Wochen von den Feiertagen entfernt.  Was also dagegen unternehmen?

 Vielleicht hilft ja der Soundtrack zum Leben, der auch für solch verzwickten Situationen das Passende parat hat. Und da geben seit jeher seliger denn nehmen ist, gibt es auf diversen Bandhomepages derzeit Weihnachts-Songs zum kostenlos runterladen. Auf einen Versuch, sich mit gepantschtem Glühwein, acht Paketen Teelichtern und der passenden Musik kollektiv ins weihnachtliche Delirium zu stürzen, sollte man es ankommen lassen, oder?

The Knife waren mit ihrem Album »Silent Shout« die Indie-Elektro-Durchstarter des Jahres. Düstere Beats, morbide Stimmung und doch in stylischem Chic gekleidet. »Christmas Reindeer« macht da keine Ausnahme und überbrückt die Zeit zu den Re-Releases der ersten beiden Alben im Februar.

The Knife – Christmas Reindeer

Gewohnt charmant gibt sich auch Bobby Baby mit ihrer extra-indie Mischung aus Songwriting und elektronischen Sperenzchen.

Bobby Baby – Santa Claus Is Coming To Town 

Und wo ein Bobby Baby ist, ist ein Tiger Baby nicht weit. Die Nachfolgeband zu Polytone formierte sich vor sechs Jahren in Kopenhagen. 2006 erschien ihr zweites Album, was aber nicht in Deutschland veröffentlich wurde. Verhuschte Popmusik. Ihr nettes Giveaway heißt:

Tiger Baby – This Christmas

Wesentlich rockiger kommen da schon die Higher Elevations um die Ecke, die sich 1:1 dem Mando Diao-Prinzip bedienen. Unbändiger Verve, aufrührerischen Hybris, Uh-ah-Melodien und Handclaps. Und selbst stimmlich kann die Band nicht die Nähe zu den schwedischen Erfolgsgaranten verleugnen.

The Higher Elevations – All These Winter Nights

Eine Botschaft zum Fest verschickten auch die gänzlich unbekannten Celestial. 

We think a mixtape could be the greatest gift ever. We also think it’s a great idea to give away a beautiful Christmas song for free. That’s why we today make a song by celestial, called saving up her wishes (for another christmas), available for free download.

Bestimmt war das eine spontane Idee und ein besserer Aufnahmeraum als der hiesige Keller war nun eben nicht vorhanden. Daher klingt der nächste Song auch mehr nach Demo als nach Musik. Aber immerhin kommt er von Herzen – und als .zip-Datei mit winterlich-verschneitem Selbstbastel-Cover.

Celestial – Saving Up Her Wishes (For Another Christmas)

Aber die besten Kandidaten kommen erst noch! 

Kompletten Beitrag lesen …

30. August 2006

Schmeerenburgh – die nördlichste Rockgruppe der Welt?

Klar, dass wir vom Polarblog nicht weit sind, wenn eine Band behauptet, sie sei die nördlichste Rockband der Welt. Und vermutlich hat das in Svalbard beheimatete Quartett Schmeerenburgh sogar recht.

Schmeerenburgh-Shouter Ketil »Teen Machine« Rønning

Also flugs auf die Website geschaut, ob es von der nach einer der größten Walfangstädte des 17. Jahrhunderts benannten Band schon Hörmaterial gibt. Nix, keine Tonträger. Also auf den Bio-Bereich geklickt, wo nur vier schlecht belichtete Fotos zu finden sind. Die Seite mit den Links: leer.

News-Seite: ein paar Plakate – Möglichkeiten für Konzerte gibt es auf Svalbard nicht allzu viele, und so tritt Schmeerenburgh anscheinend regelmäßig im Kroa auf, einem im Holzfäller-Charme eingerichteten Restaurant im Basecamp Longyearbyen, wo es lokale Spezialitäten auf den Teller gibt wie Robbe, Wal oder das nach einem Trapper benannte Pfeffer-Steak »Peppernøis«. Doch ich schweife ab.

Auf der Suche nach Informationen finde ich eine Flickr-Seite mit Live-Fotos von den besagten Kroa-Auftritten und nur rudimentär funktionierende Live-Videos von schauderhafter Qualität. Und jede Menge toter Links.

Schmerenburgh live im Kroa

Und so bleibt das Geheimnis, welche Musik die nördlichste Rockband der Welt eigentlich macht, weiterhin ungelüftet. Zumindest solange die Band weiterhin ihre Website so sträflich vernachlässigt.

Aber man hat eben andere Dinge zu tun auf Spitzbergen – zum Beispiel wie der Drummer Jeff »Shiny Beast« Holmes eine Doktorarbeit über Nordlichter zu schreiben.

 
Seite 1 von 212