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Foto nordische Landschaft

12. Oktober 2009

Dúné: Eine verdammt geile Live-Band – hingehen!

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Dúné sind für mich seit ihrem Auftritt am 10. Oktober 2009 im Zapata (Stuttgart) eine DER Live-Bands des Jahres – ob sie dauerhaft begeistern werden wie Apocalyptica oder Lapko? Abwarten.

In Stuttgart jedenfalls stimmt bei den Dänen die Chemie absolut. Sie versprühen eine unglaubliche Energie, haben sichtlich Spaß und reißen jedes Publikum mit …außer dem japanischen, das sich erst nach einer Aufforderung traut zu tanzen.

Noch tourt das Septett durch Deutschland und Österreich; wer also noch ein Ticket ergattern kann: Hingehen!

14. September 2009

Summer Breeze 2009, Samstag: …die Anwohner kommen

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Schattensuche.

Und täglich grüßt die Merchandising-Meile… (siehe Freitag) Einige Besucher sind mittlerweile angepisst davon, mehrmals täglich vom Eingang/Partyzelt den langen Weg an diversen Merchandising-Ständen vorbei bis zu den Openair-Bühnen laufen zu müssen.

…vielleicht wollten die Veranstalter durch die erzwungenen »Fußmärsche« jedoch nur einen gesunden Gegenpol zum Alkoholkonsum und absolut vielfältigen Essensangebot zu fairen Preisen setzen.

Samstag: Pain and Death

Doch noch liegen die meisten im Zelt – und werden wie ich von der Hitze und den »lieblichen« Klängen der französischen Death Metaler Benighted aufgeweckt. Das Konzept, die Bands abwechselnd auf den Hauptbühnen spielen zu lassen, damit man alle sehen kann, ist super. Aber muss man schon um 11 Uhr morgens damit anfangen? Bevor ich richtig wach werde, ist das Konzert auch schon vorbei.

Gespannt bin ich auf die finnische Combo Black Sun Aeon, die erst letztes Jahr gegründet wurde (AdR: …übrigens von Before The Dawn-Fronter Tuomas Saukkonen). Für die düstere Musik ist es aber eindeutig zu sonnig und zu früh. Außerdem sehen die drei Leutchen, die sich dazu kaum bewegen, auf der Bühne etwas verloren aus. Die sollte ich wohl besser mal bei einem Clubkonzert ansehen.

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30. Mai 2009

Lily Electric: Indie-Leidenschaft versus hohe Fußballkunst

Was haben vier junge Dänen namens Bjarke Porsmose, Tobias Mynborg, Morten Dybdal und Rasmus Valldorf  den viel bewunderten Ballkünstlern Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Samuel Eto´o oder Wayne Rooney entgegenzusetzen? An diesem Abend leider nur sehr wenig! Denn dass just zum Zeitpunkt des allerersten Konzerts der dänischen Indierocker Lily Electric im lauschigen Frankfurter Club das bett der FC Barcelona seine Fußballkunst im Finale der Champions League entfesselt, das hatten die Dänen nicht auf ihren Radar.lily5 Zahl der Konzertbesucher an diesem Abend: Sechs bis acht. Es werden auch nicht mehr, als der bett-Betreiber Frank Diedrich gnädigerweise den Abpfiff abwartet und die Zeiger der Dreikönigskirche über Sachsenhausen gegen halb elf wandern.

Arbeitsverweigerung wollen Lily Electric nicht betreiben. Würden diese Jungs nie tun. Vor sieben Zuschauern wird genauso engagiert aufgespielt wie in einem drängend vollen Club. Vielleicht ein bisschen schüchterner, weil die Reihen unten gar so dünn sind. Dann muss eben das Publikum genauso engagiert sein. Machen wir doch gerne und klatschen sehr, sehr wohlwollend und treten noch drei energische Schritte vor. Und auch der Wirt selbst lauscht wohlwollend.

Lily Electric haben sich gehäutet. Von den fröhlichen Flower-Power-Spielkindern der ersten EP in Richtung Psychedelik-Rock. Immer noch sehr retro, aber neuerdings mit deutlichem Ambient-Einschlag. Energisches Gitarrengeschrammel und viele Wah-Wah-Effekte. lily6Auf ihrem Debüt-Album »YOU´RE IN THE PICTURE YOU SAW« ziehen sich die Songs in die Länge, wie es sich für ordentlichen Art-Rock gehört. Songs wie das sehr verspielte »Naughty Girl«,  das mit Beach-Boys-Klängen flirtet, wollen sie  gar nicht mehr spielen. Wir sind eben jetzt anders! Live kommen die neuen Klänge sehr wuchtig daher, mächtig unterstützt vom souveränen Schlagzeuger Rasmus Valldorf, der übrigens während der Schwerstarbeit so hinreißend lächeln kann, dass nicht nur mein Herz wie Softeis am sommerlichen Strand dahinschmilzt.

Hand aufs Herz: Neu ist die Mélange nicht, mit der Lily Electric hier experimentieren. Die dänischen Landsleute Figurines oder Slaraffenland sind in ähnlichen musikalischen Landschaften unterwegs. Na und? An diesem Abend in Frankfurt zeigt die Band Charakter. Sie hätte nach energischen Bitten der Zuhörer sogar noch eine zweite Zugabe gespielt, hätte nicht irgendeine unsensible Hand die Anlage hochgedreht und damit übergangslos zum schnöden Alltag übergeleitet.

Das überaus Angenehme an diesen Konzerten im kleinen Rahmen – so bitter es für die Musiker auch sein mag! – sind die Gespräche mit der Band, die sich danach fast von selbst ergeben. Danke für das überzeugende Gig! Damit bringt man die Lilys dann doch noch zum Strahlen. Gitarrist Tobias Mynborg (Foto) lilly4erzählt von den jüngsten personellen Veränderungen in der Band, dass ehemalige Mitglieder jetzt bei den derzeit sehr gehypten The Asteroids Galaxy Tour mitspielen und dass sie schon längst nicht mehr alle in Berlin wohnen und dass sie die Geschichte mit dem Champions-League-Finale überhaupt nicht auf dem Schirm hatten. Eine überzeugende Alternative zur hohen Fußballkunst bieten die vier Dänen allemal.

27. März 2009

Licht aus! Morgen ist »Earth Hour«

Am Samstag, 28. März 2009, um 20.30 Uhr Ortszeit gehen die Lichter aus – dank der »Earth Hour«, einer vom WWF vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Aktion.

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Sie begann 2007 in Sydney als Signal für den globalen Klimaschutz. Im Jahr 2008 nahmen bereits 50 Millionen Menschen in 371 Städten in 35 Ländern teil und die »Earth Hour« wurde zu einer weltweiten Bewegung, die fast stündlich wächst.

Das Ziel der »Earth Hour« 2009 ist es, dass sich mehr als eine Milliarde Menschen in mehr als Tausend Städten der Welt beteiligen. Die Teilnehmer an der bis dato größten Aktion für das Weltklima setzen damit ein deutliches Zeichen gegen den Klimawandel und für die Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009.

Die Liste der Städte, die ihre Teilnahme an der Earth Hour 2009 bereits bestätigt haben, umfasst bis jetzt mehr als 1.500 Städte in 80 Ländern. Darunter sind natürlich Kopenhagen, aber auch Helsinki, London, Paris, Peking, Rom, Moskau, Los Angeles, Rio de Janeiro, Hongkong, Dubai, Singapur; Athen, Buenos Aires, Toronto, Sydney, Mexiko City, Istanbul, Manila, Las Vegas, Brüssel und Kapstadt.

Abgeschaltet werden auch die Lichter von bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm in Paris, der Christusstatue in Rio de Janeiro, der Alhambra in Granada, dem Opernhaus von Sydney, den Pyramiden von Gizeh, der Akropolis in Athen oder den Petronas-Türme in Kuala Lumpur. In Helsinki sollen die Lichter u.a. im Finnlandia-Haus erlöschen.

Die »Earth Hour« 2009 beginnt am 28. März 2009 um genau 20.30 Uhr auf den neuseeländischen Chatham Inseln und bewegt sich dann im Laufe des Tages entsprechend der Zeitverschiebung über den gesamten Planeten. Den Schlusspunkt setzt Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada: Dort werden mehreren großen Spielcasinos die Lichter ausgeknipst.

In Deutschland beteiligt sich (bisher) Hamburg als einzige deutsche Stadt an der Aktion: An diesem Tag werden rund um die Binnenalster und das Rathaus für eine Stunde die meisten Lichter gelöscht.
Also gilt »Selbst ist der Bundesbürger«: Mach mit und schalte Deine Lichter am 28. März von 20.30 bis 21.30 Uhr aus!

Mehr auf der offiziellen Website.

26. März 2009

Helden in Strumpfhosen: WhoMadeWho

Das mit den Strumpfhosen stimmt nicht ganz. Aber die absonderlichen, hautengen, schwarz-weißen Lycraanzüge, die zwei von drei Mitglieder von WhoMadeWho an diesem Abend im Heidelberger Karlstorbahnhof unter ihren flatterigenDomino-Umhängen tragen, erinnern fatal an Robin Hood.  Spindeldürre Männerbeine, hmm. whomadewho2Diese Probleme hat Drummer Thomas Barford nicht. Denn er ist bis auf eine ausgewaschene Unterhose und eine vors Gemächt gebundene hellblaue Kuschelfigur ganz nackig. Was ihm nicht wirklich schmeichelt.

So viel zu den Äußerlichkeiten, denn wir sind hier ja nicht zum Männergucken extra nach Heidelberg gefahren. Wir sind wegen der Musik hier! Neugierig auf diese sehr eigenwillige Mischung aus Glamrock, Disco, Elektropop und jeder Menge Anarchie. Wir sind neugierig. Wir wollen tanzen!

Dazu bedarf es keiner Aufforderung der Band. Das Karlstorbahnhof-Publikum tanzt von Minute eins an ausgelassen und hört bis zum Ende nicht mehr auf. Wie schaffen diese drei selbstironischen Dänen das? Ganz einfach: Mit einer verflixt klugen Vermischung aller selbstverliebten Stile, die Rock und Pop so zu bieten haben. Mit der mit sich selbst kokettierenden Falsettstimme von Sänger Jeppe Kjellberg. Mit einem sehr gelungenen Gespür für redundante Dancetracks, die mit ihrer Sogwirkung unwiderstehlich die Füße und Hüften zum Zucken bringen. Und mit viel Spaß an der großen Geste, die gleichzeitig augenzwinkernd persifliert wird. whomadewho1Großspurigen Rockstarposen am Bühnenrand, die so gar nicht zu diesen unglamourösen Herren passen wollen. Und den Refrain zu »TV Friend« singen alle sofort mit. »No, no, no, no!« Was eher als Zustimmung zu sehen ist und von der Band auch so verstanden wird.

Dass der Schlagzeuger schlauer war als der Rest der Band und das Publikum sowieso, zeigt sich nach einer schweißtreibenden Stunde ausgelassenen  Tanzens. Weniger Wintertextil am Körper wäre besser gewesen!

 
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