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Foto nordische Landschaft

28. August 2014

Summer Breeze – Freitag: (Kurzzeitig) lichter Himmel und düstere Musik

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du Machine Head nicht!
Robert Flynn mit Hörnern und Schweif?
Mein Sohn, er ist nur überreif.

Freitag, Tag II. Nach dem Aufstehen erst mal der Griff zu Kaffee und Bier. Immerhin kann unser Gerstensaft  bei diesen Temperaturen nicht warm werden. Der Regen scheint auch kein Ende nehmen zu wollen, und so verpassen wir grandios die erste skandinavische Band des Tages, Crucified Barbara aus Schweden.

Schließlich schaffen wir es zur T-Stage, wo wir auf Omnium Gatherum aus Finnland warten. Die Melodic Death-Metaller entpuppen sich als echte Stimmungsaufheller des frühen Freitagnachmittags . Ein Genuss sie zu hören. Leider ist das Zelt nur durch den einsetzenden Starkregen so gut gefüllt. Viele scheinen gar nicht auf die coole Musik der Finnen zu hören. Apropos Regen: Selbst im Zelt wird der Bodenbelag immer mehr zur Zumutung. Draußen wie drinnen ist alles matschig, eklig und stinkt. Dieses Jahr wurde der Zeltboden – warum auch immer – nicht mehr mit Paletten ausgelegt. Zumindest versuchen die Veranstalter durch den Einsatz von Rindenmulch der fortschreitenden Vermatschung des Bodens Herr zu werden.

Omnium Gaterum (FIN)
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26. August 2014

Summer Breeze – Donnerstag: Langweilig, feucht, dreckig

Wer stolpert so spät durch Schlamm und Geschmier?
Es ist der Metaller mit seinem Bier.
Er hat das Getränk wohl in dem Arm,
Er fasst es sicher, es hält ihn warm.

Dieses Jahr scheint der Wettergott dem Summer Breeze Open Air nicht sonderlich gewogen: Die Sonne tut sich schwer, die Luft ist kalt, alles ist nass und klamm und schlammig. Trotz des nicht ganz so guten Wetter strömen insgesamt rund 35.000 Besucher vom 14. bis zum 16. August 2014 nach Dinkelsbühl.

Hier stehen auch dieses Jahr vier Bühnen für die Bands bereit: Main-, Pain-, Camel- und T-Stage, ehemals Zeltbühne. Sie wurde zu Ehren von Michael »T« Trengert umgetauft; er war einer der beiden Veranstalter des Summerbreeze Open Airs und starb nach längerer Krankheit im September 2013.

Bereits am Mittwoch rockten hier und auf der Camel-Stage einige Kapellen, darunter die Nordlichter Lost Society (FIN), Hamferd (FÄ), sowie die Schweden The Vintage Caravan, Grand Magus (schon wieder), Ereb Altor und Unleashed.

Wir kommen am Donnerstag um exakt 13:49 Uhr an, suchen uns einen Platz und bauen erst einmal unser Zelt auf – bevor der nächste Regenguss herunter prasselt. Danach genehmigen wir uns mit Blick auf die Main- und Pain-Stage ein kühles Bier. Die niederländischen  Delain auf der Pain-Stage bekommen wir so immerhin am Rande mit.

Dieses Jahr kommt es mir so vor, als gäbe es mehr Ordner als in den Jahren zuvor, zumindest auf dem Weg zum VIP-Camping. Auch werden die Dixieklos auf dem (VIP-)Camping bewacht – der vermeintliche Lokus- Bewacher ist unser aller Ansprechpartner in der Not.

Mors Principium Est ist die erste Band, die wir uns bewusst und aus nächster Nähe anhören. Die Finnen überraschen uns, klingen abwechslungsreich und bestechen durch ihren Melodic Death Metal. Verdientermaßen unterstützt das (spärliche) Publikum vor der T-Stage die Truppe und macht richtig Stimmung.

Mors Principium Est (FIN)

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20. Mai 2014

Inferno 2014 – Samstag: Würdiger Schlusspunkt


Am dritten und letzten Festivaltag schaffe ich es zwar nicht zu den ersten Takten des Openers The Sickening im John Dee zu stehen, doch komme ich auch nicht sehr viel später im Kellerclub an. Tatsächlich gelingt es mir heute erstmals alle Bands bis zu den finalen schwedischen Watain zu sehen.

The Sickening (Norwegen)
Brutaler, moshbarer, innovationsfreier Death Metal, passioniert zum Besten gegeben.

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20. Mai 2014

Glücklich, Eline Thorp?

Bloß nicht zu brav! Das führt nirgendwo hin! Lieber sich auf den eigenen Kopf verlassen, auch wenn das unbequem sein mag! Dieses Credo scheint die junge norwegische Sängerin Eline Thorp verinnerlicht zu haben. Die knapp 20jährige aus dem Örtchen Hamarøy hat kürzlich ihr Debütalbum »MIRROR´S EDGE« herausgebracht, auf dem sie eine unruhige, nervöse Energie verbreitet. Indem sie auf manische Synthies setzt und unbequeme Fragen stellt. Jemanden zu fragen, ob er glücklich ist, was für eine Anmaßung! In die Riege der hauchenden und seufzenden Chanteusen will sich Frau Thorp keinesfalls einreihen, wenn sie mit kräftiger, dunkel eingefärbter Stimme über verschattete, komplizierte Dinge singt und damit sehr erwachsen klingt. Für rosarote Zustände hat diese junge Frau definitiv nichts übrig. Lieber setzt sie auf unbehagliche Balladen wie »In And Out«, einer der Single-Auskopplungen vom Erstling, in der es uns fast ein wenig unheimlich werden kann. Und die gleichwohl tanzbar sind!

Wenn es um anspruchsvolle Töne geht, dann kann einem durchaus die norwegische Landsfrau Susanne Sundfør einfallen, die sich in ähnlichen Gefilden bewegt. Wobei Thorp trotz aller verdüsterten Themen doch nie aus den Augen verliert, dass eine tanzaffine Eleganz den Songs doche eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Nicht schlecht gedacht! Aber es ist vor allem diese Stimme, die hier in Tracks wie »Violence Done Well« hängenbleibt. Selbstbewusst, kraftvoll und doch ein wenig gebrochen. Ansonsten ist über Frau Thorp außerhalb Norwegens noch wenig bekannt. Auf einigen Festivals hat sie gespielt. Sie steht offenkundig am Anfang. Aber das kann durchaus etwas werden!

14. Mai 2014

Inferno 2014 – Freitag: Durchhänger

Mein zweiter Festivaltag beginnt mit dem spannenden einstündigen Vortrag »Vikings, Metal and Rebellion«, mit dem Archäologen Ola Rønne, Wardrunas Einar »Kvitrafn« Selvik und dem Dokumentarfilmer  Christian Falch sowie seinem iranischen Protagonisten Sina (From the Vastland). Musikalisch geht’s heute für mich um 18.15 Uhr mit Vemod im Rockefeller los, dann steige ich ins John Dee hinab, wieder hinauf ins Rockefeller, wieder hinunter ins John Dee … und halte erneut durch bis zur vorletzten Band.

Vemod (Norwegen)
»Wehmut« zelebrieren sphärische Klänge zu projiziertem Sternenhimmel, Nordlichtern und anderen himmlischen Ansichten, zerfetzt durch abrupte Klangexplosionen.

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