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Foto nordische Landschaft

09. August 2016

Hel(l) aktuell XXIII: Tuska 2016, Sonntag: War was?!

Der Regen lässt kaum nach. Fast die ganze Nacht gewittert es. Als wir uns in Richtung Tuskagelände aufmachen, regnet es noch immer. Dort angekommen werden wir von Hatebreed aus den USA begrüßt. Wir ignorieren sie wohlwollend, denn das wollen wir unseren Ohren nicht antun.

Dann doch lieber Nervosa. Für den Old School-Thrash der drei Brasilianerinnen lohnt sich der Weg in die kleine Halle.

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08. August 2016

Hel(l) aktuell XXII: Tuska 2016, Samstag: Wechselhaft

Nicht auszuhalten ist die Sonne am zweiten Tuska-Tag. Heute gibt es endlich eine Sonnenbrille. Während die irischen Primordial noch gute 25 Minuten spielen, besorge ich mir eine. Man merkt, dass Samstag ist. Gestern um diese Zeit war nicht so viel los.

Ab ins Zelt vor die Helsinki Stage. Tsjuder aus Norwegen ist die erste Band, die wir sehen wollen. Drei mit Corpsepaint beschmierte, martialisch aussehende Typen, die richtig geilen Black-Metal spielen. Eine der besten Bands des gesamten Festivals.

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07. August 2016

Hel(l) aktuell XXI: Tuska 2016, Freitag: Takk, Kvelertak!

Ein warmer, sonniger Freitagnachmittag auf dem Gelände des alten Gaswerks in Helsinki. Auf der Hauptbühne (Radio Rock Stage) spielen gerade Cattle Decapitation (USA) mit denen unser erster Tuska-Tag beginnt. Viel bekommen wir nicht mit, da wir direkt zu den finnischen Frosttide in Richtung Inferno-Stage gehen.

Auf dem Weg in die Halle fällt uns die neu gestaltete Helsinki-Stage auf: sie ist nun leicht nach rechts gedreht, Bühne und Vorplatz sind mit einem großen Zelt überdacht. Frosttide erinnern etwas an ihre Landsmänner Ensiferum. Leider ist nicht allzu viel los in der kleinen Halle. Liegt womöglich an der sehr frühen Spielzeit. Allgemein sind am frühen Nachmittag wenig Besucher auf dem Gelände.

Laut Aussage der Sängerin zum ersten Mal in Finnland: Delain aus den Niederlanden.  Vor der Zeltbühne (Helsinki Stage) haben sich die schon anwesenden Fans versammelt, um den ersten Auftritt Delains in Helsinki zu sehen. Mir ist die Musik zu beliebig, auch die Stimme der Sängerin, Charlotte Wessels, gefällt mir nicht so recht. Dafür den anwesenden Zuhörern umso mehr.

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13. Juni 2016

Sowjetschlager und 60ies-Pop: Kuparilinna

Ach, was waren das noch für Zeiten, als beim Eurovioson Song Contest alle Beiträge in der Landessprache gesungen werden mussten. Bunte Zeiten, unbedingt! Denn das Finnische eignet sich hervorragend als Sprache der Popmusik mit seinen vielen hüpfenden Vokalen. Allerliebst klingen die finnischen Retro-Sounds der putzmunteren Finnen von Kuparilinna. Die schelmischen Fünf aus Helsiniki schlagen auf ihrem sehr selbstironischen Debütalbum eine schaumige Mélange aus luftigem Blumenkinder-60ies Pop und gefühligem Sowjetschlager im 70er-Style an. Hier scheint die Sonne selbst bei den mitunter kühlen nordischen Sommertemperaturen. Scheinbar naiv und sympathisch großäugig präsentieren sich die Fünf um Sängerin Liila. Und bieten federleichte, sehr tanzbare Klänge, die eine perfekte Balance zwischen Retro-Kitsch und poppigem Übermut finden. Das ist ebenso eigenwillig wie charmarmt und auf eine unterkühlte Weise frech. Die Wurlitzer-Orgel spielt dazu gefühlig auf. Und weil wir hier in Finnland sind, schimmert eine ganz kleine Träne im Knopfloch. So stelle ich mir die Kleinen Strolche vor, wenn sie erwachsen sind! Dem Debütalbum kann man zur Gänze auf Bandcamp lauschen. Ein sicheres Gegenmittel gegen all die Sturzbäche an Juni-Regen, die so allmählich aufs Gemüt drücken. Die feine Single »Aurinko« (Sonne!) feiert mit flotten Trompetenklängen die kleinen Freuden des Lebens und kommt im allerliebsten Schlunzer-Stil daher. Hebt die Laune sehr subito!

27. März 2016

Peppina im Märchenland

Man mag sie ja kaum noch glauben, diese wundersamen Geschichten, wie unbekannte Musiker im Internet entdeckt werden und einen hoffnungsvollen Karrierestart hinlegen. Gerade im weltweit wuchernden Singer-Songwriter-Genre, wo sich jeder zum potenziellen Star-Leider-berufen fühlt, der drei Akkorde spielen kann! Aber es gibt sie tatsächlich immer noch, die kleinen Erfolgsgmeldungen. Denn so hat es die junge Singer-Songwriterin Peppina als einer der sehr raren finnischen Acts zum diesjährigen South By Southwest Festival und zum renommierten Sundance Film Festival geschafft. Aber der Reihe nach: Denn alles fing damit an, dass die Nachwuchskraft aus Helsinki mit knapp 17 Jahren ihre ersten Songs auf die Produktions-Plattform hitRECord hochlud, die vom US-Schauspieler und -Regisseur Joseph Gordon-Levitt (wir erinnern uns: 500 Days Of Summer!) bereits vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Hier kommen Kreative aus aller Welt zusammen, Musiker, Grafiker, Texter und Filmemacher gleichermaßen. Und das Allerberbeste ist: Die Künstler werden fair bezahlt, falls eine Zusammenarbeit entsteht. Peppinas Tracks gefielen so gut, dass mehrere kurze Animationsfilme zu ihrer Musik gedreht wurden, darunter das sehr beschwingte, märchenaffine »Beastly Beauty«. Weitere Videos gibt es hier zu entdecken. Ganz schön breites Oeuvre für eine knapp Zwanzigjährige!

Und damit nicht genug: Die hitRECord-Kontakte erwiesen sich als so lohnend, dass Peppina Ihre Debüt-EP »FOLLOW YOUR GRAVITY« in New York mit renommierten Studio-Musikern aufnehmen konnte. Und ich muss an dieser Stelle übrigens ein wenig Abbitte tun: Nach einer ganzen Reihe nichtssagender Gigs von Singer-Songwritern im Rhein-Main-Gebiet, bei denen mir Füße und Ohren gleichermaßen einschliefen, meckerte äußerst ungnädig über dieses Genre. »Du könntest mich schütteln, ich könnte Dir vom gestrigen Abend keinen einzigen Song nennen, der irgendwie hängengeblieben ist«, mailte ich an einen Freund nach einen Doppel-Konzert von Singer-Songwritern in der Bundesliga-Metropole Darmstadt. Klampf, Krampf und gepflegte Langeweile. Ein wenig gefälliger darf es durchaus sein! Denn das Erstlingswerk von Peppina sehr leichtüßig, anmutig und durchaus frühlingshaft ausgefallen. Überzeugt mit professionellen Arrangements. Die EP ist sehr hörenswert. Man kann ihr zur Gänze via Soundcloud lauschen. Ach ja, und das Märchen ist noch nicht zu Ende erzählt: Der Song »We Can Go Back Again« hat es auf den Soundtrack des US-Indie-Films »MARRIED YOUNG« geschafft, der gerade produziert wird.

 
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