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Foto nordische Landschaft

22. Mai 2006

Das Phänomen Lordi

Nicht dass ich Lordi nun für besonders spannend oder gar genial hielte. Wir haben sie in unseren Rezensionen immer als das gewürdigt, das sie darstellten: eine grundsolide, konservative Metal/Rock’n'Roll-Band, die die von Kiss und Alice Cooper etablierten Schockrock-Grenzen ein wenig weiter ausdehnte. Musikalisch eroberte ihr heiserer Rock’n'Roll weder Neuland noch hob er sich – ohne die visuelle Komponente – aus der Masse sonderlich heraus:
http://www.nordische-musik.de/musiker.php?id_musiker=258

Lordi Daher passen ihre Mainstream-Melodien, wenn man mal den ganzen optischen Budenzauber, das Riff-Geklopfe und Lordis Röchelstimme abzieht, sehr wohl in einen Eurovision Song Contest. Nummern wie »Blood Red Sandman« oder »The Children Of The Night« könnten – anders arrangiert und instrumentiert – durchaus auch im Dudelfunk eines Altersheims Anklang finden. Wer also nun Gift und Galle spuckt angesichts der finnischen Sieger, hat folgendes nicht kapiert:

  1. Von Schlager erwartet man Entertainment, Zerstreuung, Show, kurz: Spaß. Kein diesjähriger Teilnehmer konnte den so konsequent liefern wie Lordi.
  2. Es stellt sich natürlich zu Recht die Frage, ob man bei einem Schlagerwettbewerb eine passgenau in der Metal-Schublade steckende Band überhaupt zulassen soll. Oder andersherum gefragt: Was hätte Tokyo Hotel auf dem Montreux Jazz Festival verloren? Doch Finnland wagte … und gewann. Und damit ist die Frage hinfällig, denn wenn die Zuhörerschaft meint, dass Lordi hier nicht fehl am Platz ist, dann hat sie per definitionem recht.
  3. Eifrig wird nun darüber diskutiert, ob der Erfolg von Lordi ein Indiz für die Aufgeblasenheit und weitflächige Langeweile dieses ganzen degenerierten Schlager-Spektakels ist. Schon möglich, denn es fällt auf, dass das Publikum, das zum ersten Mal tatsächlich eine Wahl hatte (also nicht nur zwischen Gleichem, sondern zwischen Unterschiedlichem wählen konnte), dies ohne Zögern tat. Es ist jedenfalls zu vermuten, dass die Finnen die Schlagerszene zum Nachdenken brachten, und schon allein dafür gebührt ihnen unsere Anerkennung.
  4. Wer Lordis Geisterbahn-Fummel für besonders schockierend hält, lebt in einer kleinen Scheinwelt. Zur Weiterbildung empfohlen: Marilyn Manson, Dimmu Borgir, W.A.S.P., u.v.m.

Was mich nun aber doch etwas beunruhigt: Ob wir nächstes Jahr Nicole oder Sarah Connor als deutsche Kandidatinnen mit Horrormaske erleben werden?

13. Mai 2006

The Rasmus

Oh weh. Der Untergang des Abendlandes naht. Jetzt haben doch tatsächlich die Jammerbuben von The Rasmus 2004 mit ihrem wehleidigen und penetranten "In The Shadows" international mehr Tantiemen einsammeln können als Altmeister Jean Sibelius mit seinem Violinkonzert oder der Zweiten Sinfonie. Sibelius hatte bei den Tantiemen bisher immer die Nase vorn gehabt, schreibt die Finnish Composers' Copyright Society – und mutmaßt, dass HIM 2005 der gleiche Coup gelingen könnte. Schlimmer geht immer!

10. Mai 2006

Finnische Botschaft

Die finnische Botschaft in Berlin plant einen Online-Kalender, in dem es deutschsprachige O-Töne bekannter Finnen geben soll. Schön …

Dazu fragte sie bei mir an, ob wir ihnen finnische Musiker nennen können, die Deutsch sprechen. Machen wir prinzipiell nicht, da wir von solchen und ähnlichen Fragen regelrecht überschwemmt werden, sie Zeit kosten und wir uns lieber auf redaktionelle Inhalte statt auf kostenlose Beratung konzentrieren wollen.

Was mich jedoch wundert: Eigentlich müsste die finnische Botschaft doch am allerbesten wissen, welche finnischen Musiker es in Deutschland gibt …

08. Mai 2006

Turmion Kätilöt: Hebammen des Verderbens

Turmion Kätilöt,

was übersetzt soviel wie “Die Hebammen des Verderbens” bedeutet, sind eine 6-köpfige finnische Elektronik-Crossover-Band Band, die es wie keine Zweite versteht, die Elemente des Technos mit denen des Metals zu vermischen.
Zur Rezension …

05. Mai 2006

25 Minuten später

MaskeUnd:

Fünf Minuten warten.

Weil:

Muss ja noch ein bisschen abkühlen, bis man unter die Menschen kann.

Man will ja niemanden unnötig erschrecken.

 
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