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Foto nordische Landschaft

20. Dezember 2009

Die besten skandinavischen Gigs des Jahres 2009

Wo man hinsieht, überall nur Bestenlisten. Alben des Jahres, Songs des Jahres, Alben des Jahrzehnts…und so weiter. An unserer eigenen besten-Alben-Liste für 2009 auf Nordische Musik basteln wir noch, dürften aber bald zu Potte kommen.

Fange ich eben mit einer eigenen kleinen Liste an, mit den zehn besten skandinavischen Gigs des Jahres. Die haben kurioserweise in ihrer Mehrzahl außerhalb von Deutschland stattgefunden.

10. Lily Electric im (damals noch) Bett in Frankfurt-Sachsenhausen: Wie die jungen Dänen das Pech bekämpften, am Abend des Champions-League-Finales vor nur sieben Zuschauern zu spielen, war formidabel!

9. WhoMadeWh0 im Karlstorbahnhof in Heidelberg: Selten so so absonderlich gekleideten Herren so ironisch abgetanzt!

8. Cats On Fire und Goodnight Monsters im Karlstorbahnhof in Heidelberg: Allerliebster großäuigig-ironischer Gitarrenpop.

7. Murmansk (Foto: Tuomas Kohvakka) auf dem Ämyrock-Festival in Hämeenlinna. murmanskKein Widerstand gegen diese heftigen Töne möglich. Ein intensives Lärmgewitter von gewaltiger Unbedingtheit und einer Sängerin, die es fertigbringt, wütend und schüchtern zugleich zu sein.

6. The Crash auf dem Ruisrock-Festival, Turku. Das Abschiedskonzert der Band, die sich auflöst. Eine gute Tausendschaft singt die Songs mit. Bei den Freundinnen kullern die Tränen.

5. Hjaltalín auf dem Iceland Airwaves Festival, Reykjavik, in der Kirche am See, begleitet vom Kammerorchester. Episch, verspielt, lächelnd.

4. Viola auf dem Ämyrock-Festival in Hämeenlinna. Endlich! Endlich! Sehe ich eine meiner liebsten finnischen Bands live. Ein bunter Querschnitt durch ihr musikalisches Schaffen und am Schluss darf sich das Publikum die Zugabe wünschen und ich rufe natürlich »Nuclear Beach!« Und Riku sagt: »Das spielen wir jetzt für nur Dich, Eva-Maria«. Schnief!

3. Joensuu 1685 auf dem Ruisrock-Festival in Turku. Die Finnen bringen es tatsächlich fertig, ihren Überhit »(You Shine) Brigther Than The Light« als Opener zu spielen und danach musikalisch nicht abzufallen. Und das auf der kleinsten Bühne im Nieselregen!

2. Casiokids unplugged und elektrisch verstärkt auf dem Iceland Airwaves Festival in Reykjavik. Die andere Entdeckung des Jahres. Die Norweger sind nicht nur ungemein sympathisch, sondern singen auch noch wie die Engel, aber so, dass man breit grinsend dazu tanzen muss!

1. For A Minor Reflection (Foto: Jón Páll) in den Frankfurter Hazelwood Studios und auf dem Iceland Airwaves Festival in Reykjavik: for-a-minorDie isländischen Postrocker waren vielleicht die Entdeckung des Jahres: Leidenschaftlich, zart, ungestüm. Ich hab da so ein Gefühl, dass sie 2010 mit ihrem neuen Album reichlich Eindruck hinterlassen werden.


19. Dezember 2009

Die Tracedawn-Jungs haben Humor…

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So steht es auf Tracedawns Website unter Tourdaten zu lesen:

January 30, 2010: Backstage, München, Germany (Bavaria) Tickets
February 1, 2010: Longhorn, Stuttgart, Germany (Swabia) Tickets
February 2, 2010: Garage, Saarbrücken, Germany (Saarland) Tickets
February 3, 2010: Markthalle, Hamburg, Germany (Fischkopfia) Tickets

Fischkopfia? Die Jungs haben Humor.
…andrerseits steht »bratwursti« (auch) im finnischen Wörterbuch – und Supermarktregal.

© Foto Tracedawn / Timo Honkanen

17. Dezember 2009

Frank Keil von nordische-musik.de im Interview auf Radio Schwankungen

Unser Kollege Frank Keil von www.nordische-musik.de wurde im Rahmen des Kunst- und Musikfestivals »folk-artNOW! #3 mare balticum« am Freitag, 27. November 2009, in Bremen interviewt – wir berichteten.

Das Interview wird am kommenden Samstag, 19. Dezember 2009, von 16 bis 17 Uhr auf Radio Schwankungen (UKW Bremen 92,5) gesendet. Kurz danach ist es als Podcast über die Website des Radios unter »Folk Art Radio #3 VIER« abrufbar.

04. Dezember 2009

Vuk oder: Hoch lebe das Hinterland

Ein Harmonium auf der Bühne! Wo sind wir denn hier? Auf einer christlichen Erweckungsveranstaltung? Weit gefehlt! Eher auf kreativen Abwegen, auf die man gerät, wenn man sich im Hinterland tummelt. Vuk, das Projekt der US-finnischen Künstlerin Emily Cheeger, spielt mit Hinterland-Stereotypen. Von den kauzigen, merkwürdigen, leicht beänstigenden Sonderlingen. An diesem Abend im Heidelberger Karlstorbahnhof regnet es draußen unangenehm, der Wind schlägt aus dem Hinterhalt zu und die wenigen Besucher kauern auf Stühlen, aufmerksam zuhörend. vuk1Ein Wetter, das unerwartete Kapriolen schlägt, so wie die Band: Emily, ihre Pianistin Loupine und der famose Schlagzeuger Janne Lastumäki, sonst aktiv bei den Nekropoppern Sister Flo, die im Übrigen mit »AU« gerade ein Album herausgebracht haben, das es mit Sicherheit weit nach vorne in meine Jahres-Charts schaffen wird.

Aber heute abend: Vuk. Die schüchtern scheinen. Die vielleicht noch den Schock verdauen, dass zu ihrem Konzert am Vortag in Frankfurt eine einzige Besucherin auftaucht: Die Verfasserin dieser Zeilen. Eine Emily, den Tränen nahe, auf den Stufen des Ponyhof kauernd, eine Loupine, die sie tröstend umarmt. Die für die einzige Besucherin tatsächlich spielen wollen. Was der Besucherin so peinlich ist, dass sie dankend ablehnt, die Frankfurter Kulturbanausen ein weiteres Mal verflucht und verspricht, am nächsten Abend nach Heidelberg zu kommen.

Emily Cheeger hat, so die Fama, eine Zeitlang damit geflirtet, Opernsängerin werden zu wollen. War aber wohl zu langweilig im Establishment. Da hat sich die Musikerin bewusst auf die Seite der Sonderlinge geschlagen. Erzählt brüchige, abstruse Geschichten, die Angst einjagen können. Holt sich die Inspiration aus all den Hinterländern, die verdächtig scheinen: Aus dem tiefen Süden, aus dem Balkan, von den Zigeunern,  aus den Sümpfen, aus den tiefsten Dickichten der Wälder. Transformiert all diese Einflüsse, ist Hexe, ist Femme Fatale,  ist Bänkelsängerin, ist Diseuse, ist Experimentalistin. Zelebriert ihre eigene Erweckungsveranstaltung, das Hackbrett kunstvoll traktierend. Schreiend, flüsternd, mysteriös andeutend, das Publikum auf Abwege führend. Immer tiefer, tiefer in den Wald hinein. vuk2

Wir folgen ihr mit klopfendem Herzen und empfehlen allen echten Sonderlingen dieser Welt ihr zweites Album »THE PLAINS«. Und fordern eine Zugabe, der Emily mit den Worten nachkommt: »Ich spiele euch einen Song, der noch nicht fertig ist, der sich noch entwickelt, von dem ich selbst nicht genau weiß, in welche Richtung er gehen wird. Aber das hängt auch davon ab, wie das Publikum reagiert”. Das lauscht. Überrascht, in den Bann gezogen. Fast schon atemlos.

Foto: Jussi Puikkonen, Album Cover Art: Rasmus Nora, graphic design by Jussi Karjalainen.

03. Dezember 2009

Weihnachtsgeschenke gesucht?

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Wer noch verzweifelt Weihnachtsgeschenke für Freunde von Musik, Norden oder nordischer Musik sucht – wie wär’s damit:

Verschenkt doch die »Promised Land Of Heavy Metal«-DVD, ein Ticket fürs Dúné-Konzert, einen der Island-Filme von Stefan Erdmann, ein »Early Bird Ticket« fürs Reeperbahnfestival, einen Gutschein für die neue Lapko-Scheibe oder ein anderes, gutes Album voll nordischer Musik. Oder weihnachtlicher nordischer Musik.

© Fotos: Kimmo Kuusniemi & Tanja Katinka Karttunen, Reeperbahn Festival

 
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