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Foto nordische Landschaft

25. November 2016

Bei ihr sind alle Küsse grau: Okay Kaya

An der verdammten Schwerkraft muss es liegen. Dass die geliebte Person immer schneller von ihr wegtreibt. Andere Erklärungen kommen für Okay Kaya überhaupt nicht in Frage. Die junge norwegische Sängerin Kaya Wilkins (Vater Amerikaner, Mutter Norwegerin) ist aus einem beschaulichen Osloer Vorort ins wilde New York gezogen, hat sich aber die Ruhe ihrer Heimat bewahrt. Reduziert, verlangsamt, fast schon kammerjazzig kommen ihre Songs daher, die kleine Geschichten erzählen und feine Lebensweisheiten verbreiten. Ein tastendes Piano, eine bescheidene Gitarre, dezent eingesetzte Electronics. Und darüber liegt die sphärische, helle, melancholisch angehauchte Stimme von Kaya. Küsse sind in ihrer Welt erstaunlicherweise grau. Wer eine dunkelblaue halbe Stunde verbringen will, dem sei Kayas Soundcloud-Site ans Herz gelegt.

Die Norwegerin ist übrigens eine Frau mit vielen Talenten. Mit dem Ausdruckstanz hat sie sich ausgiebig beschäftigt, schreiben tut sie ständig und Modeln noch dazu. Irgendwo müssen diese ausgiebigen Mußestunden zum ungestörten Nachdenken über das Leben und seine Eigenheiten ja finanziert werden! Kaya pflegt zudem einen feinen Freundeskreis zwischen London und New York, hat schon mit Jamie XX und Tobias Jesso Jr. gearbeitet. Was nicht heißt, dass sich ihr Leben auf die Hip-Szene beschränkt: Im ruhigen, auf Norwegisch gesungenen Track »Durer« hat sie ins tiefste Brooklynn in ein heruntergekommenes Gemeindezentrum begeben und dort eine Selbsthilfegruppe zum Tanzen gebracht. Und sie tut das behutsam und zärtlich, so wie sie in ihren Songs mit Melodien und Wörtern umgeht!

(Foto: Rumi Baum)

03. Oktober 2016

Enslaved im Club Cann: Geil war’s!

Tatort: Club Cann – Bad Cannstatt, Stuttgart
Tatverdächtige: Extreme Metal Urgesteine
Tatzeit
: 30.09.2016
Tatzeugen: keine Trachtentrottel

Als wir ankommen spielt gerade Enslaveds australische Vorband Ne Oblivicaris. Da wir sie schon auf Tuska gehört und gesehen haben, widmen wir uns lieber dem goldenen Gerstensaft und sehen uns die Show von weiter hinten an. Wobei hinten immer noch ziemlich nahe an der Bühne ist: Der Konzertsaal hat doch recht schnuckelige Ausmaße.

Nach einer kurzen Umbaupause beginnen Enslaved fulminant mit »Roots oft he Mountain« vom Album »RIITIR«. Das richtige Stück um sich auf das Set einzustimmen. Kompletten Beitrag lesen …

31. August 2016

Eine kleine Melancholie mit Guns

Gunhild Jarwson Tekle alias Guns ist ein Fan der legendären französischen Chanteuse France Gall, die als Stilvorbild der 60er Jahre gilt. Von France Gall ist es nicht weit zu neuzeitlichen Ikonen wie Lana Del Rey. Einen unterkühlt lasziven Lolita-Charme pflegt die Musikerin aus Trondheim mit derzeitigem Wohsitz in Kopenhagen ebenfalls. Aber sie fügt mit sensibler Hand eine Prise Dreampop bei und lässt die Synthies auf hohem Niveau schmachten. Oh lala, Mademoiselle! Im vergangenen Jahr hat Guns bereits mit der sehr feinen Track »Ricochet« Pluspunkte gesammelt. (Reinhören, da hier eine kleine Melancholie durch feinste Ritzen in dem Song kriecht). Seitdem hat sich die Sängerin rar gemacht. Fein, dass sie sich jetzt mit dem irgendwie nachtblauen Song »I Know Exactly How It Feels« scheinbar schwerelos zwischen kleiner Traurigkeit und verhaltener Euphorie bewegt. Sich zu edlen Synthies ein kleines Geheimnis bewahrt. Dabei sehr künstlich und trotzdem zugänglich klingt. Ein schöner Refrain mit hohem Wiedererkennungswert hat in einer Welt belangloser Dutzendware durchaus etwas für sich. Zart, kühl und selbstbewusst: Das könnte etwas werden, Miss Guns.

08. August 2016

Hel(l) aktuell XXII: Tuska 2016, Samstag: Wechselhaft

Nicht auszuhalten ist die Sonne am zweiten Tuska-Tag. Heute gibt es endlich eine Sonnenbrille. Während die irischen Primordial noch gute 25 Minuten spielen, besorge ich mir eine. Man merkt, dass Samstag ist. Gestern um diese Zeit war nicht so viel los.

Ab ins Zelt vor die Helsinki Stage. Tsjuder aus Norwegen ist die erste Band, die wir sehen wollen. Drei mit Corpsepaint beschmierte, martialisch aussehende Typen, die richtig geilen Black-Metal spielen. Eine der besten Bands des gesamten Festivals.

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07. August 2016

Hel(l) aktuell XXI: Tuska 2016, Freitag: Takk, Kvelertak!

Ein warmer, sonniger Freitagnachmittag auf dem Gelände des alten Gaswerks in Helsinki. Auf der Hauptbühne (Radio Rock Stage) spielen gerade Cattle Decapitation (USA) mit denen unser erster Tuska-Tag beginnt. Viel bekommen wir nicht mit, da wir direkt zu den finnischen Frosttide in Richtung Inferno-Stage gehen.

Auf dem Weg in die Halle fällt uns die neu gestaltete Helsinki-Stage auf: sie ist nun leicht nach rechts gedreht, Bühne und Vorplatz sind mit einem großen Zelt überdacht. Frosttide erinnern etwas an ihre Landsmänner Ensiferum. Leider ist nicht allzu viel los in der kleinen Halle. Liegt womöglich an der sehr frühen Spielzeit. Allgemein sind am frühen Nachmittag wenig Besucher auf dem Gelände.

Laut Aussage der Sängerin zum ersten Mal in Finnland: Delain aus den Niederlanden.  Vor der Zeltbühne (Helsinki Stage) haben sich die schon anwesenden Fans versammelt, um den ersten Auftritt Delains in Helsinki zu sehen. Mir ist die Musik zu beliebig, auch die Stimme der Sängerin, Charlotte Wessels, gefällt mir nicht so recht. Dafür den anwesenden Zuhörern umso mehr.

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