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Foto nordische Landschaft

08. Januar 2008

Ensiferum: »… und danach haben wir ein bisschen gefeiert«

ensiferum, substage

Am 9. Dezember 2007 in Karlsruhe plaudern Ensiferums Markus Toivonen und Sami Hinkka über die aktuelle Tour, Amorphis , Lordi , Hevikaraoke, ihre Begleitband Chthonic – und was Finnen unter »ein bisschen feiern« verstehen.

Markus Toivonen: Sori, ich sag gleich, mein Englisch ist heute nicht so gut…
Sami Hinkka: …vielleicht solltest du statt des Bieres ein paar Vitamine zu dir nehmen…(deutet auf eine ziemlich vergammelte Karotte)

Haben die eure Vorgänger hier vergessen?

Sami: (grinst) Die hat tatsächlich irgendjemand hier im Bus gefunden.

ensiferum, substage

Abgesehen von den Vitaminen – wie lief die Tour bisher?
Markus: Gut. Dieses Mal ist es nur eine kurze Tour, wir waren ja im April schon unterwegs. Wir starteten am 29. November in Athen.
Sami: Das war zwar nur ein kleiner Club, aber das Publikum dort war super!
Markus: Wir spielten ja zum ersten Mal in Griechenland.

Wurde euer aktuelles Album »VICTORY SONGS« dort veröffentlicht?
Markus: Nein. (grinst) Die müssen es wohl direkt bei Spinefarm bestellen. (Pause) Seit dem Rückflug von Athen sind wir mit dem Bus unterwegs, durch Belgien, Niederlande und Deutschland.

Sami: Hamburg war ganz gut. Und gestern spielten wir in Köln.
Markus: Der Club war seit drei Wochen ausverkauft. Das war eine richtig gute Show.
Sami: Und danach haben wir ein bisschen gefeiert. (Gelächter)

Die Vorband Chthonic: »Sehr nette, coole Typen«


chthonic, substage

Habt ihr eure Vorband(s) selbst ausgesucht? Eine Blackmetal-Band aus Taiwan ist recht ungewöhnlich…
Markus: Das Management schlug Chthonic vor. Wir waren dann auf deren Website, haben mal in ihre Musik reingehört etc.
Sami: Und sie gefielen uns.
Markus: Die sind wirklich gut.
Sami: Und sehr nette, coole Typen. Wir teilen uns den Bandbus und die Stimmung ist großartig.
(Gelächter)
Markus: Die Armen…
Sami: …am Anfang haben sie höchstens zwei Bier am Abend getrunken…
Markus: …dann haben sie gesehen, dass wir Vodka trinken – und sehr höflich gefragt ob sie auch mal probieren dürften.
Sami: (lacht) Nach der gestrigen Show in Köln hatten wir dann sieben leere Flaschen Vodka im Bus.
Markus: (grinst) Acht. Du hast meine vergessen.
Sami: (grinst) Stimmt.

ensiferum, substage

…dafür seht ihr aber recht fit aus…
Sami: (zweifelnd) Tatsächlich? Das glaub ich nicht…
Markus: Zuhause stehe ich normalerweise zwischen 6 und 7 Uhr morgens auf…
Sami: …und heute sind wir erst um 8 Uhr morgens schlafen gegangen
Markus: …und nachmittags um 17 Uhr oder so aufgestanden.

Habt ihr eigentlich schon mal in Asien gespielt?
Markus: Einmal. In Tokio 2005, auf einer Metal Veranstaltung mit anderen finnischen Bands, bei den »Finnish Music Days«.
Sami: Aber wir würden gerne in Asien touren.

Vielleicht eine Tour mit vertauschten Rollen: Ihr als Support von Chthonic…?

Markus: Das würden wir sofort machen! Wir verstehen uns super – und diskutieren schon über die Idee. Es wäre großartig wenn’s klappen würde.

Fortsetzung folgt …

03. Januar 2008

Musik von vorne: Bands für 2008 [4/4]

Natürlich hätten wir diese Liste noch viel länger machen können. Und müssen! In Norwegen tummeln sich in Oslo und in der Bergen-Szene noch exzellente Künstler (beispielsweise die genialen Avantgardeure von Shining und Italo-Beatmeister Lindstrøm ), in Schweden reißt die Serie an wunderbaren Folkpop-Musikern nicht ab und Finnlands Bands haben 2007 schon dominiert. Man nenne an dieser Stelle Rubik und Sister Flo. Nach Teil eins und zwei und drei gibt es hier nun weitere Exemplare aus der spannenden skandinavischen Musikszene.

LAU NAU (FIN)

 Der Wodkaverbrauch in den düsteren Monaten steigt in Finnland gen unendlich. So lautet ein weitverbreitetes Klischee. Bei Lau Nau dürfte neben Patchouli eher das ein oder andere Kraut die Lebensadern weiten und so für den passenden Singsang sorgen. Man stellt sich quasi automatisch vor, die Frau hinter diesem Projekt haust mit zerzausten Haaren in irgendeinem Märchenwald und lässt einmal pro Tag schleppend ihre geränderten Fingernägel über die Harfe sausen. Das ist avantgardistisch und weird, aber so was muss es eben auch geben. Es geht hier eher um Sounds als Songs, allerdings muss Laura mit ihren rekrutierten Waldschraten die gerade eingespielten für ihr neues Album auswählen. Mit Glück erscheint es 2008. Zum Weiterhören empfehlen wir den Komplettkatalog des spannenden Labels Fonal, z.B. Valojuopot oder Shogun Kunitoki. Aber Achtung: Circa 96% der zufällig befragten Passanten verneinten die Frage, ob es sich dabei um Musik handele…

Homepage: myspace.com/launau

BLOODGROUP (ISL)

 Wenn hier im ersten Satz etwas wie »blutrünstig«, »brachial« oder »todesmetallisch« stehen würde, wären die Erwartungen wohl passend erfüllt. Aber ein paar Isländische Scherzkekse spielen mit Assoziationen (wie z.B. auch der Kanadier von Destroyer) und lassen danach bunte Luftblasen folgen. Die Mischung ist undefinierbar. Hier wird sich zwischen Elektro, Pop, Soul und Funk bewegt – bunter bemalt als ein Keith Haring-Bild. Stillstehen ist unmöglich, ebenso weitere Informationen über diese Band zu erhalten. Schüttelt Extremitäten zu dieser frischen Band aus eisi Iceland!

Homepage: myspace.com/bloodgroup

BARR (SWE)

 »Barr is Swedish for pine needle. And a seven piece making acoustic mayhem.« So steht es zumindest auf ihrer myspace-Homepage. Bisher gibt es nur wenige Songs, die eingespielt dort ihren Platz finden. An eine offizielle Präsenz oder gar mehr Infos ist nicht zu denken. Aber ihre Folkpop gefällt durchaus mit einer reichhaltigen Instrumentierung und guten Ideen. Dass das Umfeld aus Jenny Wilson und Moneybrother besteht, dürfte da auch nicht gerade hinderlich sein. Ein Label ist allerdings noch nicht gefunden, so dass Zeit genug bleibt, dem Baum beim wachsen der Band beim Werdegang zuzugucken. Würde übrigens super auf Imperial Recordings passen, wo z.B. auch Promise And The Monster (auch total neu), José Gonzalez und Co drauf sind.

Homepage: myspace.com/barrmusic

Es gibt viel zu entdecken. Freuen wir uns also auf 2008!

22. Dezember 2007

Huuhkaja! Teil 2: Ein Uhu macht Karriere

Kurz vor Weihnachten wird es uns unerwartet friedlich ums Herz und wird uns klar, dass jetzt die Zeit für eine nette Geschichte gekommen ist. Und die geht so: Dass ein riesiger Uhu (huuhkaja in der Landessprache)  im Juni durch einen eindrucksvollen Auftritt im Olympiastadion zu Helsinki den zwischenzeitlichen Abbruch eines Fußball-Länderspiels erzwang, ist noch in bester Erinnerung. Die finnische Nationalmannschaft fasste durch den couragierten Auftritt des im Stadion lebenden Uhus neuen Mut und rang das gegnerische belgische Team schließlich mit 2:0 nieder.  Seitdem ist der Vogel (lateinisch Bubo Bubo) in Finnland ein Held und es gibt nicht wenige einheimische Touristen, die eigens ins Olympiastadion pilgern, um vielleicht einen Blick auf »Bubi« zu erhaschen. Jawohl, der Uhu brauchte natürlich einen Namen. Da er sich bevorzugt auf den Reporterplätzen niederlässt, musste der legendäre Radiokommentator Bror-Erik »Bubi« Wallenius schließlich als Namenspate herhalten.

Jedes Jahr kurz vor Weihnachten küren die Journalisten der in Helsinki tätigen Lokalredaktionen den »Bürger des Jahres« der Hauptstadt. Anno 2007 gab es einen einsam an der Spitze liegenden Gewinner: »Bubi«, den Uhu! Erstmals in der Geschichte dieser Auszeichnung ging Platz eins also an einen Vogel. Klar, schreibt der »Helsingin Sanomat« , die größte Tageszeitung des Landes, klar hätte es auch einige verdienstvolle menschliche Kandidaten gegeben, aber »Bubi« hat sie alle lässig abgehängt. Ein Uhu ist also die Persönlichkeit, über die man in Helsinki in diesem Jahr am meisten gesprochen hat.

Die Auszeichnung ist natürlich mit einem Geschenk verbunden:  Einer signierten Lithografie der Künstlerin Tuula Juuti. Da »Bubi« den Preis schlecht persönlich abholen kann, soll das Werk jetzt im Olympiastadion aufgehängt werden. Viele Fans des Vogels hoffen indessen, dass er seine Flugkünste bald wieder vor einer internationalen Kulisse zeigen wird. Etwa bei den Qualifikationsspielen zur Fussball-Weltmeisterschaft 2010, wenn das deutsche Team kommt. Ballack und »Bubi« etwa gäben ein schönes Bild ab.

29. November 2007

Mäkkelä’s Trash Lounge in meiner Stadt

Und ich dachte, die halbe Welt kennt Mäkkelä’s Trash Lounge und die Hälfte davon wird da sein, aber dann saßen am Ende in der Astra-Stube ein gutes Dutzend an Besuchern locker gestaffelt im Raume herum, was die Stimmung des Songwriters jedoch nicht sonderlich trübte. Der später erzählte, bei jeder Tour würde er darauf achten, dass Hamburg auf dem Plan stünde und sei es dann so weit, würde es draußen in Strömen regnen, es sei schweinekalt (mindestens) und die Zuhörerzahl würde sich auch in Grenzen halten (sic!), weshalb er jedes Mal dächte: Also das nächste Mal lässt du Hamburg mal aus, das war’s mit Hamburg, Hamburg muss nicht sein. Und? Tja, auch dieses Mal sagte der Meister: “Danke. Es war ein schöner Abend mit euch, auch wenn ich langsam jeden von euch vom Gesicht her kenne. Ich komme wieder, klar. Danke noch mal.”

Es war wirklich ein schönes Konzert. Mäkkelä’s Trash Lounge spielte seine leicht ruppigen Weisen, die eben nie umkippen ins gefällig Melodiöse, wie man es bei anderen Menschen mit Gitarre erlebt. Höchstens, dass er ein paar Melodien anriss, aber sich nie darauf ausruhte. Dazu erzählte er zwischendurch kleine Geschichten – wie er mal in einem Club in London spielte und was das mit Pinguinen zu tun hätte. Wie dies Jahr gewesen wäre, was ihm alles abhanden kam – eine Gitarre, eine Frau – und das eben dies das Abschlusskonzert für eben dieses seltsame Jahr 2007 sei.

Und man muss ihn wirklich mal live sehen, denn es ist einfach berückend, wie er eben noch ruhig und selbstverständlich erzählt und einzelne Gäste begrüßt (Etwa: „Ich dachte, du hasst Singer-Songwriter?“ Und sie: “Manchmal muss man eben leiden.”), um dann im nächsten Moment ganz in seine Musik zu kippen. Da wird nichts runter gespielt, da wird nicht geschlunzt, da ist einer ganz da, bis zum letzten Akkord. Wirklich gut und wirklich nett, dieser Mann.

27. November 2007

Halloween spezial: Apocalyptica, Stam1na, Sturm und Drang

Wer will schon zu einer, der mittlerweile überall obligatorischen, Halloween-Parties – wenn er stattdessen einen finnischen Dreier haben kann? Am 31. Oktober rocken nicht nur Apocalyptica , sondern auch deren Landsmänner Stam1na sowie Sturm und Drang das Kongresszentrum B in Stuttgart.

apocalyptica stuttgart

Die erwartete Klientel: 13+30 Jahre und überwiegend weiblich. Begründung: Sturm und Drang zierten bereits die Bravo – und Apo ziehen bekanntermaßen alles an, bis hin zu bejahrten (Haus)Frauen auf der Suche nach ihrer (verpassten) Jugend. Glücklicherweise wuseln doch mehr Besucher als erwartet durch die Halle. Vielleicht haben diese schon »UUDET KYMMENEN KÄSKYÄ « von Stam1na gehört? Kompletten Beitrag lesen …

 
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