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Foto nordische Landschaft

29. Mai 2006

Rebekka Bakken: I Keep My Cool

Rebekka Bakken: I Keep My Cool»Oops! … I did it again«, scheint uns Rebekka Bakken da entgegen zu hauchen.

Ja, sie hat es wieder gemacht: ein zuckersüßes Album mit sinnlichen Songs gefüllt, die auf den Säulen des Jazz ruhen und doch hemmungslos mit Pop flirten und dazwischen ein ausgiebiges Schaumbad in schwelgenden Streichern nehmen.

Mit einer kompetenten Mannnschaft – darunter Gitarrengenie Eivind Aarset, Drummer Per Lindvall, Bassist Larry Danielsson und Keyboarder Kjetil Bjerkestrand – gelang ihr erneut ein Album für die halbe Ewigkeit, geadelt durch ihre katzenhaft weiche Soul-Stimme. Überwiegend langsam brandet die Musik heran, was am langsamen Start liegen könnte: Schon der zweite Track »Welcome Home«, unterfüttert von den Wiener Symphonikern, entpuppt sich als eine der eingängigsten Balladen seit Dolly Parton, die Whitney Houston immer vergeblich angestrebt hat; »What Love Is Not« legt schließlich noch eins drauf. Das Ganze könnte hie und da boshaft als Kitsch bezeichnet werden, wenn nicht der gute Aarset immer wieder mit seinen gitarristischen Irrlichtern etwas flirrenden Sternenstaub darüber streuen würde.

Wie dumm, dass wir uns bei Nordische Musik die Regel gesetzt haben, bei der CD des Monats keine Küstler zwei Mal zu berücksichtigen. Miss Bakken wäre sonst ein heißer Kandidat …

Das Album erscheint am 1. September 2006,
die Rezension dazu in Kürze bei uns.

14. Mai 2006

Mari Boine auf der Folkbaltica

Mari BoineDas Maketing ist ein eigenartiges Geschäft. In Norwegen steht Mari Boines neue CD (Universal) seit 24. April in den CD-Regalen und stieg sogar bereits in die Charts auf. Und in Deutschland? Da stellte man fest, dass man einige Wochen Vorlauf benötigt, um CD-Veröffentlichung und Medienberichte zu synchronisieren (als ob das ein Geheimnis gewesen wäre!) und dass man, wenn man die ganze Promo-Maschinerie jetzt starten würde, in die Fußball-WM hineinkäme. Ja und? Ich dachte immer noch, CD-Rezensionen fänden im Kulturteil und Fußball im Sportteil der Medien statt. Wie gesagt: Das Marketing ist ein eigenartiges Geschäft …

Mari Boine live auf der FolkbalticaDoch zum Wesentlichen: Ich wollte nicht warten bis zum deutschen Erscheinungstermin des Mari Boine-Albums »IDJAGIEDAS« am 25. August (wer die CD früher hören will, kann sie über die üblichen skandinavischen CD-Shops wie CD On bestellen) und offiziellen Promotermin am 8. Juni in Berlin, wo alle Journalistengespräche an einem Tag gebündelt werden. Ich ließ mir von Uwe Kerkau, meinem »Lieblings-Promoter«, die CD schicken, akkreditierte mich für die Folkbaltica und arrangierte über Konzert-Veranstalter Jens-Peter Müller sowie Mari Boines deutschen Manager Donald Weimer einen Gesprächstermin, so dass ich wohl der derste deutsche Journalist war, der die samische Sängerin zu ihrem neuen Album interviewte.

Der Zeitplan war knapp: Mari Boine reiste direkt aus Norwegen an; im Auto von Hamburg nach Flensburg kommend traf sie erst gegen halb sechs ein. Das Interview musste flexibel arrangiert werden – als ich um halb fünf ihre neue Band beim Aufbau traf, die sich nun »Mari Boine Project« nennt, wurde klar, dass das Gespräch erst nach dem Konzert stattfinden konnte. Nicht weiter tragisch: So hatte ich Gelegenheit, Maria Kalaniemi noch persönlich zu sprechen, nachdem wir unser Interview vor einigen Monaten nur per Telefon geführt hatten.

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09. Mai 2006

Kari Bremnes in der Hamburger Fabrik

Kari Bremnes live in der Hamburger Fabrik 2006Es war natürlich wieder ein Pflichtbesuch, nachdem ich mich durch Kari Bremnes' komplette Discografie gearbeitet hatte und sie vor einigen Monaten interviewt hatte: ihr Auftritt in der Hamburger Fabrik am 5. Mai.

  • Helge Norbakken ist jedes Mal, wenn ich ihn höre, noch besser geworden.
  • Neben Bengt Hanssen (Keyboards) war diesmal noch ein Trompeter dabei: Mathias Eick (sonst bei Jaga Jazzist, Motif, Motorpycho, Iro Haarla, u.v.m.) trat damit live in die Fußstapfen, die Nils Petter Molvær und Arve Henriksen im Studio getreten hatten.Die Fabrik war diesmal bestuhlt. Passt zur Musik.
  • Kari Bremnes legte den Schwerpunkt auf die Songs ihres neuen Albums – die Auswahl der Songs »Ansiktet Te Månen«, »En Stemme I Athen«, »Per Og Paul Og Janus« und »Over En By« hätte ich anders getroffen, aber sie war im Rahmen des Konzerts ok.
  • Apropos »Over En By«: Bei der Ansage zu diesem Lied, mit dem sie das reguläre Programm beendete, verhaspelte sie sich, denn zuvor sollte laut Setlist noch der »Schrei« gespielt werden. Die Überleitung in letzter Sekunde war jedoch elegant, und die meisten Konzertbesucher bemerkten den Fauxpas sicher nicht.
  • Wenn Dirk Achim Dhonau im Programmheft der Fabrik aus meinem Interview mit Kari Bremnes zitiert und sogar seine Headline »Joni Mitchell des Nordens« aus meiner Rezension entnimmt, ehrt das zwar, aber ohne Quellenangabe wirkt das doch immer etwas lausig und unehrenhaft.

29. April 2006

Mari Boine: Idjagiedas

Mari Boine: IdjagiedasHeute kam Mari Boines neue CD »IDJAGIEDAS – In The Hand Of The Night« an, die am 25. 8. 2006 erscheinen wird. Sie klingt nett – berührend wie immer, aber letztlich eben auch sonst wie immer.

Nur: Will man überhaupt, dass Mari Boine anders klingt als immer? Ich werde die CD einige Tage wirken lassen müssen und sie mehrmals hören, um mir eine endgültige Meinung zu bilden.

Und ich werde sehen, ob ich Mari Boine bei ihrem Folkbaltica-Auftritt am 13. Mai interviewen kann – also noch bevor am 8. Juni 2006 der offizielle Interviewtag in Berlin stattfinden wird.

 
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