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Foto nordische Landschaft

26. März 2009

Helden in Strumpfhosen: WhoMadeWho

Das mit den Strumpfhosen stimmt nicht ganz. Aber die absonderlichen, hautengen, schwarz-weißen Lycraanzüge, die zwei von drei Mitglieder von WhoMadeWho an diesem Abend im Heidelberger Karlstorbahnhof unter ihren flatterigenDomino-Umhängen tragen, erinnern fatal an Robin Hood.  Spindeldürre Männerbeine, hmm. whomadewho2Diese Probleme hat Drummer Thomas Barford nicht. Denn er ist bis auf eine ausgewaschene Unterhose und eine vors Gemächt gebundene hellblaue Kuschelfigur ganz nackig. Was ihm nicht wirklich schmeichelt.

So viel zu den Äußerlichkeiten, denn wir sind hier ja nicht zum Männergucken extra nach Heidelberg gefahren. Wir sind wegen der Musik hier! Neugierig auf diese sehr eigenwillige Mischung aus Glamrock, Disco, Elektropop und jeder Menge Anarchie. Wir sind neugierig. Wir wollen tanzen!

Dazu bedarf es keiner Aufforderung der Band. Das Karlstorbahnhof-Publikum tanzt von Minute eins an ausgelassen und hört bis zum Ende nicht mehr auf. Wie schaffen diese drei selbstironischen Dänen das? Ganz einfach: Mit einer verflixt klugen Vermischung aller selbstverliebten Stile, die Rock und Pop so zu bieten haben. Mit der mit sich selbst kokettierenden Falsettstimme von Sänger Jeppe Kjellberg. Mit einem sehr gelungenen Gespür für redundante Dancetracks, die mit ihrer Sogwirkung unwiderstehlich die Füße und Hüften zum Zucken bringen. Und mit viel Spaß an der großen Geste, die gleichzeitig augenzwinkernd persifliert wird. whomadewho1Großspurigen Rockstarposen am Bühnenrand, die so gar nicht zu diesen unglamourösen Herren passen wollen. Und den Refrain zu »TV Friend« singen alle sofort mit. »No, no, no, no!« Was eher als Zustimmung zu sehen ist und von der Band auch so verstanden wird.

Dass der Schlagzeuger schlauer war als der Rest der Band und das Publikum sowieso, zeigt sich nach einer schweißtreibenden Stunde ausgelassenen  Tanzens. Weniger Wintertextil am Körper wäre besser gewesen!

14. Februar 2009

Apoptygma Berzerk im Substage: »Karlsruhe, You’re Awesome!«

Samstag, 7. Februar 2009. Heimspiel in der Gothic-Hochburg. Oder: Die Nordmänner könnten »Alle meine Entchen spielen« – und das Publikum im Substage würde jubeln.

In der ehemaligen Karlsruher Unterführung steht eine 400-köpfige Menge, die sich sonst – nach der Kleidung zu schließen – in der (Karlsruher) Gothic/Elektromucke-Szene tummelt. Die im X-tra-x Shop einkauft und im Nachtwerk/Culteum (Ex-Kulturruine) oder bei der vampiralen Nacht anzutreffen ist.

Endlich erklingen kurz nach 22 Uhr die ersten Takte vom Opener »Weight Of The World« des aktuellen Albums »ROCKET SCIENCE«. Von den Fans bejubelt treten Apoptygma Berzerk, Fronter Stephan Groth natürlich als Letzter, gemessenen Schrittes auf die Bühne.

Aufgrund der beengten Verhältnisse/niedrigen Decke verzichteten die Nordlichter komplett auf ihre sechs »LED-Vorhänge«, die in anderen Städten der Tour für Effekte und Videountermalungen diverser Songs dien(t)en.

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24. Juni 2008

Dieser Sommer wird empfindsam Teil 1: Hymns From Nineveh

Wer sagt denn, das sich der Sommer durch dauerfröhliche, laute Mitsingschlager auszeichnen soll? Viel entspanner ist es doch, in der sich endlos hinziehenden Dämmerung auf dem Balkon oder im Park zu sitzen und den ganz leisen Tönen zu lauschen. Sanften, nachdenklichen Songs, mit einer gewissen Wehmut plus dem Wissen um unvermeidliche Vergänglichkeit. Empfindsamen Träumereien. Die sich leerende Stadt kurz nach Ferienbeginn zu genießen.

Starten wir doch eine kleine Serie mit Entdeckungen der leisen Art, die den Soundtrack der kommenden langen Tage bilden können.

 Aus Dänemark kommt der Singer-Songwriter Jonas Petersen, der als Musiker unter dem Namen Hymns From Nineveh unterwegs ist. Seine Songs bezeichnet er sehr treffend als »Devotional Folkpop«. Sufjan Stevens hat hier wohlwollend Pate gestanden. Wie bei so vielen aufstrebenden Nachwuchskünstlern. Gitarre, Stimme, zurückhaltende Arrangements. Was Jonas Petersen aus der Masse der Nachahmer heraushebt, sind Intensität und das Talent, Herzen zu rühren. Aus Neugier bei myspace reingehört. Hängengeblieben, was ungewöhnlich ist.

»If I fade then it´s ok. To break in two. Break in two. If I am breaking into you«, singt Petersen auf dem vielleicht schönsten Song »Cocoon«. Den kann man immer wieder hören, so emotional berührend und dicht und unwiderstehlich ist der.

 Von Hymns From Nineveh gibt es noch nicht einmal ein Debütalbum. Soll kommen auf Good Tape Records. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Jonas Petersen hat vier seiner schönsten Demosongs zum freien Download auf seine myspace-Seite gestellt.  Am besten in der Dämmerung zu genießen. Wunderbar.

Kleine Blick nach vorn: Der zweite empfindsame Künstler, der den ruhigen Summer-Soundtrack 2008 prägt, kommt aus Island.

26. Mai 2008

Musik auf der virtuellen Skandinavienmesse

Screenshot Skandinavienmesse

Was es nicht alles gibt: Nun muss man sich nicht mehr persönlich auf eine Messe begeben, sondern kann das virtuell am heimischen PC tun.

Am Anfang dachte ich an einen Scherz, als mir Thorsten Blum sein Projekt zeigte (das witzigerweise am 1. April an den Onlinestart ging), aber schon bald war ich von der Idee und der professionellen Umsetzung überzeugt. Unter www.skandinavienmesse.de findet man die erste virtuelle (und ganzjährig geöffnete!) Messe zum Thema Skandinavien.

Als Aussteller sind hauptsächlich Reiseveranstalter, Händler im Bereich Bauen und Wohnen, Design und Mode, Jobs, Wirtschaft und Finanzen vertreten. Aber auch die Musik ist repräsentiert, zum einen durch Christian Pliefkes kleines, aber feines Label »Nordic Notes «, zum anderen durch unseren Stand der Nordischen Musik.

Die Aussteller haben die Möglichkeit, ihren Stand in geringem Maß selbst zu gestalten: Man kann Zeitschriftenständer und Informationstafeln bestücken und positionieren, oder man kann zwischen verschiedenen Standeinrichtungen und Standbetreuern wählen. Die Animationen beim Wechsel der Hallen sind nett anzusehen, doch die Simulation des dreidimensionalen Raums hat am Stand selbst ein Ende.

Nichtsdestotrotz überzeugt die Grafik und das Konzept des Projekts, an dem auch Peter Marx (ehemals Nordis-Herausgeber und Veranstalter der »realen« Skandinavienmesse in Essen) beteiligt ist – und an dessen Quellcode mitzuarbeiten Polarpixel die Ehre hatte.

Man muss sehen, wie sich das Projekt langfristig entwickelt, da  sich die Zahl der Aussteller noch in Grenzen hält. Und natürlich kann eine virtuelle Messe niemals eine echte ersetzen, wo es ja vor allem gerade um persönliche Kontakte und ein individuelles Kennenlernen geht.

Doch es ist sicher sinnvoll, eine themenbezogene Präsentationsplattform zu schaffen, die sich in Optik und Feeling von all den anderen Portalen deutlich unterscheidet. Übrigens: Thorsten Blum hat bereits weitere virtuelle Messen eröffnet (oder arbeitet noch daran) – zu den Themen Aquaristik, Einrichtung, Garten, Reise, Sport, Pferde und Wellness …

25. Mai 2008

Eurovision Song Contest: Satz mit X …

…das war wohl nix. Den Exotenbonus Marke Lordi hatten Teräsbetoni nicht. Außerdem fehlten möglicherweise englische Texte, Horrormasken und vor allem: selbstausklappende Flügel. Die Finnen landeten gerade mal auf Platz 22, schlechter bewertet wurden nur noch Deutschland, Polen und Großbritannien.

Norwegen erreichte einen souveränen fünften Platz, musste sich nur Russland, Ukraine, Griechenland und  Armenien geschlagen geben.
Die restlichen Nordlichter dümpelten auf den hinteren Rängen vor sich hin: Dänemark (15), Island (14), Schweden (18). Mehr zum Finale findet ihr hier.

Hei Finnland, probier’s doch näxtes Jahr mal mit Stam1na, Bomfunk MCs — oder Eläkeläiset.

 
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