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Foto nordische Landschaft

18. Dezember 2013

Knock Out Festival 2013: Nordmänner in Karlsruhe

Tatort: Zweitgrößte Veranstaltungshalle Karlsruhes
Tatverdächtige: Heavy-Power-Hardrock-Metaller
Tatzeit
: Ausknockend lang
Tatzeugen: 6.000 Heavy-Power-Hardrock-Metal-Fans

In der Geschichte des Knock Out Festivals ergatterten bis 2012 nur zwei nordische Bands einen Platz auf der Bühne: Hammerfall anno 2009 und Stratovarius anno 2011. Ansonsten dominierten britische, niederländische und vor allem deutsche Metalrecken das Programm: Saxon, Within Temptation, Edguy, Helloween, Blind Guardian, Grave Digger, U.D.O., Rage, … Bisher also kein Grund für nordische-musik über das laut Veranstaltern größte Hallenfestival Deutschlands zu berichten.

Am 14. Dezember 2013 schaffen es aber gleich zwei Nordlichter auf die Bretter der Europahalle in Karlsruhe: Die fulminanten Ex-Grand-Prix-/ ESC-Gewinner Lordi aus Finnland und die schwedischen Power Metaller Sabaton, als Headliner. Dazwischen feiern Saltatio Mortis ein Heimspiel, danach Doro ein halbes – ihre Freundin Regina Halmich kommt von hier. Als Opener haben die Veranstalter Bottom Row sich für die zwei südwestdeutschen Kapellen Kissin’ Dynamite und Pink Cream 69 entschieden.

Mein rechtzeitig zum Auftritt Lordis geplanter Einmarsch in den Fotograben, wird durch widrige Umstände verhindert. Erst nach gut einem Drittel des Sets bin ich in der Halle. Immerhin bekomme ich noch einige meiner Favoriten mit, wie »Blood Red Sandman« (lässiges Video) und die teuflische Kampfansage »Devil Is a Loser«.

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15. Dezember 2013

Musik für dünnhäutige Menschen mit Tragic Van

Nicht nur draußen wird es kälter, sondern auch in den Songs des finnischen Musikers Tragic Van. Gerade der Track »Paper Thin« bildet den perfekten Soundtrack für Tage, an denen der Graupelregen nicht enden will. »It´s getting colder now, I´m feeling wind on my skin. I´m feeling paper thin«, singt dieser blasse, blonde Mensch in der abgetragenen Jeansjacke. In seiner Welt wechselt die Farbe des Himmels mit alarmierender Geschwindigkeit von dunkelblau zu tiefschwarz. Dazu puckert ein einsames Banjo. Der verdiente finnische Bloggerkollege Vesa Lautamäki von One Chord To Another hat die Musik von Tragic Van mit dem schönen Attribut »Finamericana« versehen. Und dabei ein wenig unter den Tisch fallen lassen, dass hier mitunter noch eine Spur naiver 60ies-Popseligkeit durch diese Songs huscht. Und eine kleine Prise Singer-Songwriter-Verlierertum. Wobei klar ist, dass der Held hier seinen Optimismus noch lange nicht verloren hat: Die Sterne sieht er immer noch!

Tragic Van ist das Soloprojekt von Henri Seger aus Helsinki. Der Mann hat der Fama nach in den vergangenen Jahren vor allem durch Cover-Konzerte seines Helden Elliot Smith auf sich aufmerksam gemacht. Nun scheint die Zeit endlich reif zu sein, aus dem Schatten des großen Vorgängers zu treten. Ende November hat der Musiker seine Debüt-EP »PAPER THIN« vorgelegt. Die zwar nur drei Tracks enthält, aber es ist zumindest ein Anfang. Herr Seger überzeugt durch feine Beobachtung und erzeugt unspektatuklär sehnsüchtige Gefühlszustände. Dazu dürfen neben der Slide-Gitarre auch mal die 80ies-Synthies einen Gastauftritt hinlegen. Tragic Van macht tröstliche Musik für dünnhäutige Menschen. Und ist somit hoch alltagstauglich. Weitermachen so, junger Mann!

30. November 2013

Eine kluge Nachtmusik mit Redder

Röter ist ein schönes Wort. Gerade gestern benutzte ich es, um der netten jungen Frau von Miller Mützen auf dem Bessunger Weihnachtsmarkt zu erklären, welche Farbe die ideale, sehr freche Zipfelmütze haben müsste. »Ein röteres Rot als dieses!«

Redder ist auch der Name eines neuen Elektronik-Duos aus Helsinki, das schön verlangsamte, kluge Nachtmusik für die Stunden nach Mitternacht macht. Dabei ist es durchaus von Vorteil, dass Frans Saraste and Vesa Hoikka aus unterschiedlichen musikalischen Zusammenhängen kommen: Frans aus der folkigen, singer-songwriterigen Ecke, Vesa aus dem triphoppigen, elektronischen Umfeld. Wer hier genau hinhört, registriert auch Anklänge an blasses, britisches Schönmenschentum vom Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Edel und postromantisch, geht es hier zu, aber keineswegs zu abgehoben. Etwas Unbestimmtes liegt hier in der Luft, das sich nicht recht fassen lässt, aber auf gehobenem Niveau zum Nachdenken anregt. Von Redder liegt bislang die EP »BORDER/LINES« vor. Man lässt sich hier entspannt im Ambient-Modus durch Gefühlszustände treiben, die eigentlich nur mit der Schwarz-Weiß-Kamera aufgenommen werden können. Zum titelgebenden Stück gibt es ein sehr edles Video, in dem gutaussehende Menschen leicht verloren durch urbane Landschaften taumeln. Ein empfindsames Piano verleiht dem Track Charakter, und die helle Stimme von Saraste fügt sich wie selbstverständlich in das Gesamtkunstwerk ein,

Fast noch besser aber gefällt das minimalistische »Closer«, bei dem die Massive-Attack-Anspielungen zwar unüberhörbar sind, aber doch eine eigene Handschrift erkennbar wird. Simpel sind die Dinge in Redder-Land sicherlich nicht, aber man folgt den beiden gerne in die labyrinthischen Windungen angedüsterter Emotionen. Wobei zwischen den Zeilen und Tönen jederzeit deutlich wird, dass sich mitunter Sonnenstrahlen in diese mittelschwarze Welt verlieren. Und wenn man sich´s genau überlegt, dann sind es die intelligente Vertracktheit und das elegante Hakenschlagen, die hier am meisten Freude bereiten. Vorstellbar, dass diese beiden blassen Jungspunde in England reüssieren. Denn im James-Blake-Land sind sie musikalisch hörbar mehr zuhause als im heimischen Finnland.

08. November 2013

Alle Jahre wieder: Nordische Weihnachten im »Süden« 2013

Luciachor, Lucia Weihnachtsmarkt Kulturbrauerei (Berlin) © Foto: Jochen Loch

Wer 2013 nordische Weihnachtsmärkte besuchen will, hat die Wahl zwischen dem Berliner Lucia-Weihnachtsmarkt, den finnischen Weihnachtsdörfern in Stuttgart, Hannover oder Leipzig sowie dem zweitägigen finnischen Weihnachtsbasar in Frankfurt.

Lucia Weihnachtsmarkt in Berlin

Eine feste Größe in Berlin: Der Lucia Weihnachtsmarkt, findet dieses Jahr von Montag, 25. November bis Sonntag, 22. Dezember 2013 statt, wie immer in der Kulturbrauerei im Stadtteil Prenzlauer Berg.

An den Ständen findet ihr nordische Spezialitäten / Leckereien  und nordisch-skandinavische Musik (aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden in der jeweiligen Landessprache) aus kleinen Lautsprecher-Boxen hören. Ihr könnt euch an sieben Schwedenfeuern wärmen oder am Kunstobjekt »Open-Air-Mantel-Heizung«: An dieser skurrilen Installation können sich frierende Besucher angewärmte Pelzmäntel überziehen, für deren Wärmezufuhr ein Holzofen sorgt. Zudem garantiert ein reichhaltiges Rahmenprogramm für Kinder, Familien und Jedermann Abwechslung, wie am Freitag, 13.12.2013, der Lucia-Umzug mit dem Luciakör.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 15 bis 22 Uhr
Samstag und Sonntag: 13 bis 22 Uhr

Finnische Weihnachtsdörfer

Kalevala-Spirit lockt auch 2013 mit finnischer Weihnacht in seine Weihnachtsdörfer: Über stimmungsvolle Holzhäuschen und Lappenzelten zieht der Duft von Flammlachs, Glögi, Kesselkaffee, heißem Preiselbeersaft und vielem mehr.

Dieses Jahr stehen die finnischen Dörfer hier:

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06. Oktober 2013

Ist der Poser ein Auslaufmodell? Reeperbahnfestival 2013

Publikumszuspruch ist eine launische Freundin. Popularität im Zeitalter kurzer Aufmerksamkeitsspannen sowieso. Ob sich dem Glück auf die Sprünge helfen lässt, wenn sich drei Halberfolgreiche zusammentun? Im Fall von Viktor & The Blood ist es zu bezweifeln. Viktor Norén, der kleine Bruder von Mando Diaos Gustaf Norén, ist mit seiner Band Sugarplum Fairy nie über den Status eines gehobenen Teenieschwarms hinausgekommen. Obwohl die Sugerplums durchaus hoffnungsvolle Ansätze zeigten, konnten sie nie die Durchschlagswirkung des großen Bruders erreichen. Von Viktor Norén hatte man zuletzt vor Jahren gehört, als er in einem Film über das Leben von Uschi Obermaier die Rolle von Mick Jagger übernahm. Dicke Lippe und so! Viktor Norén will es jetzt noch einmal wissen, hat mit einem alten Sugerplum-Mitstreiter und Samuel Giers, dem ehemaligen Schlagzeuger von Mando Diao, ein Trio gegründet. Man zwängt sich in stylishe schwarze Anzüge, gibt die schicken Rock´n´Roll-Dandies und pflegt ausgiebiges Posen, theatralisches Winden ums Mikrophon inklusive. Die Darbietung auf dem Reeperbahn Festival (im altehrwürdigen Indra-Club, wo schon die Beatles spielten!), beleidigt das junge weibliche Auge keineswegs. Musikalisch werden allerdings nur Klischees geboten. Ist der Poser also ein Auslaufmodell? Man kann es nur vermuten. Warner Music sieht das allerdings etwas anders und hat die mittlerweile mittelalten Schönmenschen unter Vertrag genommen.

Viktor and the blood – Kicks out on a saturday night from Ellen Kugelberg on Vimeo.

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