Home
Foto nordische Landschaft

02. Oktober 2014

Süße Mädchen, verknotete Jünglinge: Reeperbahn Festival 2014

Sind süße Mädchen, die über Liebe singen und dabei bescheiden die Augen niederschlagen, eigentlich hoffungslos altmodisch? Im Fall der finnischen Chanteuse Suvi muss das entschieden verneint werden. Denn Suvi kommt bei ihrem Gig in der plüschigen Prinzenbar so angenehm uneitel daher, dass man sie schon dafür einige Pluspunkte sammelt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die junge Frau bei ihrem ersten Hamburger Auftritt eine sehr reduzierte Instrumentierung wählt: Nur ihre Stimme und der einfühlsame Mann an den Keyboards. Denn das Debütalbum »BLEEDING FOR YOUR LOVE« tendiert auf zurückgenommene Art doch zum orchestralen Elektropop britischer Prägung. Zu dem sich bestens verlangsamt tanzen lässt. Die Konzentration auf das Wesentliche tut diesen Tracks durchaus gut, obwohl auch die opulentere Version gefallen mag. Mädchenhafte Stimme, verletzliche Attitüde. Aber trotzdem auf unauffällige Weise selbstbewusst: Suvi kann das. Im stylishen Video zum Erstling spielt sie übrigens gekonnt mit 60ies-Anleihen und Schwarz-Weiß-Ästhetik. Besser gefallen aber tut fast die unaufgebügelte Variante.

Kompletten Beitrag lesen …

17. September 2014

Gefühle fingerdick auftragen mit NEØV

Mit Klein-Klein wollen sich die Herren Anssi und Samuli Neuvonen erst gar nicht aufhalten: Schwärmerische Gefühle, ekstatische Synthies und ausufernde Gitarren-Mäandereien durch das Dickicht der Emotionen. Plus, nicht zu vergessen, die Trompete von Antti Hevosmaa, die so fein mit dem sanften Gesang der Gebrüder Neuvonnen zusammengeht NEØV tragen dick auf. Entfleuchen in Gegenwelten voller hehrer, hochartifizieller Gefühle. Aber da das Debütalbum »ORANGE MORNING« beim rocklastigen finnischen Label Fullsteam herausgekommen ist, dürfen die Gitarren mitunter auch mal lärmen und die langen Haare fliegen. Die Band aus dem mittelfinnischen Seengebiet mag auf Fotos zwar noch reichlich milchbubihaft wirken, ist aber schon eine ganze Weile aktiv. Die Vorgängerband Neufvoin wurde irgendwann einmal sanft zur Ruhe gelegt.

NEØV mögen zwar zu einem Übermaß der Gefühle neigen und mitunter leicht pathetisch wirken (dabei sind die Tage des Stadionpop doch wirklich vorbei, wie die harsche Abstrafung des neuen U2-Albums durch die zwangsbeglückten itunes-Nutzer beweist!), aber hey! ein wenig Übertreibung hat an trüben Tagen doch schon manchen Grantler aufgeheitert. Am besten gefallen aber die ruhigeren Töne der Finnen wie das schön nachdenkliche und romantisch raunende »Morning Fire«. Mit Glockenspielbegleitung lassen sich Gefühlswirren doch bestens goutieren, mit Trompetenklängen sowieso! Und an diesem Wochenende können sich die Besucher des Reeperbahn Festivals von den Live-Qualitäten der Jungspunde überzeugen. Und dabei vielleicht sogar die Polarbloggerin treffen!

06. September 2014

Summer Breeze – Samstag: Sonnenstundenrekord

Du lieber Metaller, komm geh’ mit mir!
Gar schöne Lieder, spiel ich vor Dir,
Manch Bierblumen gibt es an dem Stand,
Meine Mutter näht Dir ein schwarzes Gewand.

Der letzte Tag beginnt: kalt, windig, und Regen. Wer hätte auch anderes erwartet? Doch welch Ironie, passend zu Kampfar herrscht strahlender Sonnenschein. Auf dem Summer Breeze kommen mir die Norweger ziemlich langsam vor, im Gegensatz zum Party.San, wo ich sie eine Woche zuvor erleben durfte. Der Show schadet das jedoch nicht.

Weiter geht’s mit Thyrfing aus Schweden auf der Main-Stage. Stark geschminkte Männer spielen vor viel Publikum scheinbar immer denselben Song. Das aber immer noch bei Sonnenschein.

Man könnte meinen es regnet mal wieder, da das Zelt vor der T-Stage wahnsinnig voll ist. Aber weit gefehlt:
Die Schwarzwälder  Kombo Imperium Dekadenz gibt ihren coolen, lässig groovenden Black Metal zum Besten. Die Beleuchtung der Bühne passt sagenhaft gut zur Musik und das Publikum würdigt die starke Leistung der Band. Eindeutig eine Aha-Band des Festivals.

Imperium Dekadenz (D)

Kompletten Beitrag lesen …

28. August 2014

Summer Breeze – Freitag: (Kurzzeitig) lichter Himmel und düstere Musik

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du Machine Head nicht!
Robert Flynn mit Hörnern und Schweif?
Mein Sohn, er ist nur überreif.

Freitag, Tag II. Nach dem Aufstehen erst mal der Griff zu Kaffee und Bier. Immerhin kann unser Gerstensaft  bei diesen Temperaturen nicht warm werden. Der Regen scheint auch kein Ende nehmen zu wollen, und so verpassen wir grandios die erste skandinavische Band des Tages, Crucified Barbara aus Schweden.

Schließlich schaffen wir es zur T-Stage, wo wir auf Omnium Gatherum aus Finnland warten. Die Melodic Death-Metaller entpuppen sich als echte Stimmungsaufheller des frühen Freitagnachmittags . Ein Genuss sie zu hören. Leider ist das Zelt nur durch den einsetzenden Starkregen so gut gefüllt. Viele scheinen gar nicht auf die coole Musik der Finnen zu hören. Apropos Regen: Selbst im Zelt wird der Bodenbelag immer mehr zur Zumutung. Draußen wie drinnen ist alles matschig, eklig und stinkt. Dieses Jahr wurde der Zeltboden – warum auch immer – nicht mehr mit Paletten ausgelegt. Zumindest versuchen die Veranstalter durch den Einsatz von Rindenmulch der fortschreitenden Vermatschung des Bodens Herr zu werden.

Omnium Gaterum (FIN)
Kompletten Beitrag lesen …

26. August 2014

Summer Breeze – Donnerstag: Langweilig, feucht, dreckig

Wer stolpert so spät durch Schlamm und Geschmier?
Es ist der Metaller mit seinem Bier.
Er hat das Getränk wohl in dem Arm,
Er fasst es sicher, es hält ihn warm.

Dieses Jahr scheint der Wettergott dem Summer Breeze Open Air nicht sonderlich gewogen: Die Sonne tut sich schwer, die Luft ist kalt, alles ist nass und klamm und schlammig. Trotz des nicht ganz so guten Wetter strömen insgesamt rund 35.000 Besucher vom 14. bis zum 16. August 2014 nach Dinkelsbühl.

Hier stehen auch dieses Jahr vier Bühnen für die Bands bereit: Main-, Pain-, Camel- und T-Stage, ehemals Zeltbühne. Sie wurde zu Ehren von Michael »T« Trengert umgetauft; er war einer der beiden Veranstalter des Summerbreeze Open Airs und starb nach längerer Krankheit im September 2013.

Bereits am Mittwoch rockten hier und auf der Camel-Stage einige Kapellen, darunter die Nordlichter Lost Society (FIN), Hamferd (FÄ), sowie die Schweden The Vintage Caravan, Grand Magus (schon wieder), Ereb Altor und Unleashed.

Wir kommen am Donnerstag um exakt 13:49 Uhr an, suchen uns einen Platz und bauen erst einmal unser Zelt auf – bevor der nächste Regenguss herunter prasselt. Danach genehmigen wir uns mit Blick auf die Main- und Pain-Stage ein kühles Bier. Die niederländischen  Delain auf der Pain-Stage bekommen wir so immerhin am Rande mit.

Dieses Jahr kommt es mir so vor, als gäbe es mehr Ordner als in den Jahren zuvor, zumindest auf dem Weg zum VIP-Camping. Auch werden die Dixieklos auf dem (VIP-)Camping bewacht – der vermeintliche Lokus- Bewacher ist unser aller Ansprechpartner in der Not.

Mors Principium Est ist die erste Band, die wir uns bewusst und aus nächster Nähe anhören. Die Finnen überraschen uns, klingen abwechslungsreich und bestechen durch ihren Melodic Death Metal. Verdientermaßen unterstützt das (spärliche) Publikum vor der T-Stage die Truppe und macht richtig Stimmung.

Mors Principium Est (FIN)

Kompletten Beitrag lesen …

 
Seite 8 von 58« Erste...56789101112...Letzte »